Darum gehts
- Superreiche investieren vermehrt in exklusive Reisen statt in klassische Luxusgüter wie Uhren
- Eine private Villa im Resort .Here auf den Malediven kostet über 11'000 Franken pro Nacht
- Die Ausgaben für Luxusreisen könnten laut McKinsey bis 2028 auf fast 400 Milliarden Euro steigen
Das Rosa am Himmel, der puderweisse Strand, die Palmen im Wind: Der Sonnenuntergang auf den Malediven ist überall gleich schön. Egal, ob man in einem Luxusresort logiert oder in einer günstigeren Pauschalunterkunft. Das Naturschauspiel kostet nichts extra. Den Unterschied macht das Drumherum. Wie nah ist der Feriennachbar? Hört man, wie er seine Piña colada schlürft?
Auf meinem hängenden Beach-Bett höre ich nur das Rauschen des Meeres. Es schaukelt sanft über dem Wasser, fast als würde ich auf den Wellen treiben. Tagsüber lassen sich von hier aus Meeresschildkröten beobachten, nachts die Sterne. Der Butler hat das Bett frisch beziehen lassen. Eine Nacht unter freiem Himmel, ohne auf Komfort verzichten zu müssen: Für mich ist das der absolute Luxus.
Willkommen auf Somewhere, einem neuen Ferienparadies für Superreiche. Die Insel gehört zum Luxusresort .Here der deutschen Seaside Collection im Baa-Atoll der Malediven. Meine Villa erstreckt sich über zwei Etagen und 1300 Quadratmeter Wohn- und Aussenfläche – mehr als zehnmal so viel Platz wie meine Wohnung zu Hause. Eine Nacht kostet rund 11'600 Franken. Dafür bekommt man vor allem eines: Raum, Ruhe und Privatsphäre.
Erleben statt besitzen
Genau darum geht es beim neuen Luxus: nicht mehr nur um das, was man besitzt, sondern um das, was man erlebt. Laut einer Analyse der Unternehmensberatung Bain & Company wächst das Interesse an exklusiven Erlebnissen eineinhalbmal so stark wie jenes an klassischen Luxusgütern. Und der Boom dürfte weitergehen: Die weltweiten Ausgaben für Luxushotellerie könnten laut McKinsey bis 2028 auf fast 400 Milliarden US-Dollar steigen – ein Plus von 64 Prozent gegenüber 2023.
Wer richtig vermögend ist, braucht nicht unbedingt noch eine Handtasche von Louis Vuitton. Die Logos von Gucci, Dior und Co. sind längst überall zu sehen. Eine Designerhandtasche kann man sich zusammensparen. Eine Privatinsel mit persönlichem Koch schon weniger.
Während die Mittelschicht beim Luxuskonsum zurückhaltender wird, suchen Superreiche nach neuen Formen der Exklusivität. Ihre Kaufkraft ist enorm: Nur einer von Tausend steht für mehr als ein Drittel des weltweiten Luxusmarkts.
Die Konzerne folgen dem Geld: mit Sternehotels, exklusiven Zugreisen und privaten Yachten. Selbst Strandclubs werden zu begehbaren Markenwelten. Was früher eine Feriengarderobe war, ist heute ein ganzes Ferienerlebnis.
Modehäuser verkaufen längst nicht mehr nur Handtaschen, Uhren und Kleider. Sie locken ihre Kundschaft auch mit exklusiven Reisen, Hotels und Strandclubs. Wie aus Luxusmarken ganze Ferienwelten werden.
Der französische Luxuskonzern LVMH, zu dem Louis Vuitton und Dior gehören, kaufte 2019 die Hotel- und Reisegruppe Belmond. Sie betreibt den legendären Venice Simplon-Orient-Express und den Britannic Explorer, der seit 2025 durch Grossbritannien fährt. Eine Reise von London nach Cornwall mit drei Übernachtungen kostet ab 7700 Franken pro Person. Barfussluxus ist hier nicht angesagt: Zum Dinner tragen die Herren Jackett, am letzten Abend darf es besonders elegant sein.
Bei Armani kann man nicht nur Anzüge kaufen, sondern auch in Hotels in Mailand und Dubai übernachten. Die Familie hinter Ferragamo betreibt unter anderem das Portrait Milano. Bulgari empfängt Gäste in Luxushotels von Paris bis Tokio und plant für 2027 ein Resort auf den Malediven mit 54 Villen.
Auch am Strand ist die Modewelt angekommen. Dior stattet exklusive Poolbereiche mit Liegen und Sonnenschirmen aus, Gucci verwandelt Strandclubs in farbenfrohe Markenwelten. Dolce & Gabbana schmückte im Sommer 2026 die Poollandschaft des Hotels Cala di Volpe auf Sardinien mit seinen Mustern.
Seit Mai 2026 fährt die 220 Meter lange Segelyacht Orient Express Corinthian über die Weltmeere. Sie bietet nur 54 Suiten, fünf Restaurants und acht Bars. An Bord gibt es auch ein Spa der Parfum- und Kosmetikmarke Guerlain. Hinter dem Projekt steht die Hotelgruppe Accor, die bei Orient Express mit LVMH zusammenarbeitet.
Modehäuser verkaufen längst nicht mehr nur Handtaschen, Uhren und Kleider. Sie locken ihre Kundschaft auch mit exklusiven Reisen, Hotels und Strandclubs. Wie aus Luxusmarken ganze Ferienwelten werden.
