Jeremy Kunz tauscht Holzkühe gegen Drumsticks
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Drummer sind begeistert:Jeremy Kunz tauscht Holzkühe gegen Drumsticks

Trauffer-Kühe gegen Drumsticks
Berner macht verrückten Deal mit Weltstars

Jeremy Kunz ist leidenschaftlicher Sammler. Aber statt Münzen oder Pokémon-Karten sammelt er Drumsticks von den Schlagzeugern berühmter Bands. Bei einem Hausbesuch erzählt er, wie es dazu kam, was er gegen die Trouvaillen eintauscht und was sein grösster Traum ist.
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Jeremy Kunz mit Matt Billingslea, dem Drummer von Taylor Swift.
Foto: Florin Schranz

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Jeremy Kunz aus Bern sammelt seit 2023 Drumsticks weltbekannter Bands
  • Er investiert jährlich 10’000 Franken und besucht Dutzende Konzerte
  • Seine Instagram-Aktionen erreichten im Juni 2026 über eine Million Aufrufe
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Florin SchranzRedaktor News

Alles beginnt im Jahr 2023. Jeremy Kunz, Marketingfachmann aus Bern, besucht ein Konzert der britischen Popgiganten Coldplay. Er ist begeisterter Musikfan, besucht Dutzende Konzerte im Jahr. In der Regel steht er eher weiter hinten im Publikumsmeer, geniesst die Show aus der Distanz und saugt die Atmosphäre auf. Doch diesmal will er von Coldplay auch eine physische Erinnerung mit nach Hause nehmen: die Drumsticks von Schlagzeuger Will Champion. Seine Idee: Er tauscht Holz gegen Holz. Sticks gegen Spielzeugkuh. An diesem Konzert hält er ein Schild hoch mit den Worten: «Will, let's swap Swiss cow for drumsticks, deal?» Es klappt. 

Aus der Idee wird rasch eine Leidenschaft. Heute steht Kunz nicht mehr hinten im Saal, sondern in der allerersten Reihe – direkt an der Absperrung, Auge in Auge mit den Musikern. Dafür betreibt der 41-jährige Familienvater viel Aufwand: Er steht zum Beispiel früh an und koordiniert mit der Security, wie er sein Plakat am besten anbringen kann, damit es niemanden stört. 

Rund 50 Konzerte besucht Kunz pro Jahr in der Schweiz. Mehrere Tausend Franken investiert er jährlich für Tickets, Anreisen und Unterkünfte. Es ist ein teures und zeitintensives Hobby, das nur funktioniert, weil seine Partnerin ihn unterstützt. Und ihn zusammen mit dem gemeinsamen Kind im Kindergartenalter auch mal auf seiner Jagd nach dem nächsten Holzstock begleitet.

Jeremy Kunz’ Debüt als Drumstick-Sammler am Coldplay-Konzert.
Foto: jeremy Kunz

Das Schweizer Tauschgeschäft: Eine Holzkuh für die Holzstöcke

Das Tauschgeschäft Drumstick gegen Holzkuh ist dabei fast ein Erfolgsgarant. Dem Tausch – Konzerterinnerung gegen ein Stück Schweizer Kultur – kann anscheinend kaum ein Schlagzeuger widerstehen. Dabei tauscht Jeremy nicht irgendwelche Holzkühe ein, sondern die Holzspielzeugkühe der Schweizer Marke Trauffer, hergestellt von Marc Trauffers Firma.

Den Musiker und Unternehmer freut es. Er bedankte sich bei Jeremy Kunz mit einer goldenen Trauffer-Kuh. «Ich habe keinen Werbedeal oder so – mein Ziel ist nicht, Geld zu verdienen», sagt Kunz. Ihm gehts um die Interaktion. «Die Reaktionen der Drummer sind oft unglaublich persönlich. Viele bedanken sich direkt von der Bühne aus oder melden sich später online bei mir.» So haben sich schon einige grosse Namen über Instagram bei Kunz gemeldet. Stars wie Boy George, Gustav Schäfer, der Drummer von Tokio Hotel, oder Matt Billingslea, der Drummer von Taylor Swift.

Von Taylor Swift bis Linkin Park

Das Ergebnis dieses ungewöhnlichen Hobbys kann sich sehen lassen. In Kunz’ Sammlung reiht sich Highlight an Highlight. Er besitzt mittlerweile Trophäen von Schlagzeugern grosser Bands: Jene von Linkin Park, Tokio Hotel, Kraftklub, Nina Chuba, Metallica, Electric Callboy und einige mehr haben ihm ihre Spielgeräte bereits überlassen.

Dieser Erfolg spiegelt sich längst in den sozialen Medien wider. So ist Jeremy Kunz auf Instagram zu einer kleinen Sensation geworden – seine Videos und Fotos von den Tauschaktionen erreichen ein Millionenpublikum: Allein im letzten Monat verzeichnete sein Profil über eine Million Besuche. Der ruhige Konzertgänger aus Bern hat sich zu einem digitalen Phänomen entwickelt.

Erfolgreiche Ideen werden kopiert

Die Idee hat sich nun bereits so weit verbreitet, dass einige Fans sie kopieren. «Ich sehe das als Kompliment – solange sie es nicht am selben Konzert tun wie ich. Was ich schlecht finde, ist, wenn man Schilder die ganze Zeit hochhält. Das führt zu Unmut – schlussendlich auch der Idee gegenüber, da die Leute ja nicht wissen, ob ich das bin oder nicht.» 

Interessant: Kunz spielt selbst kein Schlagzeug. Warum also ausgerechnet Drumsticks? «Ich finde die Drummer der Bands am coolsten. Sie werden oft nicht wahrgenommen, weil sie hinter dem Schlagzeug versteckt sind.» So wie er jeweils hinten im Saal. Vor der Idee mit den Drumsticks und den Kühen. 

Heute ist Jeremy Kunz nicht mehr unsichtbar. Auch nicht für die Berner Kultband Patent Ochsner. An 17 von 29 Konzerten ihrer anstehenden Tournee wird er im Publikum sein. Ohne Plakat, ohne Trauffer-Kühe. Mit seinem persönlichen Herzenswunsch. Und der betrifft nicht einen Drummer, sondern Ochsner-Frontmann Büne Huber: «Ich träume davon, ganz entspannt ein Glas Wein mit ihm zu trinken und über Musik zu philosophieren.»

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