Pro und Kontra zur Jogginghose
Kontrollverlust oder Zeichen für Freiheit?

Jogginghosen als Symbol für Freiheit und Mut? Oder doch eher ein Zeichen für Kontrollverlust? Die Blick-People-Redaktion ist am Tag der Jogginghose geteilter Meinung.
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Karl Lagerfeld hasste die Trainerhose.
Foto: Getty Images

Darum gehts

  • Karl Lagerfeld kritisierte Jogginghosen als Zeichen von Kontrollverlust im Leben
  • Trainerhose wird als bequem und vielseitig kombinierbar verteidigt
  • Mode-Debatte bleibt aktuell zum Tag der Jogginghose
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Kontra: Karl Lagerfeld hatte recht

«Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren» soll der 2019 verstorbene Modezar Karl Lagerfeld einst gesagt haben. Immer, wenn ich im Tram oder im Restaurant jemanden im Trainer sitzen sehe, denke ich daran. Denn der Mann hatte einfach recht!

Ja, Trainerhosen sind sau bequem, deshalb trage ich sie auch gerne, wenn ich nach einem langen Tag nach Hause komme. Aber warum in aller Welt will man damit an ein Date? Oder ins Büro? Warum gibt man freiwillig zu, dass Bequemlichkeit die treibende Kraft im Leben zu sein scheint? Oder anders gefragt: Was will man damit eigentlich genau demonstrieren? Fleece gleich Freiheit? Das ich nicht lache.

Sind wir ehrlich: Trainerhosen wirken meist einfach schludrig. Und hat man sich mehr als einmal hingesetzt, hängen sie hintenrum gerne auch mal durch. Kleider machen Leute, heisst es. Für mich brauchts noch etwas mehr als Kleider, um einen Menschen zu dem zu machen, was er ist. Oder eben eine Trainerhose weniger. Barbara Lanz

Pro: Kontrollfreaks tragen keine Jogginghose

Ja klar, Lagerfelds Zitat von wegen Jogginghose gleich Kontrollverlust, tönt gut und beeindruckend. Vor allem der Zusammenhang zwischen einem Stück Stoff und einem Leben, das aus den Fugen gerät, ist überraschend. Das ist es dann aber auch. Mehr nicht. Der Modezar in Ehren, aber echt jetzt?

Ich stehe auf Jogginghosen und das zu jedem nur erdenklichen Moment. Ausser, der Anlass oder vorgegebenen Dresscode gibt etwas anderes vor. Logisch, gehe ich nicht in Schlabberhose an eine Abdankung oder Hochzeit. Das tue ich aber auch im Designer-Bikini nicht. Abgesehen davon, dass das Kleidungsstück mit Gummizug ultrabequem ist, lässt es alles mit sich kombinieren: Chanel-Jacke, Tiffany-Ohrringe und Kaschmirpulli.

Es ist Streetstyle und ein Statement für Freiheit und Selbstbestimmung. Das zu tragen, was man will. Ich behaupte, Kontrollfreaks tragen öffentlich und sportunabhängig keine, auch wenn sie gerne würden. Weil wir, die das tun, kommentiert und mit sich gehen lassen in Verbindung gebracht werden. Auch mit Mut. Kleider machen Leute. Das tun Jogginghosen auch. Flavia Schlitter

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