Trag es wie Beckham!
Wie klein darf die Badehose sein?

Knappe Speedo oder weite Badeshorts? David Beckham (51) mags eng, Patrick Schwarzenegger (32) machts stilvoll vor. Kaum ein Kleidungsstück polarisiert Männer so sehr wie das kleine Stück Stoff zwischen Stil, Hygiene und Schamgefühl.
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Äfft seinen berühmten Vater nach: Cruz Beckham in Speedos auf der Yacht.
Foto: Instagram/ @cruzbeckham

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • David Beckham inspiriert mit Speedo-Look zum modischen Comeback der knappen Badehosen
  • Kurze Retro-Badeshorts sind beliebt, Patrick Schwarzenegger trägt sie
  • Ein Knigge für den smarten Look beim sommerlichen Badi-Auftritt
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Katja RichardRedaktorin Gesellschaft

Wer eine Speedo trägt, braucht ganz schön Mut, einen guten Body – und eine noch bessere Portion Humor. So wie David Beckham (51). Mit seinem provokanten Look hat er seinen Sohn Cruz Beckham (21) inspiriert: Der junge Beckham parodiert seinen berühmten Vater gerne breitbeinig auf der Yacht. Aber nicht nur ihn: Der knappe Badeslip erlebt gerade ein modisches Comeback.

Die liebste Badehose von David Beckham: Die weisse Speedo trug er schon vor 20 Jahren.
Foto: DUKAS

Allerdings ist der Grat zwischen sexy und peinlich ziemlich schmal. Denn der knappe Stoff überlässt wenig der Fantasie – und nicht jeder Mann ist gewillt, so offen zu zeigen, was er in der Hose hat, insbesondere, wenn er gerade aus dem kalten Wasser steigt. Nicht umsonst trägt der Slip den Spitznamen «Banana Hammock» – die Hängematte für die Banane. Ursprünglich wurde die schmale Schwimmerhose in den 1960er-Jahren mit den australischen Olympia-Schwimmern populär. Lange war sie auch hierzulande die ganz normale Männeruniform fürs Hallenbad, die Badi oder die Ferien am Mittelmeer.

Viel Stoff und Scham

Schlechtes Vorbild: Bei Justin Bieber lugt die Unterhose unter den Badeshorts hervor.
Foto: DUKAS

In den 1990er-Jahren wurden die Badehosen der Jungs aber immer länger und weiter. Bereits damals entstand aus modischen Gründen die Unsitte, darunter Unterhosen zu tragen und den Elastikbund mit Markenlogo hervorlugen zu lassen. Bei manchem Pubertierenden ist der viele Stoff auch mit Scham verbunden: Bloss nichts soll zu sehen sein oder gar rausrutschen. Der Schlabberlook ist allerdings nicht überall gerne gesehen und führt in Badeanstalten immer wieder zu Konflikten.

Er machte die Badehose berühmt: Schwimmer Johnny Weissmüller als Tarzan.
Foto: IMAGO/Capital Pictures

Modischen Strömungen und Prüderie unterliegt die Männerbadehose allerdings schon, seit sie in den 1930er-Jahren populär wurde. Einer der ersten Posterboys dafür war der fünffache Olympiasieger Johnny Weissmüller (1904–1984), der auf der Leinwand als Tarzan weltberühmt wurde – Hauptsache, der Oberkörper war nackt. Die Schamgrenze lag damals noch beim Bauchnabel, dieser wurde züchtig bedeckt. Aber schon zu der Zeit war klar: Auch der männliche Körper ist Blicken ausgesetzt – kritischen ebenso wie bewundernden.

Unverkrampfte Männlichkeit

Besonders unverkrampft wurde männliche Körperlichkeit in den 1970er-Jahren zelebriert, sei es durch Bodybuilder Arnold Schwarzenegger (78) oder Rekordschwimmer Mark Spitz (76). Seine sieben Goldmedaillen präsentierte der Amerikaner 1972 in knappen Stars-’n’-Stripes-Badehosen wie keiner vor ihm: Der Athletenkörper war braun gebrannt, die Zähne blitzten weiss unter seinem ikonischen Schnauzer hervor. Was man heute als Porno-Look bezeichnen würde, machte ihn damals zum Sexsymbol – und zum ersten Werbestar unter den Spitzensportlern. Nach dem Terroranschlag von 1972 an den Olympischen Spielen von München beendete Spitz seine Karriere und kassierte dank seiner geschickten Vermarktung Millionen als sportlicher Sonnyboy.

Sexsymbol der 1970er-Jahre: Mark Spitz mit seinen sieben Goldmedaillen.
Foto: PD

Heute ist der muskelgestählte Körper wieder Kult. Kein Wunder, bekommen knapp sitzende Badehosen erneut Aufwind. Die eng anliegende Speedo bleibt für die meisten Männer aber weiterhin die Wahl fürs sportliche Schwimmen. Modisch liegen derzeit kurze Badeshorts vorn – allerdings nicht schlabbrig.

