Amarone-Botschafter verstorben
Addio Carlo Speri

Carlo Speri, pater familias des gleichnamigen historischen Weinguts im Valpolicella-Gebiets, verstarb am 6. Januar im Alter von 85 Jahren. Er verkörperte die 5. Generation in einem der bedeutendsten Weingüter der Region, bekannt für Valpolicella, Ripasso und Amarone.
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Carlo Speri verstarb im Alter von 85 Jahren.

Darum gehts

  • Carlo Speri hat den Amarone weltweit bekannt gemacht
  • Das Familienunternehmen wird von seinen Kindern in 6. Generation weitergeführt
  • Carlo Speri engagierte sich über seinen Betrieb hinaus für das Valpolicella-Gebiet
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Stefan KellerRedaktor Wein

Carlo Speri war eine der prägenden Persönlichkeiten, die aus einem vor allem regional bekannten Wein ein international gefragtes Produkt formten. 1964 übernahm er den Familienbetrieb und baute ihn Schritt für Schritt auf eine Fläche von 65 Hektar aus, diese werden heute nach den Grundsätzen des biologischen Landbaus bewirtschaftet. Der Betrieb wird von seinen Kindern Laura, Chiara und Luca weitergeführt.

Eine geschätzte Persönlichkeit

Carlo Speri galt als umgänglicher Mensch, der sich sowohl mit Branchengrössen wie mit Kleinbauern verstand. Dies führte dazu, dass er in eine Vielzahl von Institutionen gewählt wurde, so etwa zum Präsidenten des Landwirtschaftsverbandes Coldiretti in San Pietro in Cariano und des Konsortiums zum Schutz der Weine aus dem Valpolicella. Speri war zudem Mitglied der Preiskommission der Handelskammer von Verona (I).

2009 gehörte er zu den zehn Gründungsmitgliedern der Vereinigung «Famiglie Storiche», familiengeführte Weinbaubetriebe, die das Flaggschiff der Produktion, den Amarone, gemeinsam propagieren. Eines ihrer Schaufenster ist die legendäre Antica Bottega del Vino in Verona. Sie ist seit 2010 im Besitz der Gruppe.

Weggefährte zieht den Hut

Sandro Boscaini, Präsident von Masi Agricola und somit Konkurrent, sagt zu seinem Weggefährten: «Meine Nähe zu Carlo war nicht nur altersbedingt, sondern auch zutiefst menschlich. In der Nachkriegszeit gehörten wir zu den jungen Leuten, die studiert hatten und sich ein anderes Valpolicella vorstellten, eines, das nicht verschlossen und marginalisiert ist, sondern sich fähig zeigt, seine jahrtausendealten Vorzüge in der Welt zur Geltung zu bringen.

In diesem Sinne war Carlo ein Pionier und Innovator, ein Patriarch aufgrund seines Alters und seiner Weisheit. Nie polemisch, nie auf persönlichen Positionen beharrend, immer offen für Dialog und Diskussion, mit einer moralischen Integrität, die heute immer seltener wird.»


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