Wegen Steuerhinterziehung
Jetzt steht im Sommermärchen-Prozess der DFB am Pranger

Der Sommermärchen-Prozess um die dubiosen Zahlungsflüsse rund um die WM 2006 geht nach rund einem Jahr in eine komplett neue Richtung.
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Der frühere DFB-Präsident Zwanziger (79) wurde gegen eine Geldbusse in Höhe von 10'000 Euro aus dem Sommermärchen-Prozess entlassen.
Foto: ARNE DEDERT
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AFPAgence France Presse

Wie erwartet wurde am Mittwoch das Verfahren gegen Theo Zwanziger vor dem Landgericht Frankfurt/Main eingestellt. Von den anfangs drei Beschuldigten sitzt damit niemand mehr auf der Anklagebank. Dafür rückt der Deutsche Fussball-Bund (DFB) in den Fokus.

Der frühere DFB-Präsident Zwanziger (79) wurde gegen eine Geldbusse in Höhe von 10'000 Euro aus dem Prozess entlassen. Schon in der vergangenen Woche wurde das Verfahren gegen den früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt (83) eingestellt. Schmidt musste 65'000 Euro zahlen. Bereits im vergangenen Jahr kam der ehemalige DFB-Boss Wolfgang Niersbach (74) mit einer Strafe von 25'000 Euro davon.

«Heute ist es rum. Ich möchte auch Rechtsfrieden», sagte Zwanziger. «Wir haben immer versucht, mit unseren Möglichkeiten Licht ins Dunkel zu bringen. Theo Zwanziger ist kein korrupter Mensch, der andere täuscht.» Oberstaatsanwalt Jesco Kümmel bewertete die Einstellung des Verfahrens als «sachgerecht».

Als Folge steht nun der DFB im Mittelpunkt. Der Verband als «juristische Person» wird vom bisherigen «Nebenbeteiligten» zum Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft hat den entsprechenden Antrag für ein Bussgeldverfahren gestellt, um so ein Urteil gegen den DFB zu erwirken. Die Ankläger werfen dem Verband rund 2,7 Millionen Euro Steuerhinterziehung vor.

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