Den wohl besten Geschmack beweist Patrick Schwarzenegger (32): Seit der Sohn von Arnold Schwarzenegger in der Kultserie «The White Lotus» geschniegelt am Pool entlang stolziert, ist klar, wie Mann heute stilvoll und sexy aussieht. Er trägt die «Ballers» der britischen Luxusmarke Ché Studios: kurze Retro-Badeshorts. Dafür muss man allerdings etwas tiefer in die kleine Badehosentasche greifen: Rund 150 Franken kosten die begehrten Swimwear-Pieces. Den Look gibts natürlich auch günstiger.

Ein Stil-Knigge für den passenden Look fürs sommerliche Badevergnügen mit Kole Duhanaj, Mitinhaber der Modeboutique Maison Julie.

Badehosen-Knigge mit Kole Duhanaj, Mitinhaber der Modeboutique Maison Julie.
Foto: zVg


1. Die Speedo: Mut zur Knappheit

Das Comeback der Speedo ist ein bewusstes Mode-Statement zwischen Retro-Charme und Bodypositivity. Wichtig dabei: Die Hose darf eng sitzen, aber nie einschneiden. Zu schmale Modelle wirken schnell unfreiwillig exhibitionistisch. Stilvoll sind dunkle Farben wie Marine oder Schwarz, mutigere Männer greifen zu Rot oder Retro-Designs mit hellem Bund.

Die Speedo-Badehose mit Bananen-Muster: Ein gewagter Look.
Foto: speedo.com

No-Go: Hautfarbene Modelle. Niemand möchte rätseln, ob jemand überhaupt eine Badehose trägt. Lustige Motive wie Bananen spart man sich lieber für die Beachparty auf.

2. Die Badeshorts: Stilsicher und doch knackig

Nicht zu lang, nicht zu weit, nicht zu pubertär: Die idealen Badeshorts enden mittig über dem Knie, dürfen je nach Typ aber auch etwas kürzer sein. Besonders beliebt sind derzeit Retro-Shorts mit körperbetontem Schnitt. Das zeigt nicht so viel wie eine Speedo, wirkt aber doch knackig. Die Hose darf locker sitzen, sollte aber nie sackartig wirken. Damit macht Mann am See, im Hotelpool oder im Beachclub wenig falsch – und in Kombination mit einem offenen Hemd ist man damit schon angezogen.

Die klassische Badeshorts endet mittig über dem Knie und sitzt locker.


No-Go: XXL-Boardshorts bis zum Knie oder gar bis zur Wade. Sie erinnern mehr an einen Skatepark als an Stilgefühl.

3. Unterhosen: Bitte nicht!

Einer der grössten Streitpunkte jeder Badi-Saison: sichtbare Unterhosen unter den Badeshorts. Bei Jugendlichen mag das cool sein – hygienisch und stilistisch betrachtet, sind sie fragwürdig. Besonders Baumwollunterwäsche hat im Pool nichts verloren. Viele Bäder verbieten Stoffe, die keine Badekleidung sind. Auch in Seebadis sind sie nicht gerne gesehen. Die Modebranche hat darauf reagiert: Marken wie Calvin Klein, Boss oder Tommy Hilfiger verkaufen inzwischen Badeshorts mit Doppelbund und integriertem Logo-Look. So entsteht der «Unterhosen-Effekt» ganz ohne echte Unterhose.

Badeshorts mit Doppelbund: Die Alternative zu Unterhosen darunter.
Foto: Tommy Hilfiger

No-Go: Baumwolle! Wenn etwas unter der Badehose hervorblitzt, sollte es auch fürs Wasser gemacht sein.

4. Passend zur Situation

Fürs Schwimmen sind enge, funktionale Modelle völlig okay. In der Familienbadi funktionieren klassische Shorts fast immer. Im Beachclub in Saint-Tropez darf es modischer und knapper werden, während im Thermalbad eher gepflegte Zurückhaltung gefragt ist.

No-Go: Mit der knappen Speedo noch schnell aufs Velo, zum Kiosk oder ins Restaurant? Lieber nicht. Was am Beckenrand sportlich wirkt, sieht ausserhalb der Badi schnell nach zu viel Information aus. Umgekehrt sind riesige Boardshorts fürs Schwimmen schlicht unpraktisch. Sie saugen sich voll Wasser, kleben schwer an den Beinen und erinnern nach dem Bad schnell an einen nassen Hund: Man hofft, dass er sich nicht gleich schüttelt.

Ob schlabbrig oder eng: Hauptsache, Mann fühlt sich wohl in der Badehose.
Foto: Getty Images

5. Die wichtigste Regel: Haltung

Ob Speedo oder Shorts – entscheidend ist nicht die Figur, sondern wie selbstverständlich jemand sie trägt. Wer ständig an der Hose zupft, den Bauch einzieht oder demonstrativ posiert, wirkt unsicher. Nicht die Stoffmenge macht den Stil, sondern der entspannte Auftritt.

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