Darum gehts
- Den Chasselas Aigle Les Murailles gibt es seit 1918.
- Im Volksmund wird er nur Eidechsli-Wii genannt.
- Er punktet mit Frucht, Finesse und Eleganz.
Die Etikette mit der unverwechselbaren grünen Smaragdeidechse ist ein echter Hingucker. Und wirkt nach wie vor modern, obwohl sie vor mehr als 100 Jahren, 1918, erschaffen wurde. So wie der Wein, der sich hinter der Eidechse verbirgt und der offiziell Aigle Les Murailles heisst.
Er wächst im Waadtländer Chablais, auf steilen, nach Süden ausgerichteten Rebterrassen, auf Gletschermoränen, von Trockensteinmauern gestützt und vom Föhn zur Reife gebracht. Gekeltert wird er aus der Waadtländer Hauptsorte Chasselas, die wie wenige andere das Terroir widerspiegelt, auf der sie wächst.
Mit viel Fingerspitzengefühl
Für die Vinifikation dieser Weinlegende ist seit einigen Jahren Marjorie Bonvin (37) verantwortlich, Önologin und Kellermeisterin des Hauses Henri Badoux mit Sitz in Aigle VD. Sie ist total von ihrem Metier angefressen und wusste schon als kleines Mädchen, was sie einmal werden wollte.
Es ist eine Herausforderung, einen der berühmtesten Weine der Schweiz zu keltern, aber Marjorie hält, was ihr Name verspricht, denn Bonvin bedeutet: guter Wein! Mit viel Fingerspitzengefühl und einer rechten Portion Ehrgeiz schafft sie es perfekt, den Mittelweg zwischen Tradition und dem modernen Geschmack der Kundschaft zu finden.
Der Liebling vieler Weinfreunde
Das Resultat sorgfältiger Arbeit in Rebberg und Keller ist ein fruchtig-mineralischer Wein mit Noten von Lindenblüten und gelben Früchten, im Gaumen elegant, süffig und voller Finesse. Ein Chasselas, den man gerne zum Apéro geniesst, der aber auch bestens zu Eglifilets oder anderen Süsswasserfischen, zu Gemüsewähe oder zu Käse passt.
Und die Eidechse? Wer durch die Rebberge von Aigle spaziert, mit Blick auf das Märchenschloss Aigle und die majestätischen Berggipfel, sieht immer wieder Mauereidechsen davonhuschen. Der seltenen Smaragdeidechse dagegen begegnet man nur mit Glück. Deshalb bemüht sich Badoux, den natürlichen Lebensraum des sympathischen Reptils aufzuwerten, damit es sich nicht nur auf der Weinetikette wohlfühlt.