Der französische Luxuskonzern LVMH, zu dem Louis Vuitton und Dior gehören, kaufte 2019 die Hotel- und Reisegruppe Belmond. Sie betreibt den legendären Venice Simplon-Orient-Express und den Britannic Explorer, der seit 2025 durch Grossbritannien fährt. Eine Reise von London nach Cornwall mit drei Übernachtungen kostet ab 7700 Franken pro Person. Barfussluxus ist hier nicht angesagt: Zum Dinner tragen die Herren Jackett, am letzten Abend darf es besonders elegant sein.
Bei Armani kann man nicht nur Anzüge kaufen, sondern auch in Hotels in Mailand und Dubai übernachten. Die Familie hinter Ferragamo betreibt unter anderem das Portrait Milano. Bulgari empfängt Gäste in Luxushotels von Paris bis Tokio und plant für 2027 ein Resort auf den Malediven mit 54 Villen.
Auch am Strand ist die Modewelt angekommen. Dior stattet exklusive Poolbereiche mit Liegen und Sonnenschirmen aus, Gucci verwandelt Strandclubs in farbenfrohe Markenwelten. Dolce & Gabbana schmückte im Sommer 2026 die Poollandschaft des Hotels Cala di Volpe auf Sardinien mit seinen Mustern.
Seit Mai 2026 fährt die 220 Meter lange Segelyacht Orient Express Corinthian über die Weltmeere. Sie bietet nur 54 Suiten, fünf Restaurants und acht Bars. An Bord gibt es auch ein Spa der Parfum- und Kosmetikmarke Guerlain. Hinter dem Projekt steht die Hotelgruppe Accor, die bei Orient Express mit LVMH zusammenarbeitet.
Eine Insel ganz für sich allein
Besonders auf den Malediven wird der Wettlauf um die exklusivsten Resorts immer raffinierter. Es geht um mehr als Villen auf Stelzen. Ein unberührter Strand und ein Infinitypool allein reichen längst nicht mehr. Im Resort .Here verteilen sich gerade einmal neun Villen auf zwei Inseln. Sieben liegen auf Somewhere, zwei weitere auf der Nachbarinsel Nowhere. Wer dort ganz unter sich bleiben will, kann die ganze Insel buchen – für über 37'000 Franken pro Nacht. Das ist die Liga von Königsfamilien und Fussballstars.
Ein weiteres Highlight meiner Villa ist der fast 50 Meter lange Infinitypool. Er verbindet die beiden grossen Schlafzimmer und erstreckt sich zwischen zwei ganz unterschiedlichen Strandseiten: Auf der einen liegt der Sandstrand am wilden, offenen Meer, auf der anderen führen Terrassen über das Wasser der ruhigen Lagune. Dazwischen bietet ein drittes Schlafzimmer Platz für Kinder. Die Farben des Pools verändern sich auf seiner ganzen Länge. Tausende Mosaiksteinchen bilden einen Verlauf von Violett über Blau bis Grün und greifen die Farben von Meer, Himmel und Palmen auf. Auch sonst stimmt jedes Detail: Die Liegen sind unglaublich bequem, die Frottiertücher so weich, dass ich am liebsten eines nach Hause schmuggeln möchte.
Koch für Königsfamilie
Wer genug von der Abgeschiedenheit hat, trifft im Restaurant Safar auf andere Gäste. Bei meinem Besuch ist das Resort noch nicht offiziell eröffnet, ich bin mit einer Gruppe von Journalisten vor Ort. Wem es zu ruhig wird, der fährt mit dem Boot ins Schwesterresort Finolhu. Mit 125 Villen, fünf Restaurants und mehreren Bars ist dort mehr los. Gäste von .Here können die Einrichtungen von Finolhu nutzen, umgekehrt gilt das nicht.
Auch beim Essen zählt der persönliche Geschmack. Küchenchef Georgios Vasilopoulos hat für die jordanische Königsfamilie gekocht, später für wohlhabende Familien in London und im Tessin. Doch wer glaubt, Superreiche verlangten ständig Kaviar und Gourmetmenüs, irrt. «Manchmal ist ein richtig guter Burger das Grösste», sagt er. Mit frischem Brioche-Brötchen, hochwertigem Fleisch und hausgemachter Sauce. «Die Kunst besteht darin, den Gast zu verstehen.»
Die grösste Herausforderung auf einer Malediven-Insel ist die Beschaffung der Zutaten. Fast alles muss von weit her angeliefert werden. Vasilopoulos hat sich ein internationales Netzwerk von Lieferanten aufgebaut. Für sein Zitronensorbet lässt er Früchte von der Amalfiküste kommen. «Mit den Blättern, sonst schmeckt es nicht wie in Italien!», betont er. Auch bei Erdbeeren macht er keine Kompromisse. Lieber sagt er einem Gast, dass gerade keine guten erhältlich sind, als mittelmässige Früchte aufzutischen.
Dass reiche und berühmte Menschen die Abgeschiedenheit suchen, kann er dank seiner Erfahrungen nachvollziehen. «Für viele ist Privatsphäre der grösste Luxus», sagt Vasilopoulos. Wer ständig im Rampenlicht steht, für den sind solche Erlebnisse kostbar.
Die Reportage wurde unterstützt von Seaside Collection.