Schrauber und Plastikzapfen
Hat der Naturkork ausgedient?

Er soll dicht sein, sich einfach öffnen lassen und den Wein geschmacklich nicht beeinträchtigen. Der Flaschenverschluss hat einiges zu leisten. Für viele erfüllt Kork diese Aufgaben nicht mehr. Aber was sind die Alternativen?
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Der Schraubverschluss ist seit den 1980ern in der Schweiz etabliert. International dauerte der Siegeszug des Schraubers etwas länger.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Verwendung von Kork ist in der Weinproduktion weiterhin rückläufig
  • Seit über zwanzig Jahren erobern alternative Flaschenverschlüsse den Markt
  • Auch Spitzenweine werden nicht mehr mit Korken verschlossen
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Ursula GeigerRedaktorin Wein

Rund sechzig Prozent aller Weinflaschen werden mit Korken verschlossen. Vor vierzig Jahren waren es noch neunzig Prozent. Produzenten greifen immer öfter zu alternativen Verschlüssen.

Der Schrauber ist am beliebtesten und weiterhin auf dem Vormarsch. Auch die Mär, dass Weine mit Schraubverschluss nicht gut reifen, ist wissenschaftlich längst widerlegt.

Erster Schrauber für Chasselas

1964 kam der erste Schraubverschluss für Weinflaschen auf den Markt. Entwickelt wurde er im französischen Châlon-sur-Sâone für Schweizer Chasselas, der als besonders anfällig für Korkgeschmack galt. Seit den 1980ern wird er von Produzenten in der Schweiz, Deutschland und Österreich verwendet. 

In den 2000ern folgte der internationale Durchbruch dank neuseeländischer Produzenten. Die verschlossen ihre knackigen Sauvignon-blanc-Weine mit Schrauber, um Frucht und Frische zu bewahren.

Synthetische Korken

Plastikzapfen sind günstiger als Naturkorken, werden aus Polyethylen hergestellt und hauptsächlich für günstigere, jung zu trinkende Weine verwendet. Die Herstellung auf Erdölbasis ist umweltschädlich, und der Zapfen ist nicht biologisch abbaubar, doch gibt es mittlerweile Plastikzapfen aus recyceltem Material.

Seit 2014 ist ein CO2-neutraler Kork auf dem Markt, der aus Abfällen der Zuckerrohrindustrie hergestellt wird. Raffiniert: Es gibt Modelle mit verschiedener Sauerstoffdurchlässigkeit. Produzenten verwenden für Weine, die lange reifen können, Korken mit hoher Sauerstoffdurchlässigkeit.

Vino-Lok aus Glas

Seit 2003 ist der Glasverschluss auf dem Markt. Er ist preislich gesehen der Rolls-Royce unter den Korkalternativen. Ein Silikonring hält die Flasche dicht. Damit der Glaszapfen nicht beschädigt wird, ist er mit einer Alu-Kapsel geschützt. 

Der australische Kult-Syrah «Hill of Grace» wird seit über zehn Jahren teils mit Glaskorken, teils mit Schrauber verschlossen. 

Zork

Zork ist ein Computerspiel aus den 1980ern. Doch seit 2004 heisst ein in Australien entwickelter Flaschenverschluss so. Das Kofferwort setzt sich aus «Zero» und «Cork» zusammen.

Zork ist ein Verschluss aus drei Komponenten und wird hauptsächlich für Perl- und Schaumweinflaschen verwendet, denn beim Öffnen der Flasche ertönt das sanfte «Plopp», und angebrochene Flaschen können mit dem Zork wieder verschlossen werden. Das schafft kein Champagnerkorken.

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