Travel Guide
Alles, was du für eine Reise auf die Malediven wissen musst

Türkisfarbene Lagunen, puderweisse Sandbänke und einige der schönsten Resorts des Planeten: Die Malediven sind das Paradies auf Erden – oder zumindest der Ort für sehr schöne Ferien. Alles Wissenswerte für eine Reise ins Herz des Indischen Ozeans.
Kommentieren
1/7
Pudriger Sand, türkises Meer und windschiefe Palmen: Die Malediven sind das Sinnbild für Tropenferien.
Foto: eyetronic - stock.adobe.com
IMG_0196.jpg
Christian BauerReise-Journalist

Anreise: Wie komme ich auf die Malediven?

Internationales Eingangstor ist der Velana International Airport (MLE) bei der Hauptinsel Malé. Edelweiss fliegt ausser im Juni, Juli und August mehrmals wöchentlich von Zürich auf die Malediven. Alternativ gibt es Verbindungen mit einmaligem Umsteigen, beispielsweise über Doha, Dubai oder Istanbul.

Tipp: Wer seine Reise individuell und nicht über einen Veranstalter bucht, sollte die Weiterreise zur gebuchten Insel unbedingt bereits vor dem Abflug organisieren. Das Archipel erstreckt sich über mehrere hundert Kilometer. Ein Grossteil der Resorts wird mit kleinen Wasserflugzeugen mit wenigen Plätzen angeflogen. Andere erreicht man per Schnellboot oder Inlandsflug. In der Regel hilft auch das Resort bei der Anreise innerhalb der Malediven. Nachfragen.

Einreise: Welche Bestimmungen gelten?

Schweizer und EU-Staatsangehörige erhalten bei der Ankunft ein kostenloses Visum für bis zu 30 Tage. Der Pass muss noch einen Monat über die Reisedauer hinaus gültig sein. Zudem empfiehlt es sich, die Resortbuchung und das Rückflugticket ausgedruckt bei sich zu führen – in seltenen Fällen werden diese verlangt.

Wichtig: Innerhalb von 96 Stunden vor der Ankunft muss die kostenlose Traveller Declaration über das offizielle IMUGA-Portal der maledivischen Behörden ausgefüllt werden (imuga.immigration.gov.mv/Traveller).

Unterwegssein: Wie bewege ich mich vor Ort?

In der Regel bleiben Touristen nur auf einer Resortinsel und unternehmen von dort aus organisierte Tagestouren. Ist man von der Hauptinsel Malé erst einmal in seinem Hotel angekommen, muss man sich um keinen weiteren Transport kümmern. Zwischen den Inseln verkehren Fähren sowie Wasser- und Linienflugzeuge.

Kosten: Wie teuer sind die Malediven?

Die Malediven können überraschend günstig sein – solange man auf lokalen Inseln statt in privaten Resorts übernachtet.

  • Budget: etwa CHF 70–120 pro Tag mit einfachem Guesthouse, lokalem Essen und öffentlichen Booten.
  • Mittelklasse: etwa CHF 180–350 pro Tag für Boutiquehotel oder günstigeres Resort, gute Restaurants und Ausflüge.
  • Luxus: etwa CHF 500–1’500+ pro Tag. Nach oben gibt es praktisch keine Grenze.

Bei Schweizer Reiseveranstaltern werden einwöchige Maledivenferien inklusive Flug und Vollpension ab 2000 Franken angeboten – dies bezieht sich allerdings auf die Nebensaison in einer niedrigen Hotelkategorie. Für eine bessere Qualität und flexiblere Reisezeit sind ab 2500 Franken realistisch.

Stay connected: Wie surfe ich im Netz?

Jedes Resort bietet schnelles WLAN an. Eine lokale SIM-Karte ist nicht nötig. Auch wer auf lokalen Inseln übernachtet, kommt in der Regel mit dem WLAN der Unterkunft gut zurecht. Die lokalen Anbieter sind Dhiraagu und Ooredoo, die beide SIM- und eSIM-Pakete für Touristen anbieten. SIM-Karten können direkt am Flughafen erworben werden.

