Hardware-Test
Macbook Pro mit Touch: Ferrari mit Fingerabdrücken

Apple bringt sein erstes Macbook Pro mit Touchscreen: Im Test überzeugt das 7299-Franken-Topmodell mit OLED-Display, M5-Max-Power und lokaler KI. Die Touch-Bedienung bleibt im Alltag aber Nebensache.
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Blick-Digitalredaktor Tobias Bolzern hat Apples erstes Macbook mit Touchscreen getestet.
Foto: Tobias Bolzern

Darum gehts

  • Das erste Macbook Pro mit Touch im Test: Wann lohnt sich der Griff aufs Display?
  • Mit KI direkt auf dem Laptop entsteht im Test in knapp drei Stunden ein iPhone-Spiel
  • Und: Der leuchtende Apfel ist zurück, das Netzteil fehlt: Es kostet 99 Franken extra
Tobias Bolzern: Digital Redaktor bei Blick.
Tobias BolzernRedaktor Digital

«Touch-Oberflächen sollten nicht vertikal sein», sagte Apple-Mitgründer Steve Jobs im Oktober 2010. Denn drückt man darauf herum, fallen einem nach einer Weile die Arme ab, so Jobs Begründung. 16 Jahre später bringt Apple genau das: ein Macbook Pro mit Touch.

Eigentlich bin ich auf Jobs' Seite. Allerdings nicht wegen der Ergonomie, sondern wegen den grässlichen Fingerabdrücken auf dem Bildschirm, die ich gerne und oft wegwische. Apple schickte mir als Testgerät trotzdem das Topmodell mit 16-Zoll-Bildschirm, M5-Max-Chip und 128 GB Memory. Privat habe ich ein Macbook Air mit M1 von 2021: Fiat Panda gegen Ferrari.

Touch me!

Apple hat die Bedienung mit Touch clever gelöst. Tippt man auf Bedienelemente, werden sie teilweise grösser, in Listen wächst der Zeilenabstand. Und die Fingerabdrücke? Dank einer ölabweisenden Schicht sind sie deutlich weniger prominent als erwartet. Hingegen zieht das schwarze Chassis Fingerabdrücke und Fettflecken an wie ein Magnet. Wer sich daran stört, sollte besser Silber als «Space Schwarz» wählen. Ein Poliertuch legt Apple nur bei, wenn man für 150 Fr. mehr das Nanotextur-Display wählt. Ausgerechnet dort sieht man Fingerabdrücke am wenigsten.

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Foto: Tobias Bolzern

Im Alltag hat mich der Touchscreen dann aber eher irritiert, weil ich ihn aus Versehen berührte. Dabei ist der neue OLED-Bildschirm eine Wucht – auch unberührt. Bei der OLED-Technologie leuchtet jeder Pixel eigenständig. Er kann einen anleuchten wie ein Stern und beim Bearbeiten von Fotos sind Farben intensiv. Wer mit Farben zum Beispiel beim Grading arbeitet, wird daran sicher Freude haben. Erstaunlich ist, wie viel Wumms die Lautsprecher liefern.

iPhone-App in drei Stunden

In einem meiner Workflows ergab der Touch für mich dennoch plötzlich einen Sinn. Ich habe mir vorgenommen, ein kleines iPhone-Game zu bauen – mit Apples Entwicklertool Xcode und nur mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI), die lokal auf dem Laptop läuft. Ergebnis: «Blick Express», ein Mini-Spiel im Stil des Klassikers «Paperboy». Unser Käfer-Maskottchen wirft Zeitungen in Briefkästen und weicht Hunden, Baustellen und Autos aus. Nach knapp drei Stunden war es vorzeigbar.

Und der Aha-Moment kam, als ich es getestet habe: Gespielt habe ich auf einem virtuellen iPhone, das die Software Xcode auf dem Bildschirm zeigt. Mit dem Finger, wie auf einem echten Handy, dank Touchscreen. In Swift, Apples Programmiersprache für iPhone-Apps, habe ich nie eine Zeile geschrieben.

