«Ära geht zu Ende»
Google kürzt heimlich Speicherplatz bei Gmail und Co.

Wer heute ein neues Gmail-Konto erstellt, bekommt dreimal weniger Speicher als bisher. Es sei denn, man gibt Google seine Handynummer. Der Konzern testet das neue Modell zurzeit in verschiedenen Regionen.
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Google streicht 10 Gratis-Gigabyte für neue Konten. Der Testlauf findet zurzeit in mehreren Regionen statt.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Neue Gmail-Konten erhalten nun nur noch 5 GB Gratis-Speicher
  • Wer die vollen 15 GB will, muss eine Handynummer hinterlegen
  • Bestehende Konten sind nicht betroffen – vorerst nur ein Testlauf
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Tobias BolzernRedaktor Digital

15 Gigabyte. Kostenlos. Das war Googles Versprechen an Nutzerinnen und Nutzer weltweit – seit Jahren. Ab sofort gilt es nicht mehr. Wer heute ein neues Gmail-Konto erstellt, startet unter Umständen nur mit 5 Gigabyte, also dreimal weniger. Exakt jene Menge, mit der Apple iCloud-Nutzer seit jeher abspeist.

Google hat das still und leise geändert. Entdeckt hat die Änderung ein Reddit-Nutzer, der beim Erstellen eines neuen Kontos plötzlich nur 5 Gigabyte zugewiesen bekam, verbunden mit der Aufforderung, seine Telefonnummer zu hinterlegen, um die restlichen 10 Gigabyte freizuschalten.

Der Speicher teilt sich wie bisher zwischen Gmail, Google Drive und Google Fotos auf. 5 Gigabyte klingen zunächst nicht dramatisch. Ein Jahr Gmail mit Anhängen, kombiniert mit der automatischen Fotosicherung eines modernen Smartphones: Das Limit ist schnell erreicht. Und wer es überschreitet, kann keine Dateien mehr auf Drive hochladen. Fotos und Videos werden nicht mehr gesichert.

Google bestätigt Testlauf

Als androidauthority.com Google auf die Änderung ansprach, kam eine offizielle Bestätigung. Ein Sprecher der Firma schreibt: «Wir testen zurzeit eine neue Speicherrichtlinie für neue Konten, die in ausgewählten Regionen erstellt werden.» Das Portal titelt trocken: «Eine Ära geht zu Ende.» Dass Google sich darauf vorbereitet hatte, zeigt eine weitere Änderung: Die Support-Website verspricht neu nur noch «bis zu 15 Gigabyte», wo früher «15 Gigabyte» stand. Die Anpassung datiert laut dem Tech-Portal 9to5google.com auf März 2026.

Mit den neuen Richtlinien wolle man helfen, die Sicherheit der Konten sowie die Datenwiederherstellung zu verbessern, erklärt Google. Und: sicherstellen, dass der Speicher nur einmal pro Person vergeben wird. Über weitere Gründe lässt sich nur spekulieren. Naheliegend: Speicher ist teuer, vor allem seit KI-Dienste wie Gemini die Infrastrukturkosten in die Höhe treiben. Und jede Nummer ist ein zusätzlicher Datenpunkt und somit wertvoll fürs Werbegeschäft.

Getestet wird die neue Limite laut den Berichten aktuell vor allem in afrikanischen Märkten, darunter Kenia und Nigeria. Aus diesen Regionen kamen die ersten Berichte von Reddit-Nutzern. Ob und wann Google die Regelung weltweit einführt, hat der Konzern nicht kommuniziert. Bestehende Accounts, also alle, die ihr Google-Konto vor dem Testlauf erstellt haben, sind von der Änderung nicht betroffen.

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