Historisches Patent-Urteil
Dein iPhone vibriert – Apple soll dafür Milliarden bezahlen

Eine US-Jury ist überzeugt: Für das Vibrieren in iPhone und Apple Watch hat Apple fremde Erfindungen genutzt. Geklagt hat eine kleine Kopfhörerfirma. Apple zieht den Fall weiter.
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Seit dem iPhone 6s steckt in iPhones die sogenannte Taptic Engine. Der kleine Motor lässt das Gerät beim Empfang von Nachrichten und auch beim Tippen kurz brummen.
Foto: IMAGO/Brazil Photo Press

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Apple soll 5,72 Milliarden Dollar wegen Patentverletzung zahlen, entschied US-Jury
  • Die Klägerin Taction Technology wirft Apple Verletzung von drei Patenten vor
  • Die Klage ist seit 2021 anhängig, der Prozess begann am 14. September 2026
Tobias Bolzern: Digital Redaktor bei Blick.
Tobias BolzernRedaktor Digital

Eine Nachricht kommt rein, das iPhone brummt. Dahinter steckt ein kleiner Motor, den Apple Taptic Engine nennt. Er sass zuerst in der Apple Watch, seit dem iPhone 6s steckt er in iPhones und klopft auch unter dem Trackpad von Macbooks. 5'721'961'750 Dollar soll Apple jetzt allerdings dafür zahlen.

Das haben Ende September sieben Geschworene in San Diego entschieden. Klägerin vor Gericht ist die Firma Taction Technology aus Kalifornien. Das Unternehmen entwickelt Kopfhörer, bei denen man den Ton spürt, etwa für Gaming-Headsets von Corsair. Ihre zwei Patente von 2020 beschreiben ein Modul, das Vibrationen auf die Haut überträgt. Drei Punkte daraus hat Apple laut Jury verletzt.

Klage seit 2021 hängig

Nie zuvor hat eine US-Jury in einem Patentfall so viel Geld zugesprochen, schreibt Reuters. Immerhin: Die Geschworenen erkennen keine Absicht. Sonst hätte sich die Summe bis zu verdreifachen können.

Taction Technology reichte die Klage im April 2021 ein. 2023 wies ein Richter in San Diego sie ab, doch ein Berufungsgericht holte den Fall zurück. Am 14. September begann der Prozess. «Taction hat fünfeinhalb Jahre gewartet, bis der Fall vor Gericht kam», sagt der Anwalt der Firma zum US-Sender CNBC.

Apple winkt ab

Und was sagt Apple zum Fall? «Wir danken den Geschworenen, sind mit dem Urteil und dem zugesprochenen Schadenersatz aber nicht einverstanden», sagt ein Apple-Sprecher, ebenfalls zu CNBC. Beides sei «durch die Fakten in keiner Weise gedeckt». Die Taptic Engine unterscheide sich grundlegend von Tactions Technik, «was Tactions eigene Tests an Apple-Produkten im Prozess bestätigt haben». Und: «Apple nutzt die Technologie von Taction nicht, und wir werden Berufung einlegen.»

Das letzte Wort ist damit nicht gesprochen. In US-Patentfällen schrumpfen die Summen in der nächsten Instanz oft deutlich. Und die Taptic Engine landete schon einmal vor Gericht: 2016 klagte die Haptik-Firma Immersion. Zwei Jahre später einigte sie sich mit Apple auf eine Lizenz. Wie viel Geld floss, blieb geheim.

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