Darum gehts
- Das Appenzeller Huus in Gonten AI wird GaultMillaus «Hotel des Jahres 2027»
- Küche und Weinkeller erfüllen gemäss GaultMillau «höchste Ansprüche»
- Regionale Produkte spielen eine wichtige Rolle auf der Speisekarte
GaultMillau vergibt seinen Titel «Hotel des Jahres» für das kommende Jahr ans Appenzeller Huus in Gonten AI. Das wurde an einer Pressekonferenz von heute Mittag bekannt.
Für Insiderinnen und Kenner kommt das nicht gänzlich überraschend. Wer bereits dort eingekehrt ist und mit Vorteil auch übernachtet hat, kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus.
400 Jahre Tradition
Der als Leonteq-Mitgründer bekannt gewordene und in der Region aufgewachsene Finanzunternehmer Jan Schoch (48) ist zwar nicht unumstritten. Und in der jüngeren Vergangenheit gab es mehrfach personelle Querelen. Doch was der Neo-Hotelier im Dorf mit knapp 1500 Einwohnern auf die Beine gestellt hat, verlangt grundsätzlich Respekt.
Startpunkt der Erfolgsgeschichte war der über 400 Jahre alte «Bären», wo Schochs Eltern einst heirateten. Das Huus Bären erwies sich allein als zu klein für seine Resort-Pläne, weshalb er es um das Huus Löwen erweiterte.
Und im vergangenen Jahr eröffnete er zusätzlich noch das Lifestyle-Boutique-Hotel Huus Quell. Die neu entstandenen Bauten sind alle in massivem Strickbau gehalten und bestehen aus lokalem Mondholz, was zu einer stimmigen Handschrift führt.
Küche erfüllt «höchste Ansprüche»
Chefredaktor Urs Heller (73) sagt, der Entscheid zugunsten des Appenzeller Huus' sei «leichtgefallen, weil der GaultMillau kühne Projekte unterstützt». Küche und Keller erfüllten «höchste Ansprüche». Und der ‹Holistic Spa› mit modernsten Longevity-Anwendungen sei auch im internationalen Vergleich Spitzenklasse.
Der Fokus auf ein umfassendes Spa-Angebot ist auch eine kleine Verbeugung vor der Tradition der Heilbäder in dieser moorreichen Gegend. Und «Gonte» heisst im Appenzellischen nicht weniger als Pfütze oder Lache.
Was Urs Heller aber auch betont: Wer GaultMillaus «Hotel des Jahres» werden will, muss in seinen Restaurants mindestens 15 Punkte erreichen. Der 1,96 Meter grosse Österreicher Michael Gollenz (31) beginnt im Guide 2027 mit 16 Punkten. Seine Lehrmeister sind die bekannten 18-Punkte-Chefs Christian Kuchler (41) in Wigoltingen TG und Stefan Heilemann (44) in Zürich.
Gollenz' Menüs zeichnen sich auch durch den Einsatz regionaler Produkte wie Appenzeller Weiderind, Alpstein-Riebelmais-Perlhuhn oder Appenzeller Käse aus. Bereits auf der Frühstückskarte ist der Klassiker «Siedwurst & Chäs-Hörnli» anzutreffen, eine Reminiszenz an die Landsgemeinde, wo der Verzehr dieser Wurst als Pflicht gilt.
Weinkeller der Extraklasse
Das Appenzeller Huus wäre zudem ein Kandidat für den Titel «Weinkeller des Jahres». Das Reich von Kellermeister Hans Rhyner umfasst sieben einzelne Gewölbe mit einer Fläche von 350 Quadratmetern und über 2100 Positionen. Der «Schweizer Keller» vereint 135 Produzenten aus dem ganzen Land. Ergänzt wird das hochklassige Angebot durch die Hotelbar Botanicum.
Eigentümer Jan Schoch führt das Resort und seine 133 Mitarbeiter selbst, unterstützt von Hotel-Manager Alexa Viola Stoschek.