Das Rennen
Es ist ein Rennen voller Wendungen, das sich die Formel-1-Piloten in Silverstone liefern – und das schliesslich gar hinter dem Safety Car endet. Da überquert Charles Leclerc die Ziellinie als Erster und gewinnt damit erstmals seit Oktober 2024 einen Grand Prix.
Dabei legen er und Teamkollege Hamilton einen Blitzstart hin: Schon in der ersten Kurve liegen die Ferrari in Führung. Pole-Setter Antonelli ist gegen den Angriff seiner ersten Verfolger chancenlos.
Die Sache hat aus Ferrari-Sicht aber einen Haken: Silverstone-Rekordsieger Hamilton ist zu früh losgefahren und erhält deshalb eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt – um die Doppelführung ist es virtuell schon wieder geschehen. Und bald auch auf der Rennstrecke selbst: Nach zwölf Runden zündet Antonelli den Turbo und zieht am Briten vorbei.
Deutlich schwieriger gestaltet sich dieses Unterfangen bei Leclerc, der bis zu seinem Boxenstopp in Führung bleibt. Antonelli wartet dagegen mit dem Reifenwechsel lange zu und nimmt das Finale dann als Zweiter in Angriff.
Allerdings auf neuen Reifen, weshalb sich eine spannende Schlussphase abzeichnet – bis Antonelli Probleme mit seinem Auto bekommt und seinen Frontflügel wechseln muss. Der WM-Leader fällt so weit zurück, wodurch Leclerc der Sieg nicht mehr zu nehmen ist.
Packend bleibt dagegen der Kampf um das Podest, wo Hamilton als Zweiter auf die letzten Runden geht. Dieser Platz scheint in trockenen Tüchern zu sein, als Verstappen vier Runden vor Schluss von der Strecke abkommt und eine Safety-Car-Phase auslöst. Hamilton wechselt daraufhin auf die weichen Reifen und fällt hinter George Russell, dessen Reifen zeitweise Luft verloren hat, zurück.
Die Ferarri-Taktik geht nicht auf: Das Rennen wird nicht mehr eröffnet, womit Hamilton keine Chance zum Überholen mehr erhält. Grund zum Feiern hat Ferrari mit den Rängen eins und drei trotzdem.
Audi
8. Gabriel Bortoleto
Nico Hülkenberg DNF
Gabriel Bortoleto startet als Elfter nur knapp hinter den Punkterängen und stösst aufgrund von Oscar Piastris Problemen zu Rennbeginn schnell in die Top Ten vor. Seine Platzierung dort gerät anschliessend kaum in Gefahr. In der Schlussphase macht er dank der Probleme von Antonelli und Verstappen zwei Ränge gut und wird am Ende gar noch Achter.
Weil Pierre Gasly im Qualifying Konkurrent Lance Stroll behindert und um drei Positionen zurückversetzt wird, rutscht Nico Hülkenberg auf Startplatz 12 nach vorne. Ausnutzen kann er dies aber nicht: Kurz nach der Start fällt er beinahe ans Ende des Klassements zurück. Die anschliessende Aufholjagd bringt den Silverstone-Podestfahrer nur noch auf Rang 13 nach vorne, ehe er nach 40 Runden sein Auto abstellen muss.
Stand Fahrer-WM
Die Stimmen
Sieger Charles Leclerc: «Es fühlt sich unglaublich an. Das Ende mit dem Safety Car war natürlich nicht so, wie ich es mir erträumt habe. Aber nach den schwierigen letzten Wochen zu gewinnen, macht mich so unglaublich glücklich. Jetzt hoffe ich, dass ich dieses Momentum mitnehmen kann.»
George Russell: «Es war ein grossartiges Rennen. Ich hatte am Ende auch Glück mit dem Safety Car. Ich bin froh, den zweiten Platz ins Ziel gebracht zu haben. Ferrari war sehr schnell – der Kampf geht weiter.»
Lewis Hamilton: «Ich hatte einfach nicht die gleiche Pace wie Charles heute, dann kam auch noch die Zeitstrafe hinzu. Schade auch, dass ich am Ende nochmals die Reifen gewechselt habe.. Aber ich habe alles gegeben und bin sehr dankbar, hier zu stehen. Für das Team ist es ein fantastischer Tag.»
Das gab zu reden
Schock für WM-Leader Antonelli in Runde 42: Der Italiener funkt an die Box, dass bei ihm am Fahrzeug etwas zerbrochen ist. Sofort wird er an die Box geholt und erhält dort einen neuen Frontflügel. Das Problem löst das aber nicht. Sein Team will Antonelli rausnehmen, doch der 19-Jährige hat andere Pläne: Er fährt weiter, verbleibt in den Top Ten – und fällt wegen einer Zeitstrafe doch noch aus den Punkten. Damit kann Teamkollege Russell in der WM-Wertung 18 Punkte gutmachen.
So gehts weiter
Die Formel 1 kehrt nun wieder auf das europäische Festland zurück: In zwei Wochen steht auf dem Kurs von Spa-Franorchamps der GP Belgien auf dem Programm. Das Qualifying findet dann am Samstag um 16 Uhr statt, das Rennen folgt am Sonntag um 15 Uhr.


