Darum gehts
- Schwester startet TikTok-Mission, um Bruder Oli eine Freundin zu finden
- Über 500'000 Views, internationale Bewerberinnen und humorvolle Kommentare gesammelt
- Oli ist 1,92 m gross, liebt Motorräder und Sonnenaufgänge laut Clips
Die Mission startete beim Grosi: Sie möchte für ihren Enkel Oli gerne eine Freundin und erzählt es seiner Schwester Michelle. Diese nimmt das Ganze wörtlich und startet kurzerhand einen Tiktok-Account, um die Liebes-Mission umzusetzen. In der Tiktok-Bio steht fett und klar der Auftrag der Grossmutter: «Finde deinem Bruder eine Freundin.» Dazu schreibt Michelle sarkastisch, Oli habe kein Social Media, keinen Schimmer von der ganzen Aktion und sie selbst sei auf einer Mission, «für die ich sterben könnte».
Oli selbst war auf Social Media bisher nicht aktiv und ahnte lange nichts von Michelles Aktion. Laut dem neuesten Video weiss er mittlerweile von dem Account. Ob der Zürcher wirklich so existiert und ob er so ist, wie in den Clips beschrieben, bleibt bisher ein Geheimnis.
«I never win these giveaways»
Rund eine halbe Million Views haben die Clips gesammelt – und in den Kommentaren wimmelt es von interessierten Frauen aus aller Welt. Viele schreiben, sie hätten ihre «Bewerbung» längst per Direktnachricht an Michelle geschickt. Andere sind frustriert, weil sie nicht in Zürich wohnen. «Do you ship to Australia?», fragt eine Userin scherzhaft – als wäre Oli eine Dating-Lieferung per Express. Besonders gefeiert wird ein Kommentar mit über 3500 Likes: «I never win these giveaways.» Manche gehen sogar noch einen Schritt weiter und posten gleich ihre Bewerbungsbilder in den Kommentaren. Klar ist: Diese Mission wird im Netz erstaunlich ernst genommen.
Oli – zu gut, um wahr zu sein?
Oli ist 1,92 Meter gross, fährt Töff, baut seine Möbel selbst zusammen und liest, während er dem Sonnenaufgang zuschaut. Er mag es lieber, am Telefon zu sprechen, als zu schreiben. Angeblich hat er aber auch bestimmte Vorlieben. Ob blond oder dunkelhaarig – darüber lässt sich streiten. Sicher ist nur: Er soll eine Schwäche für Namen haben, die mit dem Buchstaben «S» beginnen. In den Kommentaren nehmen es einige Userinnen mit Humor. Eine schreibt etwa: «Er kann mich auch Sessica nennen.» Ganz so streng scheint diese Regel jedoch nicht zu sein. Seine Schwester verriet nämlich, dass er für die Richtige durchaus eine Ausnahme machen würde.
Swipen, Ghosting, Repeat
Der virale Erfolg kommt genau zur richtigen Zeit: Viele unter 30 sprechen inzwischen von einer wachsenden «Dating-App-Müdigkeit». Wie User sarkastisch schreiben, fühle sich Online-Dating oft wie eine «Müllhalde der Gefühle» an. Gleichzeitig fällt es der Generation Z immer schwerer, Menschen im Alltag oder im Ausgang spontan kennenzulernen.
Offline-Dating boomt: nicht nur bei klassischen Speed-Dating-Events in Zürich oder an den Universitäten UZH und ETH, sondern auch bei Running Clubs fürs Dating, die in Zürich auf Hochtouren laufen. Auch Hobbygruppen gewinnen an Beliebtheit. Selbst QR-Code-Plakate in Cafés und Bars sollen Singles wieder in die reale Welt locken – ganz nach dem Motto: raus aus dem Smartphone, rein ins echte Leben.