Sämi, Alma & Urs
Früher altmodisch, heute charmant: Diese Schweizer Vornamen verdienen ein Comeback

Früher hiessen das Grosi Margrit und der Grossvati Sepp. Heute entdecken Eltern alte Schweizer Vornamen wieder neu. Denn viele unserer Klassiker haben Geschichte ganz schön viel Charakter und Herz:
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Schweizer Vornamen geraten teilweise fast in Vergessenheit.
Foto: Pixabay
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Gunda BosselSEO-Redaktorin

Wer kennt sie nicht? Das Grosi heisst Margrit, der Grossvati Walter, der Götti vielleicht Urs oder Ruedi. Viele dieser Vornamen gehören zum vertrauten Klang der Schweiz. Doch während sie vor einigen Jahrzehnten ganz selbstverständlich vergeben wurden, wirken manche heute wie Erinnerungen an eine andere Zeit.

Dabei müssen alte Namen nicht altmodisch sein. Emil, Arthur und Alma zeigen, dass traditionelle Vornamen auch bei heutigen Eltern Anklang finden. Andere, wie Ueli, Vreni oder Sepp, sind stärker in der Deutschschweiz verwurzelt und wären eine bewusstere Wahl.

Die Schweizer Vornamenstatistik für 2025 zeigt, dass einige Klassiker bereits heute häufig vergeben werden. Ob ein Name tatsächlich ein Comeback erlebt, liesse sich allerdings erst mit einem Vergleich älterer Jahrgänge belegen.

Wir haben uns durch die Welt der Schweizer Grosseltern-Namen gestöbert. Manche sind längst wieder da, andere hätten einen zweiten Blick verdient. Diese Klassiker stehen schon heute auf Geburtskarten:

Emil: Der Grossvater-Name ist längst salonfähig

Emil klingt vertraut, unkompliziert und zeitlos. Lange verband man den Namen vor allem mit älteren Herren. Inzwischen gehört er zu den Vornamen, die auch bei jungen Eltern gut ankommen.

2025 erhielten in der Schweiz 129 Knaben den Namen Emil. Das reichte landesweit für Rang 40. Im Kanton Zürich kam Emil mit 35 Vergaben sogar auf Rang 20.

Der Name hat einen Vorteil: Er klingt traditionell, ohne schwerfällig zu wirken. Emil passt zu einem kleinen Buben genauso wie zu einem erwachsenen Mann. Und wer weiss, vielleicht wird aus dem Grossvati Emil irgendwann wieder der kleine Emil auf dem Spielplatz.

Arthur: Ein Klassiker mit Charakter

Arthur klingt etwas gesetzter als viele kurze Vornamen, die heute beliebt sind. Gleichzeitig hat er etwas Zeitloses. Der Name erinnert an frühere Generationen, wirkt aber nicht aus der Zeit gefallen.

2025 erhielten 168 Knaben in der Schweiz diesen Namen. Arthur erreichte damit Rang 25 der nationalen Hitparade. Der Name ist eine Alternative für Eltern, denen Noah, Liam oder Leo zu häufig vorkommen.

Samuel: Der traditionelle Name ist weiterhin gefragt

Samuel ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Name aus der Grosseltern- oder Elterngeneration nicht erst wiederentdeckt werden muss, um aktuell zu sein.

2025 erhielten 176 Knaben in der Schweiz den Namen Samuel. Das bedeutete Rang 19. Der Name klingt klassisch, ist international verständlich und hat eine lange Tradition. Er passt in die Deutschschweiz ebenso wie in die Romandie. Gerade weil Samuel weder besonders modisch noch auffällig ausgefallen wirkt, könnte er für Eltern interessant sein, die einen Namen mit Geschichte suchen.

Theo: Kurz, vertraut und erstaunlich modern

Theo ist heute ein beliebter Knabenname. 2025 wurden in der Schweiz 188 Buben so genannt, was Rang 14 bedeutete. Dabei hat Theo eine lange Geschichte. Der Name kann als Kurzform von Theodor verwendet werden und zeigt, wie schnell sich die Wahrnehmung eines Vornamens verändern kann: Was früher nach einem älteren Herrn klang, passt heute problemlos zu einem Kind.

