Darum gehts
- Mehr Haut, mehr Aufmerksamkeit: 2025 dominieren Nacktkleider den roten Teppich.
- Zwischen Power und Provokation: Transparente Kleider als Selbstermächtigung.
- Statussymbol Körper: Das Zeitalter von Selbstoptimierung, Longevity und Abnehmspritze.
Sie ist nicht nackt – und doch zeigt sie fast alles: Sydney Sweeney (27) sorgte 2025 mit einem glänzenden Meshkleid für einen Wow-Moment auf dem roten Teppich. Das silbern schimmernde, transparente Material legt sich eng um ihre Taille und lässt ihren Busen durchscheinen. Kein BH, keine Verhüllung – nur ein Hauch Stoff, der mehr preisgibt, als verbirgt.
Der Auftritt sorgte für rote Köpfe, Sweeney selbst blieb gelassen. «Ich fühle mich einfach gut. Frauen dürfen alles zeigen, was sie stark macht», kommentierte sie. Bemerkenswert: Sie trug die transparente Robe ausgerechnet am «Power of Women»-Event des Magazins «Variety». Ein Auftritt, bei dem sie im Blitzlichtgewitter des Glamours in bester Gesellschaft war. Ob Demi Moore (62), Bella Hadid (29) oder sogar die schwangere Sienna Miller (43) – sie alle zeigten sich zuletzt im sogenannten «Naked Dress».
Spass am sexy Kleid
Hautnah erleben konnte man den Look, als Dakota Johnson (35) beim Zurich Film Festival erschien. Die Schauspielerin trug eine transparente Spitzenrobe von Gucci, die ihren Körper wie ein feines Netz umhüllte. Nicht zum ersten Mal, sie mag den Style. In einem Interview mit der «Vogue» sagte sie: «Es macht Spass, ein sexy Kleid zu tragen.» Voraussetzung sei die Liebe zum eigenen Körper – etwas, was ihr ihre Mutter Melanie Griffith (67) von klein auf vermittelt habe. «Sie hat uns beigebracht, unseren Körper zu achten und dass er schön ist.»
Geht es also um emanzipiertes Self-Empowerment, bei dem berühmte Frauen ihre Körperlichkeit als Role Models feiern? Bei Dakota Johnson wirkt das glaubwürdig. Und wenn sich sogar Ella Emhoff (25) – Stieftochter der ehemaligen US-Vizepräsidentin Kamala Harris (60) und Ikone eines progressiven Modefeminismus – in einem transparenten Spitzenkleid zeigt, ist das ein Statement. Gleichzeitig bleibt das Nacktkleid eine Bühne für perfekte Inszenierung: etwa bei Margot Robbie (34), die ihren Körper in einer freizügigen Glitzerrobe von Armani fast wie ein Präsent zur Schau stellt.
Die Wirkung nackter Haut
Stars haben schon immer auf die Wirkung nackter Haut gesetzt. Aufmerksamkeit ist die wichtigste Währung im Showbusiness – das Spiel mit den Reizen funktioniert noch immer, denn neu ist es nicht. Als Urmoment des «Naked Dress» gilt der Auftritt von Marilyn Monroe, die 1962 für US-Präsident John F. Kennedy «Happy Birthday» sang – in einem hautfarbenen, mit Kristallen bestickten Kleid, so eng, dass man sie hineinnähte. Mit Self-Empowerment hatte das wenig zu tun: Monroe war Objekt der Begierde, gefangen im «männlichen Blick». Kurz darauf starb sie an einer Überdosis Tabletten – und die Sexbombe wurde endgültig zur Ikone.
Seitdem hat das Nacktkleid seinen Siegeszug angetreten und seine Bedeutung immer wieder verändert. Bei Cher (78) wurde es in den 1970er-Jahren zum Akt politischer Provokation. Ihre legendären Looks entwarf Bob Mackie, einer der prägenden Designer für Showkostüme. Er inszenierte Nacktheit erstmals als bewusstes Statement – nicht als blossen Blickfang. Und auch in der Haute Couture schaffte es Transparenz auf den Laufsteg: Yves Saint Laurent (1936–2008) bewies zu dieser Zeit, wie elegant und zugleich sexy durchschimmernde Stoffe sein können. In den 1990ern trugen Supermodels wie Kate Moss (51) transparente Slip Dresses – mit gleichgültiger Coolness. Spätestens in den 2000ern wurde das Nacktkleid auf dem roten Teppich zur viralen Währung: maximale Durchsichtbarkeit versprach maximale Aufmerksamkeit.
Prinzessin in einem Hauch von Nichts
Und wer glaubt, dass sich nur Supermodels und Filmstars an den heissen Hauch von Nichts wagen, täuscht sich. Auch eine echte Prinzessin tat es – allerdings bevor sie ein Diadem trug. Kate Middleton lief als 20-jährige Studentin bei einer Modenschau ihrer Universität St. Andrews in einem transparenten Schlauchkleid über den Laufsteg, darunter schien schwarze Unterwäsche hervor. Die Legende sagt, sie habe Prinz William damit verführt. Überliefert ist: Der damals 19-Jährige sass im Publikum – und ein «Wow» soll ihm über die Lippen gekommen sein. Der Rest ist Geschichte.
Heute gilt die Prinzessin von Wales als eines der grössten Stilvorbilder der Welt. Transparente Spitze trägt sie noch immer – aber streng dosiert, sodass höchstens ein Hauch Haut sichtbar wird. Das zeigt: Der Look ist immer auch eine Frage des Settings. Und jede Frau entscheidet selbst, wie viel sie zeigen möchte. Showstar Michelle Hunziker (49) etwa kombiniert das Nacktkleid mit einem deckenden BH, andere treiben die Provokation bis zur Pospalte.
Wenig Kleid an teuren Körpern
Warum ausgerechnet 2025 das Nacktkleid zum Hype wurde? Weil es längst nicht mehr um teure Kleider an Körpern geht, sondern um teure Körper in wenig Kleid. Wir leben im Zeitalter von Selbstoptimierung, Longevity und Abnehmspritze. Wer im Rampenlicht steht, investiert Zeit und Geld in den perfekten Body – und will ihn auch zeigen.
Das Spiel mit Nacktheit wird deshalb auch 2026 weitergehen, aber in neuer Form. Wie das aussieht, macht Zoé Kravitz (37) vor – im Lingerie-Look aus Seide, Spitze und Satin. Dabei muss man nicht so viel herzeigen wie die Schauspielerin oder in Unterwäsche rumlaufen. Bei Transparenz gilt: Die Dosis macht den Reiz. Ein Spitzen-BH unter einem durchscheinenden Shirt reicht oft schon. Weniger ist oft mehr – manchmal aber eben genau umgekehrt.