Darum gehts
- Arbeitslosigkeit in der Schweiz stieg Ende 2025 auf 3,1 Prozent
- Arbeitgeber überfordert: Masse an Bewerbungen belasten Vermittlungsstellen stark
- Ältere Arbeitnehmer sollen benachteiligt werden, Jüngere haben bessere Jobchancen
Es gibt wieder mehr Arbeitslose. Das zeigen die neuesten Zahlen des Bundes. So ist die Arbeitslosenquote Ende 2025 auf 3,1 Prozent angestiegen. Dem gegenüber stehen immer weniger Stellen, auf die sich Jobsuchende bewerben können. Unternehmen und Personalvermittler werden von der schieren Anzahl an Bewerbungen überrannt.
Was denkt unsere Community darüber? Leser wie Marcel Weikart nehmen den steigenden Druck auf den Arbeitsmarkt ganz persönlich oder aus ihrem Umfeld wahr: «Die Arbeitslosigkeit ist massiv angestiegen. Ich höre fast von jedem Zweiten, dass man in nächster Zeit arbeitslos ist.» Doch woher kommt diese Entwicklung? Viele machen die Zustände bei der Arbeitsvermittlung und die unrealistischen Ansprüche der Arbeitgeber verantwortlich. Dies vor allem in Bezug auf das Alter der Arbeitnehmer.
Druck von Arbeitgebern und Jobvermittlungen
Für immer mehr ältere Arbeitssuchende wird es herausfordernder, Anschluss zu finden. Yvonne Müller schreibt: «Mein Mann bekam zwei Jahre vor der Pensionierung die Kündigung nach 36 Jahren.» Sein Chef habe gemeint, für seinen Lohn könne er zwei Jüngere einstellen. Christian Bauen fragt: «Wer stellt einen 60-Jährigen ein, wenn er für weniger Geld einen 30-Jährigen haben kann? Genau, niemand.»
Die Unzufriedenheit endet nicht bei den Konzernen. Auch mit dem RAV haben viele Kommentarschreiber während der Stellensuche negative Erfahrungen gemacht. Hans-Rudolf Freund nimmt auch dort unrealistische Erwartungen wahr: «Logisch, wenn das RAV 10 bis 15 Bewerbungen verlangt und es 3 bis 4 realistische im Monat gibt.» So hätten «weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer eine Chance, bei solchen Unmengen an Bewerbungen».
Lisa Schmied berichtet von ihrem Bewerbungsprozess Ähnliches: «Als ich arbeitslos war, musste ich auch unsinnige Bewerbungen verschicken, um auf die geforderte Anzahl zu kommen.»
«Sofort umschulen lassen, bevor es zu spät ist»
Im Angesicht dieser Entwicklungen bangen viele Kommentarschreiber um die Zukunft des Arbeitsmarkts. «Wo führt das hin?», fragt Renate Mäder. Sie ist sich sicher: «Die Chancenlosigkeit ist eine ganz ungesunde Entwicklung, die der Schweiz bald um die Ohren fliegen wird.» Es müsse sich etwas ändern.
Einige Leserinnen und Leser sind der Meinung, für eine Verbesserung müsse man bei den Unternehmen ansetzen. Daniel Fontana fordert: «Firmen, die Arbeitsfachmangel haben, sollten dazu beitragen, auch Quereinsteigern eine Chance zu geben.» Er ist überzeugt, Stellensuchende seien motiviert und gewillt, eine Arbeit zu erlernen. Auch ohne vorheriges Fachwissen. Philipp Rittermann hat einen ähnlichen Ansatz: «Die Unternehmen müssen verpflichtet werden, in erster Priorität die Arbeitslosen einzustellen.»
Andere raten, bei der Arbeitssuche vermehrt auf gefragte Felder zu setzen. «Sofort umschulen lassen, bevor es zu spät ist», schreibt Markus Semmler. Er spezifiziert: «Gesundheitswesen oder Gastro. Nicht mehr lange sind auch diese Branchen voll besetzt.» Walter Grätzer sieht auch dort schwarz: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Branchen wie das Gesundheitswesen überfüllt werden.»