Stay safe: Sind die Malediven ein sicheres Reiseland?

Die Resortinseln sind sehr sicher. Auf den lokalen Inseln und in der Hauptstadt Malé kann es gelegentlich zu Demonstrationen kommen, bei denen es etwas ruppiger zu und hergeht. Auch sollte man wegen Kleinkriminalität und Diebstahl wachsam sein.

Wichtig: Die Malediven sind ein islamisches Land. Es gilt die Scharia. Alkohol ist auf Resortinseln erlaubt, darf jedoch nicht eingeführt oder auf bewohnten Inseln konsumiert werden. Drogenverstösse werden ausgesprochen streng bestraft. Auf lokalen Inseln ausserhalb ausgewiesener Bikini Beaches ist diskrete Kleidung angebracht.

Gesundheit: Darauf sollte man achten

Unangenehme oder gefährliche Tropenkrankheiten kommen in den Resorts nicht vor, dennoch empfiehlt sich ein Mückenschutz. Es wurden Fälle von Denguefieber gemeldet. Die Standardimpfungen sollten aktuell sein. Auch ist eine Impfung gegen Hepatitis A sinnvoll, die durch verunreinigtes Essen übertragen werden kann. Kein Leitungswasser trinken – Resorts und Guesthouses stellen Trinkwasser bereit.

Die grösste gesundheitliche Gefahr geht vom Meer aus – Unfälle beim Tauchen und Schnorcheln kommen regelmässig vor. Warnungen des Hotels bezüglich Strömungen, giftiger Quallen und sonstiger Meeresbewohner ernst nehmen.

Die Resorts bieten eine medizinische Grundversorgung, grössere Kliniken gibt es in Malé. Bei ernsthaften Erkrankungen sollte man, wenn möglich, in die Schweiz zurückreisen.

Für individuelle Impf- und Gesundheitsfragen bietet osir.ch eine erste Orientierung.

Sprache: Wie verständigt man sich?

Die Landessprache heisst Dhivehi. In Resorts, Guesthouses und im Tourismussektor wird sehr gut Englisch gesprochen.

Was ist die beste Reisezeit für die Malediven?

Die beliebteste Reisezeit reicht von November bis April während des trockeneren Nordostmonsuns, mit viel Sonne und Temperaturen um 30 Grad. Von Mai bis Oktober bringt der Südwestmonsun mehr Wind, Wolken und kräftige Regenschauer. Dauerregen ist bei einem Monsun allerdings eher selten, meist handelt es sich um kurze, kräftige Schauer. Während der Regenzeit sind die Resorts häufig deutlich günstiger und die Inseln ruhiger.

Welches sind die schönsten Atolle auf den Malediven?

Die Malediven bestehen aus 26 natürlichen Atollen – und obwohl das Postkartenmotiv fast überall ähnlich aussieht, unterscheiden sich die Regionen deutlich. Die Wahl entscheidet unter anderem darüber, ob man Walhaie sehen, besonders gut tauchen oder vor allem möglichst weit weg von allem sein möchte.

Baa-Atoll

Das Baa-Atoll liegt im nördlichen Teil der Malediven und ist wegen seiner biologischen Vielfalt UNESCO-Biosphärenreservat. Berühmt ist die Hanifaru Bay, wo im Sommer teilweise bis zu 200 Mantarochen gleichzeitig fressen.

South Ari Atoll

Das South Ari Atoll liegt im westlichen Teil der zentralen Malediven, rund 90 Kilometer südwestlich von Malé. Es ist eine der besten Regionen für die Sichtung von Walhaien, die hier das ganze Jahr vorkommen.

Vaavu-Atoll

Das Vaavu-Atoll liegt südlich von Malé und ist deutlich ruhiger als die Atolle rund um die Hauptstadt. Die tiefen Kanäle zwischen den Inseln eignen sich für Strömungstauchgänge.

