Darum gehts
- Magdalena Martullo-Blocher kritisiert Europas Autoindustrie scharf, spricht von «Blutbad»
- Sie wirft Politik und Autobranche Fehlentscheidungen vor, fordert radikales Umdenken
- Manche Leserinnen und Leser stimmen ihr zu, andere Kritisieren ihr Schwarz-Weiss-Denken
Magdalena Martullo-Blocher (65) tadelt die europäische Autoindustrie. 60 Prozent der Umsätze macht ihr Spezialchemiekonzern Ems durch die Branche. Trotz aktuell guter Zahlen für ihr Unternehmen läuft laut ihr viel falsch in Europas Autosektor. Sie spricht gar von einem «Blutbad».
«Den Niedergang Europas sehe ich seit langem, er ist politisch verursacht», erklärt sie in einem Interview. Die EU kämpfe lieber mit Zöllen auf chinesische Autos und importierten Stahl, statt die internen Probleme anzugehen. Ihre Aussagen treffen in unserer Community einen Nerv.
«Europas Autoindustrie wird gegen die Wand gefahren»
Viele Leserinnen und Leser teilen Martullo-Blochers Kritikpunkte. Mathias Kasdorf schätzt etwa ein: «China geht mit den Autos den Schritt in die E-Mobilität. Währenddessen schläft Europa.» Auch Sim Meier beanstandet: «Statt mit der Zeit zu gehen, schwelgt die europäische Autoindustrie in Nostalgie und verteufelt den Fortschritt.»
Andreas Siegenthaler hebt hervor: «Mit all der Bürokratie und den Regulationen ist die Situation der EU ganz klar selbstverschuldet.» Mathias Kasdorf sieht sofortigen Handlungsbedarf: «Die Europäer müssen schnell umdenken und ihre alten Verbrennerautos aufgeben. Sonst sieht es düster aus für die Autoindustrie.»
Tina Baumann pflichtet der Unternehmerin ebenfalls bei: «Egal, was man von Martullo-Blocher hält, in diesem Fall hat sie recht.» So auch Hans Meier: «Sie ist nicht die einzige, die sieht, dass Europas Autoindustrie gegen die Wand gefahren wird.»
«Im Nachhinein kann jeder behaupten, man habe es kommen sehen»
Doch nicht alle Leserinnen und Leser bestärken Martullo-Blocher in ihrer Kritik. Paul Bühler stimmt ihr zwar zu, hebt aber hervor: «Zwar hat sie mit dem Niedergang völlig recht, sie liefert aber selber auch keine Rezepte dagegen.» Markus Egli stimmt zu: «Sie macht es mir zu einfach, wenn sie einfach der Politik die Schuld gibt. Ich frage mich, weshalb sie dies im Nachhinein und sehr unspezifisch formuliert.»
Georg Kling stösst vor allem ihre späte Einschätzung sauer auf: «Es ist sehr einfach zu sagen ‹ich wusste es schon immer›. Es besser zu machen, ist schwieriger. Sie hätte früher und besser mit den europäischen Autobauern zusammenarbeiten sollen.»
Auch Linus Sennrich meint, man könne die Schuld nicht nur der europäischen Politik in die Schuhe schieben. «In der Autoindustrie haben auch die Teppichetagen Fehlentscheidungen getroffen!», argumentiert er.