Darum gehts
- Caponata, sizilianisches Sommergericht, verbindet Süsse, Säure und kräftige Aromen perfekt
- Jedes Gemüse einzeln zubereiten, nicht als Eintopf wie Ratatouille
- Aubergine zuerst ohne Öl bräunen, danach Gemüse sorgfältig kombinieren
Das sizilianische Gemüsegericht «Caponata» verführt mit einer perfekten Balance aus Süsse, Säure und Sommersentimentalität. Ernsthaft. Esst mehr Caponata! Keine Gemüsekreation strotzt so sehr vor Sonne, Sizilien und saftigem Geschmack. Aber bitte nicht zu Tode kochen – schön liebevoll zubereiten. Die Frage, welche die bessere Caponata sei, die aus Catania oder die aus Palermo, kann die Gemüter erhitzen. Zum Glück wird sie nicht so heiss gegessen, wie sie gekocht wird. Und sie schmeckt lauwarm genauso gut wie kalt. Sie passt als Beilage zu Fisch oder Fleisch. Kombiniert mit Burrata oder mit Pasta. Man kann sie auch schlicht auf eine knusprige Bruschetta schichten. Nur, bitte, sorgfältig zubereiten. Jedes Gemüse einzeln. Nicht als Eintopf, wie ihre französische Cousine Ratatouille. Jede Zutat soll noch leicht Biss haben, ihr eigenes kräftiges Aroma offenbaren und sich dennoch zu einem harmonischen, eleganten Geschmacksbild fügen. Eine unvergleichlich komplexe, vielschichtige, Glück verströmende Sommergemüse-Komposition.
Zutaten
1 Aubergine, in Würfel geschnitten
Olivenöl extra vergine
je 1 rote und 1 gelbe Peperoni, klein geschnitten
1 Tropea-Zwiebel, fein gewürfelt
1 Stange Staudensellerie, klein geschnitten
1 Peperoncino, entkernt und in feine Ringe geschnitten
400 g Kirschtomaten, geviertelt
2 EL Kapern, gewässert
Salz und Pfeffer
Zucker
Condimento bianco oder weisser Balsamessig
frisches Basilikum
Zubereitung
Der häufigste Fehler: Die Auberginen landen sofort im Olivenöl. Keine gute Idee. Sie saugen sich voll wie ein Schwamm und werden weich, bevor sie Röstaromen entwickeln können. Man muss sie ohne alles geduldig bei mittlerer Hitze bräunen. Immer schön wenden, sie brennt sonst schnell an. Am besten in einer gusseisernen oder beschichteten Bratpfanne. So verliert sie Wasser, die Schnittflächen werden versiegelt, und sie entwickelt nussige Röstaromen. Wenn sie gleichmässig gebräunt ist, herausnehmen und zur Seite stellen. Jetzt erst den Boden der Pfanne mit Olivenöl bedecken und die Peperoni darin glasig schwitzen. Herausnehmen und beiseitestellen. Danach die Zwiebel mit dem Sellerie und dem Peperoncino anschwitzen, ohne zu bräunen. Die Tomaten dazugeben und unter Rühren offen bei milder Hitze 10 Minuten weich schmoren. Die Auberginen und Peperoni wieder in die Pfanne geben und 5 Minuten mitschmoren. Die Kapern zufügen, salzen, pfeffern. Mit Zucker und Essig abschmecken, umrühren und weitere 5 Minuten weiterköcheln. Basilikum darüber zupfen und servieren.
Varianten
Zusätzlich Pinienkerne und/oder Rosinen, Oliven oder Zucchiniwürfel hinzufügen. Man kann auch weniger Gemüse verwenden, zum Beispiel nur Auberginen und Peperoni, ohne Tomaten. Aber: Ohne Auberginen ist es keine Caponata!