Leser zu neuem Bremsassistenten
«Noch mehr Mist im Auto, der nicht deaktiviert werden kann»

Der Notbremsassistent in der EU und in der Schweiz muss seit diesem Sommer nun auch Fussgänger und Velofahrer erkennen. Unsere Community spaltet die immer weiter steigende Anzahl an neuen Verkehrssystemen im Auto.
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Der Notbremsassistent muss in der EU und in der Schweiz neu automatisch Fussgänger erkennen.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Seit Juli müssen Notbremsassistenten in Neuwagen Velos und Fussgänger erkennen
  • Die Pflicht gilt in der EU und in der Schweiz als Teil von «Vision Zero»
  • Kritiker klagen über zu viel Technik im Auto, Befürworter sehen Lebensretter
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Alessandro KälinRedaktor Community

Bei Neuwagen wird bei der Sicherheit erneut aufgerüstet. Seit Juli wird von der EU ein verbesserter Notbremsassistent vorgeschrieben. Fahrzeuge sollen dadurch Fussgänger und Velofahrer automatisch erkennen und entsprechend selbst reagieren. Die Schweiz hat die neue Regel von der EU übernommen. Auch hierzulande ist der neue Assistent also Pflicht.

Die Massnahme ist Teil der «Vision Zero», eines EU-Programms durch das die Verkehrstoten bis 2050 auf null gesenkt werden sollen. So ist etwa das vor zwei Jahren eingeführte adaptive Bremslicht des Notbremsassistenten, das bei Vollbremsungen blinkt, ebenfalls Teil der Initiative. Auch wenn keine Nachrüstpflicht besteht, sorgt der Ausbau in unserer Community für Unmut. Für viele wird die Menge an Fahrassistenten im Fahrercockpit langsam zu viel.

«Wenn etwas nicht funktioniert, wer ist dann schuld?»

Mehrere Leserinnen und Leser teilen ihre Frustration in den Kommentaren. Christine Liechti ist eine Kritikerin: «Super, noch mehr elektronischer, unnötiger Mist im Auto, der nicht deaktiviert werden kann. Der Schnickschnack geht nur kaputt oder funktioniert nur halb.» Auch Peter Graf ist wenig begeistert: «So eine Schnapsidee. Wenn etwas nicht funktioniert, wer ist dann schuld? Technik oder Fahrer?»

Toni Trichel führt aus: «Gut und recht. Aber wenn man fährt, und der Assistent hat das Gefühl, dass jemand auf dem Trottoir jetzt ein Grund für einen Notstopp ist, dann ist das nervig und garantiert auch gefährlich.» Markus Heiniger kommentiert: «Also ich überlege mir wirklich, ob ich mir noch einen Neuwagen kaufe, mit all den Pieps-Assistenten und ablenkenden Systemen.»

Urs Vetter hebt zudem hervor: «Das alles nützt nichts, wenn der hinter mir am Smartphone hängt, anstatt auf die Strasse zu schauen.» Fritz Gerber nimmt ebenfalls die Fahrer in die Pflicht: «Ist denn Auto fahren und sich dabei konzentrieren zu viel verlangt heute?» Bernhard Bieri ist überzeugt: «So was braucht es nicht. Aufmerksamkeit auf der Strasse und etwas Respekt gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern würde ausreichen.»

«Alles, was Menschenleben rettet, ist etwas Gutes»

Eine kleinere Lesergruppe spricht vermehrt positiv über Fahrassistenten. Hans Traber ist einer von ihnen: «So was ist jetzt wirklich nicht schlecht, ebenso das adaptive Bremslicht. Es gibt immer noch viel zu viele Leute, die ihre Reaktionszeit in einer aussergewöhnlichen Situation überschätzen. In Notsituationen sind die Assistenten Gold wert.»

Henry Eugen Von Salys teilt eigene Erfahrungen: «Ich habe so ein System. Es hat schon mehrfach gebremst, bevor ich die Gefahr ganz realisiert hatte. Einmal auf dem Parkplatz sofort gebremst, sonst wäre ich in einen Einkaufswagen gedonnert.»

Alexander Meier geht mit den Kritikern ins Gericht: «In den Kommentaren beschweren sich nur wieder alle, weil die Regel von der EU kommt. Leute, ihr müsst nichts ändern und nichts anders machen. Alles, was auch nur ein Menschenleben rettet, ist doch etwas Gutes.» Auch Ernst Hugentobler ist überzeugt: «Solche Systeme sind absolut sinnvoll und machen den Strassenverkehr sicherer.»

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