Leser zu Self-Scan-Dieben
«War klar, dass an den ‹Selbstklaukassen› gestohlen wird»

Immer wieder werden an Self-Scan-Kassen Artikel nicht erfasst. Viele Leserinnen und Leser sind empört darüber und verurteilen dies. Einige nehmen aber auch die Detailhändler in die Mangel. Diese seien selber schuld.
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Ladendetektivin Hanna B. erklärt, dass ihrer Einschätzung nach die Diebstähle an Self-Check-out-Kassen zugenommen hätten.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Sandra S. rechtfertigt Diebstahl an Self-Check-Out-Kassen in Supermärkten
  • 5 Prozent der Befragten scannen bewusst Produkte nicht ein, bei 22 Prozent geht es vergessen
  • 34 Prozent nutzen kein Self-Scan, 39 Prozent erfassen alles korrekt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Alessandro KälinRedaktor Community

«Ich hätte das Geld gehabt, aber es war einfach zu leicht, es nicht zu tun.» So rechtfertigt Sandra S.* (23) den Diebstahl an Self-Checkout-Kassen. Sie ist nicht die Einzige – nur zu oft gehen Einkaufsartikel vergessen oder werden absichtlich nicht eingescannt. Manchen geht es gar nicht nur ums Geld, sondern nur um den Adrenalinkick. Solche Fälle gibt es auch in unserer Leserschaft, wie sich zeigt.

Wie viele Leserinnen und Leser erfassen konsequent?

In einer nicht repräsentativen Blick-Umfrage zu einem Fall, bei dem ein vergessener Artikel Konsequenzen mit sich zog, äusserten sich über 18'000 Personen. 5 Prozent gaben an, dass sie des Öfteren Produkte bewusst nicht einscannen. 22 Prozent gaben an, dass sie schon Artikel vergessen haben. 

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Während 34 Prozent gar kein Self-Scan nutzen, gaben nur 39 Prozent an, dass sie immer brav alles erfassen. In den Kommentaren sieht es ähnlich aus. Die meisten äussern sich empört über die Langfinger am Self-Checkout.

«Die Ehrlichen bezahlen für den Schaden. Aufhören damit!»

Detlef Ullemann ist einer der Aufgebrachten: «Wer beim Einkaufen betrügt, betrügt alle Beteiligten. Anstand, Rücksicht und Respekt gibt es heutzutage nur noch in Büchern nachlesen.» Stefan Tobler teilt seine Sicht: «Jeder schaut nur noch auf sich selbst und wie man den grössten Nutzen für sich selbst gewinnen kann. Korrektheit und Aufrichtigkeit sind Werte, die heutzutage nur noch wenig zählen.»

Milena Helfenstein kommentiert: «Ich finde es ein absolutes No-Go zu versuchen, Waren unbezahlt mitzunehmen. Damit werden alle, die sich korrekt verhalten, bestraft.» Auch Hans Stoll fügt diesbezüglich an und wagt eine These: «Verluste aus Diebstählen fliessen doch schlussendlich wieder in die Preiskalkulation der Produkte ein.» Edy Hug sieht es ähnlich: «Schade, denn die Ehrlichen bezahlen für den Schaden. Aufhören damit!»

Perret Christian appelliert an die goldene Regel: «Was dir nicht gehört, das gehört dir nicht, ist doch einfach. Niemand liebt es, selbst bestohlen oder ausgeraubt zu werden!» Arnold Brust schliesst sich an: «Ich bin sicher, dass diejenigen, die den Nervenkitzel auskosten, wenn sie etwas mitgehen lassen, sehr empört wären, würde man sie betrügen oder bestehlen.»

«Sparen durch Personalabbau und dann jammern, wenn geklaut wird»

Doch nicht alle sehen die Verantwortung bei der Kundschaft. Horst Meyer sieht die Schuld bei den Händlern: «Habe kein Mitleid mit den Geschäften. Das Ganze war ja wohl voraussehbar.» Auch Marc Hauselmann kommentiert: «War klar, dass an den ‹Selbstklaukassen› gestohlen wird. Viele werden sich die geleistete Kassierarbeit für die Geschäfte wohl gleich selbst entlöhnen.»

Martel Müller stellt sich ebenfalls gegen die Detailhändler: «Selber schuld. Seit die Warenhäuser die eigene Arbeit auf die Kunden übertragen haben, anstatt Kassierer einzustellen, zahle ich auch nicht mehr alles.» Auch Matthias Neuenschwander denkt an die Angestellten: «Geld sparen durch Personalabbau und dann jammern, wenn geklaut wird.»

Carl Westermann bleibt pragmatisch: «Die Supermärkte sparen Löhne für Kassenpersonal, die Kunden sparen dann beim Self-Checkout. Ist so gesehen eine Win-win-Situation.» Jürgen Gerber sieht eine klare Kalkulation: «Mit Self-Scanning kann man Personal und Kosten abbauen, nimmt aber gleichzeitig in Kauf, dass zu einem gewissen Prozentsatz geklaut wird.»

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