Darum gehts
- Rossano Ferretti eröffnet exklusiven Hair Spa im La Réserve Eden au Lac Zürich
- Haar-Schnitttechnik folgt natürlicher Bewegung, Beratung ist zentrales Ritual
- Über 100 Jahre Geschichte: Hotel mit Blick auf den Zürichsee
Unten Belle-Époque-Fassade, Kunst, warme Hölzer und dieser Blick über den See, oben im ersten Stock: ein Coiffeur, der eher wie ein Private Club wirkt als wie ein «Ich mach nur schnell Spitzen schneiden»-Salon. Zwei Stühle, zwei Waschplätze, fertig. Mehr braucht der neue Hair Spa von Rossano Ferretti nicht, um sich wie die Beauty-Extension des Hotels anzufühlen.
Das Haus selbst ist so ein Typ «under the radar»-Grandhotel: über 100 Jahre Geschichte, komplett neu gedacht – viel Licht, dezenter Glam, null Bling-Bling. Man sitzt in der Lobby und schaut direkt aufs Wasser, statt auf Selfiewände. Genau in diesem Setting parkt Ferretti sein Zürcher Projekt: ein intimer Raum, der sich eher nach Suite anfühlt als nach Coiffeur, und in dem man mit Bademantel-Vibe auf dem Stuhl sitzt, egal ob man gerade eincheckt oder nur für die Haare vorbeikommt.
Der Haar-Papst
Rossano Ferretti, der Mann hinter dem Konzept, gilt in der Branche als «Guru» oder «Pope of hair», bezeichnet sich selbst aber einfach als Pionier. Er steht nicht mehr selbst den ganzen Tag hinter dem Stuhl – dafür bildet er Teams aus, die seine Methode leben. In Zürich ist das Team um Alberto am Start, ein Stylist, der in Barcelona mit Wartelisten gearbeitet hat und jetzt im Eden au Lac die «Hair Spa»-Version von Waschen, Schneiden, Föhnen abliefert: weniger Durchlaufstation, mehr Boutique-Erlebnis.
Bevor überhaupt Wasser fliesst, wird im Sessel geredet: Alltag, Haarstruktur, was nervt, was man heimlich will, aber nie sagt. Beratung ist hier kein Pflichtprogrammpunkt, sondern das eigentliche Ritual. Erst dann kommt Ferrettis «Metodo» ins Spiel – eine Schnitttechnik, die der natürlichen Bewegung des Haares folgt, statt alles in starre Linien zu pressen. Unsichtbare Layers, keine harten Kanten, kein Block im Nacken, der nur mit Rundbürste und halber Stunde Styling funktioniert. Der Schnitt soll morgens im eigenen Bad sitzen, nicht nur im perfekt ausgeleuchteten Hotelspiegel.
Hair Spa mit Aussicht
Ferretti nennt das Ganze konsequent «Hair Spa», nicht Salon. Der Raum passt dazu: eher private Lounge als Coiffeurreihe, leise, reduziert, mit dem See als Screensaver im Hintergrund. Während unten Hotelgäste frühstücken oder an der Bar sitzen, läuft hier oben die entschleunigte Version von Haircare. Der Vibe: Du kommst nicht «schnell zum Coiffeur», du gönnst dir einen Beauty-Abstecher ins Grandhotel – ob du dort übernachtest oder nicht.
Inhaltlich ist Ferretti erstaunlich unromantisch – im besten Sinne. Von «Wundermitteln» hält er nichts, dafür umso mehr von Routine: Shampoo, Maske, Serum, je nach Haartyp ein Öl oder Pre-Treatment. Das Ziel ist kein radikaler Makeover-Moment für Instagram, sondern Haare, die sich anfühlen, als würden sie zu dir gehören. Authentische Textur statt komplett neuer Identität.
Reset am Zürichsee
Für Zürich bedeutet das: Ein Hair-Hotspot, der sich eher nach Boutique-Hotel-Experience anfühlt als nach Samstagsfixpunkt im Kalender. Man geht ins La Réserve Eden au Lac und kommt mit dem Gefühl raus, man hätte nicht nur die Haare, sondern gleich den ganzen Kopf einmal auf Reset gestellt.