Foto: Tobias Bolzern

Wie viel Kraft darinsteckt, zeigt ein noch grösseres Modell. Dank 128 GB Arbeitsspeicher, den sich Prozessor und Grafikchip teilen, läuft gpt-oss-120b von OpenAI. Wer mit dem KI-Modell chattet, erreicht ca. 90 Tokens pro Sekunde, das sind grob 65 Wörter. Das ist flott. Nur so als Vergleich: Auf meinem kleinen KI-Server bei mir in der Stube, einem Mac Mini mit 48 GB, startet das Modell gar nicht erst.

Wer den Prozessor ausreizt, bekommt aber was auf die Ohren. Wie beim Ferrari gilt: Wer aufs Gas drückt, hört es. Unter Volllast röhrt der Lüfter und der Akku braucht viel Nachschub. Ärgerlich: Beim Macbook liegt das Netzteil nicht in der Schachtel. Das passende Netzteil mit 140 Watt muss man für 99 Franken mitbestellen.

Macbook Pro mit Touch

Es ist kein wissenschaftlicher Vergleich: Ein knapp fünfminütiges Video mit vier 4K-Spuren und rechenintensivem Filtern (Rauschen und Echo), im Akkubetrieb. Das Vorgängermodell mit M4 Max hatte 56 Minuten und verbrauchte 71 Prozent Akku. Das M5 Max war nach 34 Minuten fertig und brauchte 23 Prozent. Es liefen unterschiedliche Premiere-Versionen.

Es ist kein wissenschaftlicher Vergleich: Ein knapp fünfminütiges Video mit vier 4K-Spuren und rechenintensivem Filtern (Rauschen und Echo), im Akkubetrieb. Das Vorgängermodell mit M4 Max hatte 56 Minuten und verbrauchte 71 Prozent Akku. Das M5 Max war nach 34 Minuten fertig und brauchte 23 Prozent. Es liefen unterschiedliche Premiere-Versionen.

Es werde Licht!

Im Grossraumbüro gab vor allem der Deckel zu reden. Erstmals seit 2016 leuchtet der Apfel auf der Rückseite wieder. Früher schien da die Displaybeleuchtung durch. OLED hat keine, darum hat das Logo nun ein eigenes Licht. Es dimmt mit dem Bildschirm und erlischt mit ihm. Ich kenne das von meinem ersten Powerbook (2001). Man selbst sieht den Apfel nie, alle anderen schon. So wird man zur laufenden Werbesäule.

Muss mein Air zittern?

Mein Macbook Air habe ich jahrelang zufrieden genutzt und vielen empfohlen. Unspektakulär, aber es läuft und läuft. Bis ich kürzlich Xcode darauf installierte. Von den 45 freien Gigabyte blieben nur noch eine Handvoll, und das virtuelle iPhone brauchte Minuten zum Starten. Der M5 Max schafft das deutlich schneller, und daneben kann ich auch noch anderes arbeiten. Mit 1,62 Kilo ist das Macbook Pro 220 Gramm leichter als sein Vorgänger. Ausgerechnet das Gewicht trieb mich einst vom Pro zum Air.

Im Alltag brauche ich den Touchscreen nicht wirklich. Jobs’ Urteil teile ich also, wenn auch aus anderen Gründen. Und den Ferrari auch nicht. Zudem passt das 16-Zoll-Modell nur knapp in meinen Rucksack, 128 Gigabyte kosten rund 2000 Franken Aufpreis: Autsch.

Mir würden 14 Zoll reichen, ohne Touch. Das kann der Vorgänger. Dieses Gerät ist auch weiterhin zu haben, mit demselben Chip, einfach weniger tollem Bildschirm, dafür 500 Fr. günstiger. Ich werde trotzdem nicht gleich zuschlagen. Speichermodule sind derzeit viel zu teuer, und auch Apple langt kräftig zu. Ich warte lieber auf die nächste Generation.

Bis dahin muss mein «Panda» durchhalten.

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Dieses Gerät wurde Ringier Medien Schweiz vom Hersteller für den Test zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hat keinerlei Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung.

Dieses Gerät wurde Ringier Medien Schweiz vom Hersteller für den Test zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hat keinerlei Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung.

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