139'000 Arbeitslose
Anzahl Bewerbungen bei Staatsbetrieben steigt deutlich

Im November 2025 zählt das Staatssekretariat für Wirtschaft die höchste Zahl an Arbeitslosen seit der Corona-Krise. Knapp 139'000 Arbeitslose stehen rund 33'000 offenen Stellen gegenüber.
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Personalchef Adi Bucher sieht die schwächelnde Industrie als Hauptgrund dafür, dass die SBB derzeit mit Bewerbungen «überschwemmt» werden.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

  • Arbeitslosenquote in der Schweiz stieg Ende 2025 auf 2,8 Prozent
  • SBB und Post erhalten deutlich mehr Bewerbungen
  • 139'000 Arbeitslose konkurrieren um 33'000 offene Stellen
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Anna Clara KohlerRedaktorin Politik

Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz erreichte Ende 2025 den höchsten Wert seit der Corona-Krise. Vom Fachkräftemangel ist kaum mehr die Rede. Der Arbeitsmarkt hat sich abgekühlt, was unter anderem am Fachkräftemangel-Index des Personaldienstleisters Adecco Group zusammen mit der Universität Zürich zu erkennen ist.

Der Index sank 2025 um rund 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der offenen Stellen ist gesunken, während die Anzahl der beim RAV registrierten Stellensuchenden gestiegen ist, heisst es in der Studie. Die Arbeitslosenquote stieg von 2,3 auf 2,8 Prozent.

139'000 Arbeitslose auf 33'000 offene Stellen

Das Staatssekretariat für Wirtschaft zählte Ende 2025 knapp 139'000 Arbeitslose. Dem stehen lediglich rund 33'000 offene Stellen gegenüber. Entsprechend gehen pro freie Stelle deutlich mehr Bewerbungen ein als in vergangenen Jahren.

Staatsnahe Betriebe bekommen diese Veränderung besonders zu spüren, wie die «NZZ» berichtet. Die SBB beispielsweise sei mit Bewerbungen geradezu überschwemmt worden, wie Personalchef Adi Bucher der Zeitung sagte.

«In unsicheren Zeiten gelten die SBB als sicherer Arbeitgeber und werden attraktiver», sagt Bucher. Er sehe den Hauptgrund für die hohe Nachfrage in der schwächelnden Wirtschaft, insbesondere in der Industrie. Bei der Swisscom und der Schweizerischen Post zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Post erhielt in den Bereichen Marketing, Kommunikation, Personalwesen, Finanzen und IT deutlich mehr Bewerbungen. Für die Logistik oder Stellen beim Fahrpersonal haben sich gleichbleibend viele interessiert.

Abkühlung am Arbeitsmarkt

Dass Bund und Staatsbetriebe als Arbeitgeber immer beliebter werden, sei nicht allein auf eine neue Sehnsucht nach Stabilität zurückzuführen, wie Michael Siegenthaler, Leiter der Arbeitsmarktforschung bei der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, sagt. Auch die aktuelle Abkühlung am Arbeitsmarkt spiele eine Rolle. Bei sinkender Zahl offener Stellen erhalten Unternehmen auch mehr Bewerbungen.

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