Die SRG steht unter Spardruck und hat mit «Enavant» ein umfassendes Sparprogramm gestartet. Dafür setzt das Unternehmen auch auf externe Beratung: Die Unternehmensberatung Oliver Wyman soll laut einem Insider einen Betrag im tiefen siebenstelligen Bereich erhalten haben. Zudem setzte SRF zeitweise auf die Unterstützung von PwC. Das stösst intern auf Kritik: Während Stellen abgebaut und Sendungen gekürzt werden, fragen sich Mitarbeitende, weshalb für externe Expertise so viel Geld ausgegeben wird.
SRG-Prioritäten polarisieren
Hohe Ausgaben für externe Berater sorgen immer wieder für Diskussionen. Wie kontrovers solche Honorare beurteilt werden, zeigte sich etwa bei Brigitte Hauser-Süess, die als persönliche Beraterin der ehemaligen Bundesrätin Viola Amherd tätig war. Nun rücken die Beratungskosten der SRG in den Fokus. Auch in der Blick-Community wird darüber debattiert, ob sich solche Ausgaben angesichts des Spardrucks rechtfertigen lassen.
Leser Richard Gasser stört sich daran, dass externe Beratungsfirmen hohe Honorare erhalten, während gleichzeitig erfahrene Journalisten und etablierte Formate wegfallen. «Dass ausgerechnet bei der redaktionellen Qualität und den Inhalten jeder Rappen zusammengekratzt wird, während Beratungsfirmen siebenstellige Summen kassieren», sei «ein Schlag ins Gesicht jedes Gebührenzahlers». Gasser fordert, den journalistischen Auftrag stärker zu gewichten: «Wer den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schützen will, muss die journalistische Qualität verteidigen – nicht einen aufgeblähten Berater- und Führungsapparat, der den eigentlichen Auftrag des Senders opfert.»
Auch User Hansruedi Schifferlede stellt die Prioritäten der SRG infrage. «Die Gebührenzahler erwarten keine kostspieligen Strategiediskussionen, sondern ein attraktives Programm und einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Geldern», betont er. Die Initiative hätte für ihn längst ein Weckruf sein müssen. Er warnt: «Wenn die SRG den Unmut des Publikums weiterhin unterschätzt, drohen nicht nur weitere Vertrauensverluste, sondern auch neue politische Vorstösse zur Halbierung der Mittel.»
Gustav Meyer kritisiert den zunehmenden Einsatz externer Berater – nicht nur bei der SRG, sondern auch in der Politik und in den Behörden. «Das Beraterwesen scheint mittlerweile zum Selbstzweck geworden zu sein», schreibt er. Er stellt infrage, ob es tatsächlich an Fachkompetenz fehlt oder ob man den eigenen Mitarbeitenden schlicht zu wenig zutraut. Sein Fazit: «Wer so viel Geld für Berater braucht, hat ein Führungsproblem!»
«Externe Berater sind gang und gäbe»
Doch es gibt auch Gegenstimmen: René Widmer hält den Einsatz externer Berater bei der SRG für nachvollziehbar. «Dass es dazu vereinzelt leider teure Berater braucht, die so eine Reorganisation schon ein paar Mal selbst durchgemacht oder begleitet haben, ist vollkommen normal», schreibt er. Die SRG habe schliesslich den Auftrag, zu sparen. Dies soll auch umgesetzt werden: «Lasst Susanne Wille nun einfach mal den Volkswillen umsetzen und nicht dauernd kritisieren, wenn endlich jemand dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nachkommen will.» Sein Fazit: «Weiter so, Frau Wille. Allen können Sie es eh nicht recht machen.»
Auch Heiri Meier verteidigt den Einsatz externer Berater. «Es ist nur logisch, dass die SRG heute keine besondere Expertise für eine solch grosse Sparrunde hat und somit auf externe Spezialisten zugreift», schreibt er. Zudem relativiert er die Kosten mit einem Vergleich: Während das VBS in den vergangenen Jahren über 180 Millionen Franken für externe Beratungen ausgegeben habe, seien die Ausgaben der SRG «geradezu sehr wenig».
Peter Baumann findet ähnliche Worte: «Bei einer Reorganisation dieser Grössenordnung externe Berater beizuziehen, ist in vielen Unternehmen gang und gäbe.» Die SRG solle sparen, weil das Volk es so wolle. Nun setze sie diesen Auftrag um, und plötzlich sei es wieder nicht recht. «Man kann nicht Sparmassnahmen fordern und gleichzeitig jede Massnahme kritisieren, die dazu nötig ist!», argumentiert er.
Wie siehst du das? Sind externe Berater bei der SRG eine sinnvolle Unterstützung, oder wird am falschen Ort Geld ausgegeben? Schreib deine Meinung in die Kommentare!