AHV-Umfrage von Swiss Life
«In der Schweiz wird Leben im Alter immer mehr zum Albtraum»

Auf die AHV ist wenig Verlass – zumindest laut Vorsorge-Barometer von Swiss Life. Auch in der Community schwindet das Vertrauen. Während die einen auf mehr Eigenvorsorge setzen, sehen andere die AHV als zentrale Absicherung im Alter.
Kommentieren
1/6
Die AHV deckt für fast die Hälfte der Schweizer nur noch die Grundbedürfnisse ab.
Foto: CHRISTIAN BEUTLER
Eva_Kunz_Senior Community Editorin_Ringier_3-Bearbeitet.jpg
Eva KunzSenior Community Editorin

Wie viel Vertrauen haben die Schweizerinnen und Schweizer noch in die AHV – und wie wichtig ist ihnen die eigene Vorsorge? Eine aktuelle Umfrage von Swiss Life zeigt: 45 Prozent gehen davon aus, dass die AHV im Alter lediglich als Grundabsicherung dient. Weitere 7 Prozent glauben, dass sie für ihre Altersvorsorge gar keine Rolle mehr spielen wird.

Gleichzeitig gewinnt das private Sparen an Bedeutung. Die Hälfte der Befragten findet, dass man bereits mit dem ersten Lohn fürs Alter vorsorgen sollte, 20 Prozent sogar schon während Ausbildung oder Studium. Auch das Arbeiten nach der Pensionierung ist für viele eine Option: 35 Prozent rechnen damit, im Alter weiterarbeiten oder andere Nebeneinkünfte haben zu müssen, um ihren gewohnten Lebensstandard zu halten.

«Als Normalverdiener werde ich nie in einer Altersresidenz wohnen»

Analog zu den Ergebnissen des Swiss-Life-Barometers wollen sich auch viele aus der Community nicht mehr auf die AHV als tragende Altersvorsorge verlassen. Gleichzeitig gehen die Meinungen darüber auseinander, was die AHV überhaupt leisten sollte. Einige erinnern daran, dass sie ursprünglich mehr als eine blosse Grundsicherung sein sollte. Daniele Hanselmann schreibt: «Die AHV wurde in einer Zeit gegründet, die mit der heutigen Wirtschaft, Gesellschaft sowie Population nicht mehr kompatibel ist …»

Daniel Bühler sieht es ähnlich: «Als die AHV eingeführt wurde, hat man versprochen, dass sie ein sorgloses Leben im Alter ermöglicht. Doch die Regierung gibt lieber Geld ins Ausland, um gut dazustehen. Das eigene Volk blutet man aus, versteckt es aber. In der Schweiz wird das Leben im Alter immer mehr zum Albtraum.» Manfred Rohner befürchtet: «Als Normalverdiener werde ich nie in einer Altersresidenz mit Rundumservice mit der AHV wohnen.»

«Die AHV war bloss als Existenzsicherung gedacht»

Andere Community-Mitglieder widersprechen jedoch der Vorstellung, die AHV müsse für den gesamten Lebensunterhalt im Alter aufkommen. Tanja Berger schreibt: «Die AHV war auch immer bloss als Existenzsicherung gedacht, nie für mehr! Für das kommt dann die Pensionskasse zum Zug …» Auch Justin Lanz plädiert dafür: «Früh mit der Vorsorge anfangen und regelmässig einzahlen.» Eigenverantwortung hat sich zumindest für Marie-Louise Widrig ausbezahlt: «Meine Rente beträgt 95 Prozent meines letzten Gehalts. Nicht geschenkt, sondern frühzeitig vorgesorgt.»

Eva Betschart antwortet Marie-Louise Widrig und verweist auf die unterschiedlichen finanziellen Voraussetzungen: «Man sollte sein Glück – sehr gutes Gehalt, damit privilegiert fürs Alter, extra zu sparen – nicht mit allen vergleichen!» Es gebe Menschen, die keine guten Gehälter erhalten und aufgrund ihres Einkommens oft nicht in die PK aufgenommen würden.

«Weshalb kann man die AHV nicht endlich

richtig bewirtschaften?»

Auch Felix Pal hält dagegen und führt die hohen Kosten in der Schweiz an: «Wie soll man da noch sparen, wenn das Leben immer teurer wird und die Fixkosten in allen Bereichen steigen?»

Einige stellen darüber hinaus nicht nur die Höhe der Leistungen, sondern das heutige System grundsätzlich infrage. Othmar Kamm schreibt: «Seit Jahren hört man aus Bern immer die gleiche Leier, der AHV geht das Geld aus. Also frage ich mich, weshalb kann man die AHV nicht endlich einmal richtig bewirtschaften?» Die Kritik an der Politik und deren Umgang mit den öffentlichen Finanzen ist gross. René Merten schreibt: «Die ausufernde Bürokratie muss jetzt endlich konsequent reduziert werden und die unnötigen Subventionen gekappt werden.» Horst Meyer schreibt: «Unsere Volksvertreter schauen einfach zu und setzen ihre rosarote Brille auf – so scheint ja alles in bester Ordnung.»

Für Paul Josef ist deshalb klar: «Was wir brauchen, sind intelligente Bundesräte und Bundesrätinnen, die zudem auch die Verwaltung im Griff haben. Zudem sollen sie für das Volk arbeiten, und nicht für sich selber.»

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen