Das beklemmende Gefühl beschäftigt jeden Fünften
In der Schweiz geht die Angst um!

Fast jede fünfte Person in der Schweiz hat regelmässig Angst. Und die Schweizerinnen und Schweizer werden immer ängstlicher. Wovor haben wir Angst und wer ist am meisten von Angstgefühlen betroffen?
Publiziert: 17.06.2024 um 14:59 Uhr
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Aktualisiert: 17.06.2024 um 15:02 Uhr
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Jede fünfte Person in der Schweiz hat regelmässig bis oft Angst.

Angst scheint für Schweizerinnen und Schweizer eine ständige Begleiterin zu sein. Das zeigen aktuelle Resultate des «Sanitas Health Forecast», einer nationalen Umfrage, die Blick vorliegt. Von über 2500 Personen wollte man unter anderem wissen: Wovor hast du Angst? Haben deine Ängste zugenommen und wie schaffst du es, damit umzugehen?

Das Resultat: Jede fünfte Person in der Schweiz hat regelmässig bis oft Angst. Besonders betroffen sind Jüngere. 

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Diese Zahlen bestätigen einen Trend. Gemäss der Schweizerischen Gesundheitsbefragung leiden 18 Prozent der jungen Frauen unter Angststörungen. Weltweit belegt die Schweiz in Bezug auf Angststörungen einen Spitzenplatz.

Die aktuelle Befragung deutet auf grosse regionale Unterschiede hin. In der Westschweiz sind es 23 Prozent, die regelmässig bis ständig Angst haben. In der Deutschschweiz 17 Prozent und im Tessin 14 Prozent. Im Jurabogen sind mit 29 Prozent am meisten Menschen betroffen. 

Bei Frauen sind 24 Prozent, bei den Männern 14 Prozent betroffen. Deutlich mehr jüngere als ältere Befragte empfinden Angst (18 bis 29 Jahre: 28 Prozent und 60 bis 74 Jahre: 12 Prozent). Auch beim Umgang mit Ängsten gibt es einen Generationengraben.

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Doch Angst ist nicht gleich Angst. Der Zweijährige hat Angst vor dem Ungeheuer aus dem Kinderbuch, der Teenager vor einer ungewissen Zukunft, der junge Mann vom Ende seiner Beziehung und die Frau davor, keinen Job mehr zu bekommen. 

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Wovor fürchten sich Schweizerinnen und Schweizer am meisten?

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Auch hier zeigen sich regionale Unterschiede. Während Verlustängste in der Ostschweiz bei 18 Prozent der Befragten relativ häufig bis sehr häufig vorkommen, sind in der Region Genf mit 38 Prozent mehr als doppelt so viele davon betroffen.

Die grosse Gesundheitsstudie

Wie leben wir lange gesund? Wie verstehen wir unsere Organe besser? Welche Ängste gilt es zu überwinden? Diesen und mehr Fragen widmet sich die fünfte Ausgabe der jährlichen Publikation «Sanitas Health Forecast 2024» mit dem Titel «Das Geheimnis des guten langen Lebens». Rund 2500 Menschen in der ganzen Schweiz wurden befragt, rund 30 Journalistinnen und Journalisten behandeln auf über 400 Seiten die Themen gutes Altern, Organe, Angst und Hormone. Das Buch erscheint im Wörterseh-Verlag und ist ab dem 18. Juni im Buchhandel und ab dem 20. Juni am Kiosk erhältlich.

Für den «Sanitas Health Forecast 2024» wurden 2500 Menschen aus der ganzen Schweiz befragt.

Wie leben wir lange gesund? Wie verstehen wir unsere Organe besser? Welche Ängste gilt es zu überwinden? Diesen und mehr Fragen widmet sich die fünfte Ausgabe der jährlichen Publikation «Sanitas Health Forecast 2024» mit dem Titel «Das Geheimnis des guten langen Lebens». Rund 2500 Menschen in der ganzen Schweiz wurden befragt, rund 30 Journalistinnen und Journalisten behandeln auf über 400 Seiten die Themen gutes Altern, Organe, Angst und Hormone. Das Buch erscheint im Wörterseh-Verlag und ist ab dem 18. Juni im Buchhandel und ab dem 20. Juni am Kiosk erhältlich.

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Besorgniserregend ist: Wir werden ängstlicher. Die grosse Mehrheit der Schweizerinnen (88 %) erwartet, dass die Verbreitung von Ängsten in unserer Gesellschaft in Zukunft eher zunimmt. Elf Prozent glauben, es bleibt alles gleich und nur zwei Prozent nehmen an, dass Ängste in Zukunft abnehmen werden.

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Doch was sind Ängste? Angst ist ein überlebensnotwendiger Instinkt, der uns anzeigt, dass eine Gefahr droht. Wenn die Angst aber nicht mehr aufhört und das Leben stark beeinflusst, wird die Angst selber zum Problem. Man spricht dann von einer Angststörung, einer psychischen Erkrankung. In der Umfrage geben ein Drittel der Befragten an, schon einmal eine Panikattacke erlebt zu haben. 

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Jannis Behr, Leitender Psychologe an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) sagt im Interview mit Blick: «Es braucht einen Auslöser für Angsterkrankungen – und das ist sehr oft akuter oder chronischer Stress». 

Doch Stress ist nicht der einzige Faktor: Gemäss Katja Cattapan, stv. Ärztliche Direktorin am Sanatorium Kilchberg, bringen uns individuelle Faktoren wie das Ende einer Beziehung oder eine schwere Krankheit ins Wanken, aber auch geopolitische Veränderungen wie der Krieg in der Ukraine oder der Nahostkonflikt. Cattapan: «Dies geschieht vor allem in Gesellschaften, die wenig krisenerprobt sind – wie der Schweiz.»

Mit gewissen Ängsten kann man umgehen – egal ob das ein Ungeheuer aus einem Buch ist oder diffuse Angst. Die gute Nachricht: Das scheint den meisten schon zu gelingen. Fast zwei Dritteln der Befragten (64 %) fällt es nach eigenen Angaben leicht, ihre Ängste aus eigener Kraft zu überwinden. 


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