Lhaviyani-Atoll

Das Lhaviyani-Atoll liegt rund 130 Kilometer nördlich von Malé. Türkisfarbene Lagunen, lange Sandbänke und gute Hausriffe machen die Region zu einem ausgezeichneten Allrounder. Zudem befinden sich hier mehrere hochwertige Resorts.

Noonu-Atoll

Das Noonu-Atoll liegt weit im Norden der Malediven. Die Region bietet einige spektakuläre Tauchspots und einige der luxuriösesten Resorts des Landes. Durch die grosse Entfernung geniesst man hier viel Ruhe.

Addu-Atoll

Das Addu-Atoll liegt am südlichsten Ende der Malediven und knapp südlich des Äquators. Mangroven, Feuchtgebiete und Relikte der ehemaligen britischen Militärbasis sorgen für etwas Abwechslung zum klassischen Resortalltag. Die Tauchspots sind ebenfalls exzellent. Addu besitzt zudem einige sehr luxuriöse Resorts.

Wie sieht ein typisches Maledivenresort aus?

Das Motto der Malediven lautet: Eine Insel, ein Resort – von Overtourism und Stress kann hier also keine Rede sein. Die Inseln sind teilweise nur wenige hundert Meter lang und breit. Statt eines grossen Hotelkomplexes verteilen sich frei stehende Villen locker entlang des Strandes oder auf Stelzen über der Lagune.

Typisch sind Beach Villas mit direktem Strandzugang und Water Villas über dem Meer, häufig mit Terrasse, Aussendusche oder privatem Pool. Dazu kommen meist mehrere Restaurants und Bars, ein Spa, ein Tauch- und Wassersportzentrum sowie oft ein Pool.

Viele Resorts verfügen zudem über ein eigenes Hausriff, das direkt vom Strand oder über einen Steg erreichbar ist. Nebst Wassersport, Schnorchel- und Tauchgängen gibt es kaum etwas zu tun – dafür kann man perfekt entspannen.

Wichtig: Da auf einer Resortinsel Restaurants, Ausflüge und Transfers ausschliesslich über das Hotel laufen, sollte man beim Buchen genau darauf achten, was im Preis enthalten ist, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Die schönsten Resorts der Malediven

Die Resortwahl ist auf den Malediven fast wichtiger als die Wahl des Atolls – schliesslich verbringt man die meiste Zeit auf einer einzigen Insel.

Gili Lankanfushi

Honeymooner aufgepasst: Das «Gili Lankanfushi» ist vielleicht eines der romantischsten Resorts der Malediven. In den hölzernen Overwater-Bungalows fühlt man sich wie Schiffbrüchige auf einer Insel.

Baros Maldives

«Baros» gehört zu den frühen Resorts auf den Malediven, eröffnet Anfang der 70er-Jahre. Nur rund 25 Minuten per Schnellboot vom Flughafen entfernt, ist die kleine, dicht bewachsene Insel besonders beliebt.

Soneva Jani

«Soneva Jani» ist Postkarten-Malediven-Idylle: gewaltige Wasservillen, private Pools, Wasserrutschen direkt ins Meer und aufschiebbare Dächer über den Schlafzimmern – was will man mehr? Die Preise sind freilich entsprechend.

Joali Maldives

«Joali» ist das Kunst-Resort der Malediven. Skulpturen und Art-Installationen verteilen sich über die gesamte Insel – eine besonders stilvolle Adresse für Honeymooner.

Kudadoo Maldives Private Island

Die winzige Privatinsel setzt auf weitreichendes All-inclusive, Butler-Service und maximale Privatsphäre – mehrere tausend Franken muss man pro Nacht einplanen.

Six Senses Laamu

«Six Senses Laamu» ist eines der schönsten Resorts der Malediven. Die hölzernen Bungalows wirken wie selbstgezimmerte Strandhütten – allerdings mit Fünfsterne-Plus-Luxus.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen