Nach 20 Mal aufklappen
Knacks am Scharnier – erste Falt-iPhones kaputt

Apples erstes faltbares iPhone ist seit Freitag im Handel. Jetzt melden erste Käufer gebrochene Displays. Manche nach weniger als 20 Mal Aufklappen.
Kommentieren
1/7
Autsch! Dieses Foto eines Duo-Pixelfehlers stammt von Reddit-User «Bitter_Offer7123»,
Foto: Reddit
IMG_4021.JPG
Thomas BenköJournalist & AI Innovation Lead

Sechs Stunden. So lange hielt das iPhone Duo eines Käufers aus Melbourne (Australien). Er wollte das Gerät einem Freund zeigen, schreibt er auf der Plattform Reddit. Beim Aufklappen spürte er unter dem Display einen Widerstand, beim Scharnier. Dann knackte es. Der Bildschirm war gebrochen, genau in der Mitte.

Geöffnet hatte er das Handy nach eigener Aussage höchstens 20 Mal. Kein Sturz. Keine Kratzer, nichts eingeklemmt.

Der Apple Store tauschte das 2000 Franken teure Gerät sofort um. Die Moderatoren des Reddit-Forums haben den Fall geprüft. Fotos und Apple-Unterlagen belegen den Schaden und den Umtausch. Die Ursache nicht.

Immer am selben Ort

Es bleibt nicht bei einem Fall. Ein Käufer aus Dallas (USA) meldet einen Bruch schon bei der Einrichtung, nach rund vier Faltvorgängen. Ein weiterer US-Kunde nach sieben Stunden. Dazu kursieren Fotos kaputter Vorführgeräte aus China, wo das Duo einige Stunden früher in den Läden lag.

Das Muster ist auffällig. Die Risse laufen entlang der Faltstelle. Oft zieht sich eine Linie heller Pixel über eine Bildschirmhälfte.

Wie viele Geräte betroffen sind, weiss niemand. Zahlen fehlen. Im Netz macht bereits das Wort «Crackgate» die Runde. Gedeckt ist das nicht: Dokumentiert ist eine Handvoll Fälle, die Vorgeschichte der chinesischen Demogeräte ist unbekannt.

Die weiche Stelle

Schon vor dem Verkaufsstart gab ein Video zu reden. Ein Nutzer der Onlineplattform Weibo mit dem Nutzernamen Kang zeigte, dass sich der Bildschirm über dem Scharnier auffällig weich anfühlt. Ob das mit den Brüchen zusammenhängt?

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Ein Unterschied zu Samsung: Apple setzt beim Innendisplay auf eine weiche, austauschbare Deckschicht statt auf ultradünnes Glas. Die gemeldeten Schäden gehen aber tiefer als diese Schicht. In Foren spekulieren Nutzer über ein eingeklemmtes Display oder fehlerhafte Scharnierteile.

Testerinnen und Tester hatten das Duo vor dem Start tausendfach gefaltet, darunter die US-Journalistin Joanna Stern und der Youtuber Tim Pan. Das Gerät zeigte Abnutzung, brach aber nicht. Auch im Blick-Test von Digital-Redaktor Tobias Bolzern hielt das Display stand.

Teure Reparatur

Apple hat auf eine Anfrage des Techportals «The Verge» noch nicht reagiert. Bricht das Display bei normalem Gebrauch, ist das ein Garantiefall. Heikel wird es, wenn Apple einen Fremdschaden vermutet. Dann kostet die Reparatur des Innendisplays ohne Zusatzversicherung 999 Franken. Mit AppleCare+ sind es 99 Franken Selbstbehalt.

Immerhin. Die oben erwähnten kaputten Geräte wurden von Apple umgehend ausgetauscht.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen