Strassenpanzer sorgen für Debatte
«SUVs sind der Ausdruck von Überkompensation auf vier Rädern»

SUVs polarisieren wie kaum ein anderes Auto. Aber was macht sie für viele so attraktiv – und warum kritisieren andere sie scharf? Während in unserer Community die einen für das Sicherheitsgefühl plädieren, reden andere von «peinlichen Prestigeautos».
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Schweizerinnen und Schweizer fahren am liebsten grosse, starke Autos.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SUVs boomen in der Schweiz trotz Kritik an Grösse und Umweltbilanz
  • 64 Prozent der befragten Blick-User fahren SUV, nur 4 Prozent Kleinstwagen
  • Über 50 Prozent der Neuwagenverkäufe 2026 in der Schweiz sind SUVs
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Sie gelten als Strassenpanzer, als Klimasünder, als rollende Statussymbole: SUVs haben in der Schweiz keinen guten Ruf. Sechs von zehn Befragten einer repräsentativen Studie von AutoScout24 finden, dass die Fahrzeuge auf unseren Strassen zu gross sind – bei umweltorientierten Personen sind es sogar 85 Prozent. Kritisiert werden nicht nur die Dimensionen, sondern auch das Verhalten der Fahrerinnen und Fahrer, denen Rücksichtslosigkeit unterstellt wird. Und doch hört die Ablehnung oft dort auf, wo die eigene Garage beginnt.

Denn während Mikroautos wie der Microlino, der Fiat Topolino oder der Citroën Ami auf Schweizer Strassen Exoten bleiben, boomt das Geschäft mit grossen, PS-starken Modellen weiter. Nur 4 Prozent der Haushalte besitzen ein solches Kleinstauto. Über 80 Prozent halten sie für ungeeignet für den Familienalltag. Zwar gilt der Preis als attraktiv, doch am Ende dominiert ein anderes Bild: Mehr als jedes zweite neu verkaufte Auto in der Schweiz ist heute ein SUV.

Leserschaft befürwortet grosse Autos

Auch in unserer Community zeigt sich, dass SUVs weiter auf der Überholspur sind. Von den Teilnehmenden einer Blick-Umfrage gaben 64 Prozent an, bereits ein SUV zu fahren, weitere 8 Prozent überlegen sich den Umstieg. Nur 28 Prozent fühlen sich von den grossen Fahrzeugen nicht angesprochen. Damit spiegeln die Ergebnisse die generelle Schweizer Tendenz wider: Trotz Kritik an Grösse und Umweltbilanz bleibt der SUV-Boom ungebrochen.

In der Kommentarspalte sprechen sich ebenfalls viele für die «Strassenpanzer» aus. «Wenn man als Familie ein anständiges Auto mit Platz und Komfort haben will und dabei nicht ein Transport-Büssli möchte, dann kommt man um einen SUV nicht herum. Für das Familienportemonnaie gibt es kaum Alternativen», schreibt Leser Hans Horgenthaler.

Auch User René Widmer macht seine Begeisterung für die Geländelimousinen deutlich: «Ich fahre einen Hybrid-SUV – verbrauche knapp zwei Liter Sprit auf 100 km, weil ich alle Kurzstrecken rein elektrisch fahre und nur auf Langstreckensprit verbrenne. Zudem sind die meisten SUVs nicht grösser als klassische Limousinen. Kleinstwagen sind in meinem Alter zu unbequem, und der Einstieg in einen SUV ist nicht zu toppen.»

Sicherheitsgefühl über alles

Kevin Bolzer fährt seit 25 Jahren einen SUV. «Der Verbrauch meines Diesel-Jeeps liegt bei knapp über 4 Liter/100 km.» Für ihn liegt der grösste Vorteil eines SUV in der Höhe: «Problemloses Ein- und Aussteigen, viel bessere Sicht auf Strasse und andere Verkehrsteilnehmer!» Auch das subjektive Sicherheitsgefühl sei ein Pluspunkt: «Die Sicherheit in einem SUV ist sehr viel höher als in einem normalen Personenwagen, von Kleinautos gar nicht zu sprechen!»

Den Sicherheitsaspekt hebt auch Leserin Tina Baumann hervor. Viele Autofahrer entscheiden sich für ein höheres Fahrzeug, weil es ihnen ein Gefühl von Kontrolle und Übersicht im Verkehr vermittelt. «In einem kleinen Auto wird einem angst und bange, bei dem, was heutzutage auf den Strassen abgeht!», betont sie.

Diese Argumente bremsen den SUV aus

Neben den vielen Befürwortern melden sich jedoch auch Kritiker zu Wort. Leserin Laura Dünki hinterfragt insbesondere den Sicherheitsaspekt: «Das ist das eigentliche Problem: Die Leute fahren SUV, weil sie Angst haben. Doch die Sicherheit haben sie selber zu gewährleisten. Zudem ist ein SUV für andere Autos bei einem Unfall tödlicher!» Für sie sei es «absurd, SUV zu fahren». Auch andere Nachteile weist sie nachdrücklich aus: «Der Windwiderstand und der Verschleiss des Fahrwerks sind grösser.» Hinzu komme, dass die Fahrzeuge immer grösser würden, während die Familien immer kleiner werden. «Mein Vater hatte früher nur einen Käfer, und wir waren zu viert!» 

Auch Leser Max Meier ist überzeugt: «SUVs und generell grosse Autos sollten raus aus den Städten.» Seiner Ansicht nach dürften in urbanen Gebieten nur Leichtfahrzeuge und Kleinstelektroautos zugelassen werden. «Beim Auto geht es um Mobilität! Prestigeautos auf Pump sind einfach nur peinlich!» 

Und auch User Georg Weber meint: «SUVs sind der ultimative Ausdruck von Überkompensation auf vier Rädern. Sie schlucken häufig Unmengen an Sprit, nehmen anderen Verkehrsteilnehmern Platz weg und vermitteln das Gefühl von Sicherheit, während sie in Wahrheit jede Stadt, die sie befahren, ineffizienter und gefährlicher machen. Wer wirklich Verantwortung übernimmt für Umwelt und Mitmenschen, entscheidet sich für Effizienz statt protzige Überdimensionierung!» 

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