Leser zu Touristen-Bussen
«Die Gemeinden verhalten sich wie mittelalterliche Raubritter»

Der Ausweichverkehr der Touristen ist Bündner Politkern von links bis rechts ein Dorn im Auge. Nun will man sich am umstrittenen Durchfahrtsverbot in Birsfelden BL orientieren. In unserer Leserschaft entsteht dazu eine hitzige Diskussion.
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Gibt es auf der A13 im Bündnerland Stau, fahren viele Touristen durch die Dörfer.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bündner Politiker wollen Touristen mit Bussen für Ausweichverkehr bei Staus sanktionieren
  • 42 Prozent der Umfrageteilnehmer befürworten, 42 Prozent lehnen Massnahmen ab
  • Über 2800 Personen befragt
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Alessandro KälinRedaktor Community

Bündner Politiker erklären Touristen den Krieg. Dass diese bei Autobahnstaus auf Kantonsstrassen ausweichen, wird in immer mehr Gemeinden zum Ärgernis für die Anwohnerinnen und Anwohner. Um dem Ausweichverkehr Einhalt zu gebieten, wollen sie auf ein Modell zurückgreifen, das sich in der Gemeinde Birsfelden BL bereits bewährt hat

In dem Baselbieter Dorf wurden in den Quartieren Scanner aufgestellt, die Nummernschilder bei der Durchfahrt erfassen. Wer weniger als 15 Minuten im Ort bleibt, wird gebüsst. Wenn auch umstritten, ist das Projekt mit Tausenden Strafzetteln ein Erfolg für die Gemeinde. Auch in unserer Leserschaft wird der Umgang mit Touristen auf Schweizer Strassen zum Debattenthema. 

Die Mehrheit der Community stellt sich gegen den Verkehrseingriff

Eine nicht repräsentative Umfrage mit über 2800 Teilnehmern zeigt, dass 42 Prozent Strassensperren für Touristen und ähnliche Massnahmen begrüssen. Sie sehen diese gar als Notwendigkeit. 

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Auf der Gegenseite finden weitere 42 Prozent den Eingriff in den Verkehr so extrem, dass sie das Bündnerland in Zukunft vollkommen meiden würden. Weitere 16 Prozent heben hervor, wie wichtig der Tourismus für die Schweiz ist. Diese Mehrheit macht sich auch in den Kommentaren breit. 

«Über Touristen motzen und diese gleichzeitig abzocken wird sich nicht auszahlen»

Viele Leserinnen und Leser protestieren gegen die Bündner Politik. Mark Sanner ist einer von ihnen: «Dieser Nonsens gehört gestoppt! Wenn jedes Dorf in der Schweiz irgendwelche Sonderregeln will, wird das Land zum undurchsichtigen Minenfeld.» Markus Semmler stimmt zu: «Wenn der Bundesrat nicht eingreift, sehen wir uns bald im Mittelalter wieder, mit Stadttoren und Wegzöllen.» 

Tobias Moser kommentiert aufgebracht: «Sowas kann unmöglich legal sein. Die Gemeinden verhalten sich wie mittelalterliche Raubritter und kassieren Wegzoll!» Leif Rosenberger hebt hervor: «Der Segen und Fluch der Bergregionen sind die Touristen. Nur über die Touristen motzen und diese gleichzeitig abzocken wird sich nicht auszahlen.» Auch Lars Valentin schimpft: «Das Geld der Touristen nehmen, aber sie nicht da haben wollen. Das geht nicht!»

«Genau das Richtige: Bussen verteilen und zurückschicken»

Ganz ohne Befürworter steht die Bündner Politik nicht da. André Beetschen freut sich: «Sehr gut, hat lange gedauert. Aber ist sinnvoll für die Einheimischen.» Ivan Blumenthal stimmt zu: «Genau das Richtige: Bussen verteilen und zurückschicken.»

Auch Marius Weber schliesst sich an: «Endlich mal ein Ansatz, der möglicherweise etwas bringt. Das Zeitfenster sollte bei zwölf Stunden angesetzt sein, dann käme es auch der Wirtschaft zugute.» Adi Huber ist überzeugt: Wenn dies die Lösung für unsere Verkehrsprobleme ist, werden alle nachziehen. Ich schlage dieses Prinzip gleich an der nächsten Gemeindeversammlung vor.

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