Wer es etwas traditioneller mag, kann auch Theodor in Betracht ziehen. Der vollständige Name wirkt klassischer, während Theo unkompliziert und modern klingt.

Anna: Ein Name, der Generationen verbindet

Anna gehört zu den Vornamen, die in vielen Schweizer Familien über Generationen weitergegeben werden. Der Name ist schlicht, leicht auszusprechen und in verschiedenen Sprachregionen zu Hause.

2025 erhielten 175 Mädchen in der Schweiz den ersten Vornamen Anna. Das reichte für Rang 16. Anna ist damit kein vergessener Name, der erst wieder entdeckt werden müsste. Er ist ein Klassiker, der auch heute funktioniert. Wer einen traditionellen Vornamen ohne komplizierte Schreibweise sucht, liegt damit nahe am aktuellen Geschmack.

Alice: Klassisch und mit einem Hauch Eleganz

Alice klingt elegant und vertraut zugleich. Der Name ist in der Schweiz seit Langem bekannt und funktioniert auch über Sprachgrenzen hinweg. 2025 erhielten 172 Mädchen diesen Vornamen. Damit erreichte Alice landesweit Rang 20. Im Wallis stand der Name mit 21 Vergaben sogar auf Rang 1.

Alice ist eine schöne Alternative für Eltern, denen Anna zu schlicht und besonders ausgefallene Namen zu gewagt sind. Der Name hat Geschichte, wirkt aber nicht schwer.

Alma: Der Name aus alten Familienalben

Alma klingt nach einem Namen, den man auf vergilbten Fotografien oder in alten Familienbüchern entdeckt. Gleichzeitig passt er gut in die heutige Zeit. 2025 erhielten 166 Mädchen in der Schweiz diesen Namen. Das brachte Alma auf Rang 24. Der Name ist kurz, klar und leicht zu merken. Wer etwas Traditionelles sucht, aber nicht unbedingt Anna oder Emma wählen möchte, könnte Alma interessant finden. Ein Geheimtipp ist er allerdings nicht mehr.

Typisch Schweiz: Diese Namen kennt man von früher

Ueli: Ein Vorname mit Deutschschweizer Charakter

Ueli gehört zu den Namen, die in der Deutschschweiz sofort vertraut klingen. Er ist eine Kurzform von Ulrich und wird stark mit der regionalen Namenskultur verbunden.

Der Name wirkt bodenständig und unkompliziert. Anders als Emil oder Theo ist Ueli aber keine blosse Kurzform, die überall gleich selbstverständlich klingt. Ausserhalb der Deutschschweiz dürfte er stärker als regional geprägt wahrgenommen werden.

Gerade das könnte für Eltern reizvoll sein, die einen Namen mit lokalem Bezug suchen. Ueli wäre eine bewusste Entscheidung für einen Vornamen, der nicht in erster Linie internationalen Trends folgt.

Sepp: Kurz, markant und traditionsreich

Sepp ist die Kurzform von Josef und gehört zu den Namen, die viele Menschen mit der älteren Generation verbinden. Man denkt an den Nachbarn, den Vereinskollegen oder den Grossvater, der schon immer Sepp hiess.

Als erster Vorname für ein Baby wäre Sepp heute eine eher ungewöhnliche Wahl. Das muss allerdings kein Nachteil sein. Der Name ist kurz, einprägsam und hat einen unverwechselbaren Klang.

Eine Alternative wäre Josef. Der vollständige Name wirkt klassischer und lässt später noch Raum für die Kurzform Sepp.

Ruedi: Ein Stück Schweizer Namenskultur

Ruedi ist eine traditionelle Kurzform von Rudolf. Der Name gehört zu jenen Vornamen, die im Alltag der Deutschschweiz vertraut klingen und Erinnerungen an frühere Generationen wecken.

Ruedi wirkt persönlicher und regionaler als Rudolf. Als Babyname wäre er heute eine mutige Wahl, gerade weil er nicht dem internationalen Trend zu kurzen Namen wie Leo oder Luca entspricht.

