Darum gehts
- Über 20 Millionen Euro Grossspenden seit November an verschiedene Parteien
- CDU führt mit 6,4 Millionen Euro, AfD erhielt Millionenspende aus dem Ausland
- Viele Einzelspenden für CDU und FDP, SPD und Grüne abgeschlagen
In weniger als zwei Wochen wählen die Deutschen den Bundestag, ihr Parlament, neu. Und auch in Deutschland gilt: Geld regiert die Welt. Seit dem Bruch der Ampel-Koalition im November haben vermögende Personen und Unternehmen Grossspenden in Höhe von weit über 20 Millionen Euro an die verschiedenen Parteien verschenkt.
Dazu muss man wissen: In Deutschland müssen Parteispenden über 35'000 Euro (rund 33'000 Franken) gemeldet werden. Diese Spenden werden mit Namen auf der Webseite des Deutschen Bundestags publiziert. Blick zeigt, welche Parteien seit dem 7. November 2024 wie viel erhalten haben. Und stellt einige wichtige Spender vor.
Über 60 Spender für die CDU
Die Zahlen machen klar: Viele reiche Spender und deutsche Firmen wünschen sich einen Politikwechsel. So erhielt die Oppositionspartei CDU mit Abstand am meisten Spenden: Fast 6,4 Millionen Euro von insgesamt 61 Grossspendern sind bis jetzt bei der konservativen Volkspartei zusammengekommen.
Die CDU mit Spitzenkandidat Friedrich Merz (69) führt in den Umfragen deutlich. Die Spenden kommen also der Partei zugute, die möglicherweise bald den Bundeskanzler stellen wird.
Doch interessanterweise erhielt die FDP, die laut Umfragen sogar unter 5 Prozent bleiben und den Einzug in den Bundestag verpassen könnte, am drittmeisten Grossspenden: 43 Personen oder Firmen gaben über 35'000 Euro. Für die Freien Demokraten kamen so 4,81 Millionen Euro zusammen.
Drei Grossspender für die AfD
Noch etwas mehr Geld als die FDP erhielt die Rechtspartei AfD mit 4,85 Millionen Euro. Doch die Millionen kommen von nur drei vermögenden Einzelpersonen. Über 2,3 Millionen spendete alleine Gerhard Dingler, ehemaliger Spitzenpolitiker der österreichischen Rechtsaussenpartei FPÖ, in Form einer Plakatkampagne für die Partei im Nachbarland. Dass die Grossspende aus dem Ausland kam, sorgte in Deutschland für grosses Aufsehen.
Weitere 1,5 Millionen Euro spendete der Arzt und Unternehmer Winfried Stöcker (78) an die AfD. Bekannt wurde Stöcker während der Pandemie, als er einen eigenen, nicht-zugelassenen Covid-Impfstoff verimpfte. Er wurde dafür mit einer Busse von 250'000 Euro belegt.
SPD und Grüne abgeschlagen
Bereits abgeschlagen folgt die SPD von Bundeskanzler Olaf Scholz (66) mit 2,6 Millionen Euro von elf Geldgebern. Und dies trotz einer Spende von 1,5 Millionen Euro der Kampagnenagentur Media Force. Diese schenkt der SPD eine «datengetriebene Kampagne» in den sozialen Medien, wie die Firma mitteilte.
Für die anderen Parteien fiel bisher wenig ab. Die Grünen kommen trotz 18 Einzelspenden nur auf 1,3 Millionen Euro. Das ist weniger, als die bayrische CDU-Schwesterpartei CSU erhalten hat. Und nur wenig mehr als die proeuropäische Kleinpartei Volt, die vom Erben Thadaeus Friedemann Otto (29) eine Million Euro erhielt.
Maschmeyer und Bitpanda verteilen ihr Geld
Nicht alle Geber beschränkten sich auf eine Partei. Der Investor und Unternehmer Carsten Maschmeyer (65), bekannt aus der deutschen TV-Version von «Die Höhle der Löwen», spendete 200'000 Euro an die FDP und an die CDU. 50'000 Euro gab er der CSU.
Noch breiter verteilte die Firma Bitpanda ihr Geld: CDU, SPD und FDP erhielten jeweils 500'000 Euro und die CSU 250'000 Euro. Der österreichische Handelsplatz für Kryptowährungen sichert sich damit Einfluss in fast jeder möglichen Koalition nach der Wahl.
Ähnlich macht es auch der Heiztechnikkonzern Viessmann: Zwar spendete die Firma am meisten der wirtschaftsfreundlichen CDU (255'000 Euro). Die FDP und die CSU erhielten ebenfalls einen grossen Scheck von 100'000 Euro. Doch auch den Grünen und der SPD gab Viessmann immerhin noch 50'000 Euro.