Darum gehts
- Lindt-Hasen wegen hoher Preise in Kritik, 200 g kosten 9.95 Franken
- Lindt-CEO: Teurer Kakao als Grund, warum Preisreduktion derzeit nicht geplant ist
- Umfrage: 88 Prozent der 14'400 Befragten finden den Goldhasen deutlich zu teuer
Einige deutsche Osternester müssen dieses Jahr wohl ohne Goldhasen auskommen. Ladenbesitzer Tarik Sarikaya aus Hamburg (D) verkauft keine Schoggihasen von Lindt & Sprüngli mehr. Der Grund dafür seien die hohen Preise der Schweizer Schokoladenmarke. Der Hase mit Glöckchen sei laut Besitzer des Nah-und-Frisch-Supermarkts im letzten Jahr von 6.99 Euro auf 8.99 Euro gestiegen.
Auch in der Schweiz liegt der Preis für den 200-Gramm-Hasen bei 9.95 Franken, trotz sinkender Kakaopreise. Für Lindt-CEO Adalbert Lechner (64) ist es aktuell aber noch zu früh, um an Preisreduktionen zu denken. Der Grund sei, dass der aktuell verwendete Kakao schon zu teuren Preisen eingekauft wurde. Für diese Begründung haben unsere Leserinnen und Leser nur wenig Verständnis. Viele schlagen sich auf die Seite des Ladenbesitzers.
Auch der Community ist der Goldhase zu teuer
Eine nicht repräsentative Leserumfrage mit fast 14'600 Teilnehmern zeigt, dass eine überwältigende Mehrheit von 88 Prozent den Lindt-Hasen deutlich zu teuer findet. Weitere 8 Prozent nehmen den Preis nur als etwas zu teuer wahr.
Lediglich 3 Prozent sind der Meinung, der Schweizer Goldhase sei seinen Preis wert. 1 Prozent würde sogar mehr für die Schoggi bezahlen. Die Preiskritiker haben auch in den Kommentaren die Oberhand.
«Auf das Glöggli kann ich verzichten»
Für den Grossteil der Leserschaft sind die Preise von Lindt nicht gerechtfertigt. Anna-Maria Locher gehört dazu: «Der goldene Luxushase ist eindeutig zu teuer.» Chris Maestrani stimmt zu: «Da ist wirklich jeder selber schuld, wer für das Glöckchen so viel bezahlt.» Claudia Schärer lobt Sarikayas Entscheidung: «Finde es richtig, dass dieser Händler Lindts Mondpreise nicht unterstützt. Migros-Hasen sind genauso gut. Auf das Glöggli kann ich verzichten.»
Tamara Bachmann kritisiert die Argumentation des Lindt-CEOs: «Es ist das gleiche Prinzip wie beim Benzin. Steigen die Kosten, so geht der Preis trotz Vorrat umgehend in die Höhe.» Sänken die Preise jedoch, dauere die Preisanpassung ein Jahr, weil ja noch Vorrat vorhanden sei. Peter Sturzenegger ist überzeugt: «Lindt hat sich mit dem Preis vertan. Der Grossteil der Goldhasen wird Ostern wohl auf den Geschäftsregalen feiern.»
«Schweizer Qualität hat eben seinen Preis»
Trotzdem lassen sich auch einige Leserinnen und Leser finden, die Lindts Preispolitik in den Schutz nehmen. Markus J. Meier schreibt kurz und knapp: «Tja, Schweizer Qualität hat eben seinen Preis. Das kann sich nicht jeder leisten.» Auch Beat Oberholzer führt aus: «Kein Mensch muss diese Hasen kaufen. Aber wer Qualität will, muss blechen.»
Andere sehen die Verantwortung bei der Kundschaft. Darunter auch Stefan Weber: «Der Kunde macht den Preis. Wenn Lindt zu teuer wäre, würden sie nichts verkaufen.» Faniella Diwani stimmt zu: «Solange sich genügend Kunden finden lassen, welche dafür bezahlen, wird Lindt die Preise nicht senken. So geht Marktwirtschaft.»