Leser zweifeln an Immoblase
«Sinkende Preise – wie oft hören wir das noch?»

Der Immobilienmarkt scheint stetig teurer zu werden. Doch damit soll laut einer Studie bald Schluss sein. Vergleichsportal Moneypark warnt vor Einbrüchen beim Immobilienwert, zumindest in einigen Kantonen. Unsere Leserinnen und Leser zeigen Skepsis.
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In zehn Kantonen dürfte die Alterung der Bevölkerung und eine rückläufige Nachfrage die Preise für Wohneigentum besonders stark drücken.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

  • Studie prognostiziert starken Wertverlust von Immobilien in 10 Schweizer Kantonen
  • Sinkende Geburtenrate und höhere Lebenserwartung belasten Angebot und Nachfrage
  • Umfrage: 57 Prozent sorgenfrei, 25 Prozent besorgt wegen Eigenheimverkauf
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Alessandro KälinRedaktor Community

Sackt der Immobilienmarkt bald zusammen? Eine Studie des Vergleichsportals Moneypark lässt den Eindruck erwecken. Diese prognostiziert, dass der Immobilienmarkt in 10 Kantonen künftig stark abkühlen wird. Als Gründe nennt man die sinkende Geburtenrate und den steigenden Altersdurchschnitt in der Gesellschaft.

Laut Studie sinkt die Zahl potenzieller Käufer und Mieter, was Transaktionszahlen und Preisentwicklung negativ beeinflusse. In manchen Kantonen ist dies schon spürbar, der Trend soll sich aber vor allem auf zehn «Verlierer-Kantone» auswirken. 

«Ich erwarte durchaus dramatische Preisreduktionen», sagt Hendrik Budliger, CEO vom Schweizer Kompetenzzentrum für Demografie. Auch in unserer Community sorgen sich einige um den Immobilien-Markt. Wir haben genauer nachgefragt. 

Das sagt die Leserschaft zum Immobilienmarkt

Eine nicht repräsentative Umfrage mit knapp 7'700 Teilnehmern zeigt, dass sich 25 Prozent um den Markt sorgen, weil sie das Eigenheim irgendwann verkaufen möchten. 

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Weitere 57 Prozent machen sich jedoch keine Sorgen, da sie planen, ihr Zuhause an die nächste Generation zu vererben. Die übrigen 18 Prozent sind als Mieter glücklicher. Auch in der Kommentarspalte herrscht keine Nervosität. Allerdings eher aus Skepsis.

«Genau das Gegenteil ist Realität!»

Viele Leser zweifeln die Prognose von Moneypark an. Joe Hostetter gehört dazu: «Immobilienblase, sinkende Preise, wie oft hören wir das noch? Und was passiert? Die Preise steigen und steigen.» Hanspeter Stoll stimmt zu: «Prognosen sind hier eine schwierige Sache. Vor allem wenn sie sich mit der Zukunft befassen.»

Marcel Meister hat ebenfalls seine Zweifel. Er berichtet von sich selbst: «Ich war mitten drin in der Immobiliensuche. Immense Nachfrage übersteigt das Angebot. Genau das Gegenteil ist Realität!» Auch Alex Heinzen berichtet aus Eigenerfahrung: «Immobilien haben schonmal stagniert, aber im Wert nie grossartig eingebüsst. Zumindest bei seriöser Pflege.»

Auch falls sich die Studie bewahrheitet, sieht Hans Scheidegger das gelassen: «Sollten sich Preise für Immobilien tatsächlich in gewissen Regionen zurückbilden, so sind sie in absoluten Zahlen immer noch sehr hoch. Um nicht zu sagen, exorbitant hoch.» So fragt auch Thomas Schatzmann: «Was soll daran dramatisch sein? Ältere Leute haben ihr Heim meist vor Jahren gekauft. Auch wenn die Preise etwas runtergehen, ist das kein Problem. Dramatisch wäre ein Preiszerfall von 40 bis 50 Prozent.»

«Bei Wohnraum soll nicht immer Gewinn im Vordergrund stehen»

Andere fänden es sogar positiv, wenn der Immobilienmarkt erschwinglicher werden würde. Silvia Della Valle fragt ungläubig: «Das soll ein ‹Problem› sein?» Sie führt aus: «Fragt sich bloss, für wen. So viele Menschen suchen dringend eine Wohnung, bestenfalls bezahlbar.» Patric Bouffé hofft: «Dann können sich normale Arbeiter möglicherweise auch wieder ein Haus leisten.»

Stefan Stillhart argumentiert zugunsten junger Familien: «Bei Wohnraum soll nicht immer Gewinn im Vordergrund stehen, sondern dass Familien wieder ein echtes, schönes Zuhause haben!» Kein Wunder habe bei diesen Preisen keiner mehr Kinder. Pius Winteler schliesst sich an: «Tiefere Immobilienpreise bedeuten tiefere Mieten, günstigere Versicherung, weniger Steuern. Gute Neuigkeiten, vor allem für junge Familien.»

Rolf Stähli spricht sich als Immobilienbesitzer für tiefere Preise aus: «Mir als Eigentümer ist eine lebenswerte Schweiz wichtiger als weiter steigende Immobilienpreise. Hohe Marktwerte nützen wenig, wenn Wohnen unbezahlbar wird.»

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