Leser zu Skiticket-Aufschlägen
«Dynamischer Preis heisst einzig Nachteile für den Kunden»

Werden wir von den Skigebieten abgezockt? Der Konsumentenschutz vermutet schon lange, dass hinter den dynamischen Ticketpreisen eine Strategie der zur Einnahmensteigerung steckt. Auch viele Leserinnen und Leser sprechen sich dagegen aus.
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Die Bergbahnen Gstaad haben den Mindestpreis um 20 Franken erhöht.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Dynamische Preise sorgen in Schweizer Skigebieten 2026 für Aufregung
  • Über 1'700 Umfrageteilnehmer, nur 7 Prozent unterstützen das Preissystem
  • 84 Prozent sehen darin Abzocke, Konsumentenschutz fordert mehr Transparenz
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Alessandro KälinRedaktor Community

Wer dieses Jahr auf die Skier will, sollte gut auf die Ticketpreise achten. Mittlerweile sind die in vielen Schweizer Skigebiete dynamisch. Preise für eine Tageskarte können massiv variieren und sind teils vom Buchungszeitpunkt, der Nachfrage, dem Wochentag oder auch der Saisonzeit abhängig. 

Dem Konsumentenschutz geht das gegen den Strich. Laut Konsumentenschützerin Sara Stalder (59) habe man schon oft vermutet, dass die Gebiete dynamischen Preise für versteckte Preiserhöhungen nutzen. Wir haben nachgefragt, wie unsere Leser dazu stehen. 

So steht die Leserschaft zur fehlenden Transparenz

In einer nicht repräsentativen Umfrage mit über 1'700 Teilnehmern stimmt die Mehrheit dem Konsumentenschutz zu. 84 Prozent der Teilnehmer sehen dynamische Preise als Abzocke. Sie fühlen sich unfair behandelt.

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Während 9 Prozent die schwankenden Preise mit der richtigen Kommunikation akzeptabel finden, sehen darin nur knapp 7 Prozent ein gutes System. 

«Dynamischer Preis heisst einzig Nachteile für den Kunden»

Auch in den Kommentaren werden die Skigebiete ordentlich für ihre fehlende Transparenz kritisiert. «Natürlich haben dynamische Preise nur ein einziges Ziel: Mehreinnahmen!», schreibt Andy Meier. Michael Görlitz schliesst sich an: «Dynamischer Preis heisst einzig Nachteile für den Kunden.»

Karin Sutter kommentiert: «Diese dynamischen Preise bringen der Gesellschaft rein gar nichts. Die Einzigen, die davon profitieren, sind Unternehmen, deren Eigentümer, und die Banken.» Linus Sennrich vergleicht: «Mit dynamischen Preisen ist es wie im Kasino. Die Bank gewinnt immer!»

Nicht wenige haben die Ski wegen solcher klammheimlicher Preiserhöhungen bereits an den Nagel gehängt. Markus Semmler ist einer davon: «Ich habe dem Skifahren abgeschworen. Die Gier der Liftbetreiber ist unendlich. So wie ich denken viele.» Auch Markus Hunziker kritisiert: «Die Preise in den Skigebieten finde ich eine Frechheit. Mir ist das schon lange zu blöd.» 

«Die Nachfrage bestimmt den Preis»

Trotzdem gibt es noch Leserinnen und Leser, die sich von solchen Preisstrategien nicht irritieren lassen. So schreibt Thierry Steiner: «Solange genug Kunden diese Preise bezahlen und es freiwillig ist, ist ja alles in Ordnung.» Christoph Buettiker fügt hinzu: «Das sind Privatunternehmen und sie können ihre Preise so gestalten, wie sie wollen.» Ueli Baltensperger kommentiert kurz und knapp: «Die Nachfrage bestimmt den Preis.»

«Ich bin begeisterter Skifahrer und spreche ab und zu mit Mitarbeitern», berichtet Kurt Frei von sich selbst. Er führt aus: «Alle, die von Abzocke sprechen, sollen doch mal die Zuständigen fragen, wie viel Aufwand jeden Tag gemacht wird, dass wir so tolle Pisten haben.» Den Leuten sei es heutzutage zu wichtig, spontan und unverbindlich unterwegs zu sein. «Spontanität hat halt seinen Preis», so Frei.

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