Wer die Tradition mag, aber einen Namen mit etwas mehr Gewicht sucht, könnte auch Rudolf in Betracht ziehen.

Res: Kurz und typisch schweizerdeutsch

Res ist eine traditionelle Kurzform von Andreas. Der Name ist besonders im schweizerdeutschen Umfeld bekannt und hat einen ganz eigenen Charakter.

Im Vergleich zu Andreas wirkt Res ungezwungener und stärker regional geprägt. Als erster Vorname wäre er heute ungewöhnlich. Gerade deshalb könnte er für Eltern interessant sein, die einen Namen suchen, den nicht schon mehrere Kinder in derselben Klasse tragen.

Hanspeter: Der Schweizer Doppelname

Hanspeter ist ein besonders schönes Beispiel für die Namensgewohnheiten früherer Generationen. Zusammengesetzte Vornamen waren in vielen Familien beliebt. Hanspeter klingt entsprechend vertraut und eindeutig traditionell.

Heute bevorzugen viele Eltern kürzere Namen. Das macht Hanspeter als Babyname zu einer ungewöhnlichen Wahl. Wer einen solchen Doppelnamen in der Familie hat, könnte ihn aber bewusst weitergeben.

Auch Hansruedi, Hansueli oder Hansjörg gehören zu dieser Namenswelt. Sie erinnern daran, dass Vornamen nicht nur Moden folgen, sondern auch Familiengeschichten erzählen.

Urs: Kurz, markant und typisch schweizerisch

Urs ist ein traditioneller Vorname, der besonders in der Deutschschweiz verbreitet ist. Der Name geht auf das lateinische Wort für Bär zurück und klingt kurz, kräftig und unkompliziert. Während Urs heute viele an die Generation der Väter und Grossväter erinnert, könnte gerade seine Schlichtheit wieder reizvoll sein.

Margrit: Klassisch und herzig

Margrit ist eine traditionelle Form von Margarete. Der Name dürfte vielen aus der eigenen Familie bekannt sein und gehört für zahlreiche Menschen zur Generation der Mütter und Grossmütter.

Margrit klingt klassisch und bodenständig. Im Vergleich zu den heute beliebten kurzen Namen wirkt er etwas gesetzter. Genau das könnte ihn für Eltern interessant machen, die einen traditionellen Vornamen suchen und sich bewusst von aktuellen Moden abheben möchten.

Ob Margrit bei Neugeborenen tatsächlich wieder häufiger vergeben wird, müsste ein Vergleich der Schweizer Jahrgänge zeigen. Als Name mit Geschichte ist er aber allemal einen zweiten Blick wert.

Vreni: Ein Name, der stark mit der Schweiz verbunden ist

Vreni ist eine Kurzform von Verena. Der Name hat in der Deutschschweiz einen hohen Wiedererkennungswert und klingt für viele nach der Generation der Grossmütter und Tanten.

Als Babyname wäre Vreni heute eine eigenständige Wahl. Wer die traditionelle Form mag, könnte auch Verena in Betracht ziehen. Verena wirkt etwas formeller, während Vreni vertraut und persönlich klingt.

Ob die Kurzform wieder häufiger vergeben wird, ist damit noch nicht gesagt. Sie zeigt aber, wie regional und familiär Vornamen geprägt sein können.

Trudi: Die Kurzform mit Nostalgie-Faktor

Trudi ist meist eine Kurzform von Gertrud. Der Name gehört zu den Vornamen, die heute vor allem Erinnerungen an frühere Generationen wecken.

Als erster Vorname für ein Baby wäre Trudi eine mutige Wahl. Gertrud klingt noch klassischer, während Trudi etwas Verspieltes hat. Wer sich für solche Namen interessiert, sollte deshalb nicht nur auf die vollständige Form schauen, sondern auch auf die Kurzformen, die in der Familie verwendet wurden.

Heidi: Ein Name mit besonderem Bezug

Kaum ein Vorname ist so eng mit einem Schweizer Bild verbunden wie Heidi. Der Name ist international bekannt und weckt Assoziationen mit Bergen, Natur und der gleichnamigen Romanfigur von Johanna Spyri.

Heidi ist eine Kurzform von Adelheid. Der Name ist damit traditionell, aber nicht nur auf die Schweiz beschränkt.

Wer einen Namen mit einem klaren Bezug zur eigenen Heimat sucht, könnte Heidi interessant finden. Er klingt freundlich und unkompliziert, hat aber auch eine starke kulturelle Bedeutung.

Ruth: Schlicht und kurz

Ruth ist kurz, klar und traditionsreich. Viele verbinden den Namen mit Frauen aus der Generation ihrer Mütter oder Grossmütter. Gerade die Schlichtheit könnte heute wieder ansprechend sein. Ruth braucht weder eine komplizierte Schreibweise noch eine Verniedlichung. Der Name ist in vielen Sprachen bekannt und hat einen zeitlosen Charakter.

Ob er bei Neugeborenen wieder an Beliebtheit gewinnt, lässt sich nicht allein aus seinem vertrauten Klang ableiten. Als klassischer Vorname bleibt Ruth aber eine mögliche Alternative zu den derzeit angesagten Namen.

Erika: Ein Klassiker, der eine zweite Chance verdient

Erika gehört zu den traditionellen Frauennamen, die viele Menschen aus ihrem Umfeld kennen. Der Name klingt klassisch und ist in verschiedenen europäischen Ländern verbreitet. Wer einen traditionellen Vornamen sucht, könnte Erika als Alternative zu den derzeit häufigen Namen in Betracht ziehen. Er ist gut auszusprechen und hat eine klare Form.

Ob Erika heute wieder häufiger vergeben wird, ist eine andere Frage. Dafür braucht es einen Blick auf die Vergabezahlen über mehrere Jahrgänge hinweg.

Liselotte: Für alle, die es verspielter mögen

Liselotte klingt länger und verspielter als Anna oder Ruth. Der Name ist eine Kombination aus Lise beziehungsweise Liesel und Charlotte und erinnert an eine Zeit, in der solche Formen beliebt waren.

Heute wäre Liselotte eine bewusst traditionelle Wahl. Der Name bietet aber auch Möglichkeiten für Kurzformen wie Lise oder Lotte. Eltern, die einen Namen mit mehreren Varianten mögen, könnten daran Gefallen finden.

Und was ist mit Walter, Bruno, Thomas Kurt und Ernst?

Auch bei den Männernamen gibt es eine ganze Reihe von Klassikern, die viele mit der Generation ihrer Grossväter verbinden. Walter klingt traditionell und gesetzt. Bruno ist kurz und kräftig. Kurt ist knapp und markant, während Ernst fast schon wie ein bewusst gewählter Retro-Name wirkt. Dazu kommen Namen wie Peter, Andreas, Thomas, Hans, Fritz, Werner, Alfred, Max und Jakob.

Einige davon sind längst nicht verschwunden. Thomas etwa wurde 2025 in der Schweiz 84-mal als erster Vorname vergeben und erreichte Rang 82. Das zeigt, dass ein traditioneller Name durchaus noch gewählt wird, auch wenn er nicht zu den häufigsten gehört.

Welche alten Schweizer Vornamen könnten zurückkommen?

Wer einen Namen für ein Baby sucht, muss sich nicht auf die aktuelle Hitparade beschränken. Gerade traditionelle Vornamen können eine persönliche Bedeutung haben, etwa weil sie in der Familie weitergegeben werden oder an einen geliebten Menschen erinnern.

Wer es klassisch mag, könnte Emil, Samuel, Anna oder Ruth in Betracht ziehen. Wer einen stärkeren Bezug zur Deutschschweiz sucht, findet mit Ueli, Ruedi, Res oder Vreni ungewöhnlichere Alternativen. Und wer einen Namen aus der Grosseltern-Generation weitergeben möchte, könnte Margrit, Sepp, Walter oder Trudi neu entdecken.

Ob ein Name tatsächlich ein Comeback erlebt, zeigen erst die Zahlen. Ob er zum eigenen Kind passt, ist letztlich eine ganz persönliche Entscheidung.

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