Darum gehts
- National- und Ständerat kippen die lebenslange Witwenrente
- Sie soll bald nur noch bis zum 25. Geburtstag des jüngsten Kindes ausbezahlt werden
- So will man 660 Millionen sparen; die Community ist gespalten
Der lebenslangen Witwenrente geht es an den Kragen. Nachdem sich der Nationalrat vor einem Jahr darauf geeinigt hat, dass Verwitwete maximal bis zum 25. Geburtstag des jüngsten Kindes eine Hinterlassenenrente bekommen sollen, zieht nun auch der Ständerat mit. Die kleine Kammer sieht zudem vor, dass Witwen und Witwer vor dem Pensionsalter mit Kindern älter als 25 nur für zwei Jahre eine Rente erhalten. Dafür wird künftig zivilstandsunabhängig ausbezahlt.
Für aktuelle Leistungsbeziehende ab 55 Jahren wird der Besitzbestand geltend. Für jüngere Verwitwete sollen die Renten jedoch eingestellt werden, sobald die Kinder das 25. Lebensjahr vollenden, ebenfalls mit einer Schonfrist von zwei Jahren. Laut dem Parlament sollen damit ganze 660 Millionen Franken eingespart werden. Trotz der enormen Summe stösst die Massnahme in unserer Community eine hitzige Diskussion an.
«Da spart man wieder einmal ganz klar am falschen Ort!»
Viele Leserinnen und Leser sind aufgebracht. Chris Hoss geht mit der Politik ins Gericht: «Das ist nichts anderes als Sozialabbau. Das Parlament tritt lieber nach unten, anstatt die zu unterstützen, die es wirklich brauchen.» Tina Keller kann nur zustimmen: «Immer wird nur überall gestrichen. Man kann definitiv an besseren Orten sparen als beim eigenen Volk.»
Auch Dora Häusermann ist überzeugt: «Da spart man wieder einmal ganz klar am falschen Ort!» Simon Sieber vertritt einen klaren Standpunkt: «Ich finde es einen absoluten Skandal, an der Witwenrente zu rütteln. Wenn die Kosten zu hoch sind, müssen wir diese in den Griff bekommen, und nicht alles gleich abschaffen.» Auch Willi Geissbühler kritisiert: «Eine Frau hat unter Mühen Kinder grossgezogen, aber im Alter erhält sie keine Witwenrente. Das hat mit familienfreundlicher Politik rein gar nichts zu tun!»
Domenico Palella kommentiert: «Die Chancen von 50-jährigen Witwen, die ihr halbes Leben lang Kinder grossgezogen haben, dürften auf dem Arbeitsmarkt ziemlich gering sein. Das wird an der Urne keine Chance haben!» Auch Marco Teta ist überzeugt: «Das Referendum ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Hoffentlich entscheidet wenigstens das Volk mit Verstand und sozialer Verantwortung.»
«Die lebenslange Witwenrente ist ein Relikt aus alten Zeiten»
Andere Leserinnen und Leser sprechen sich klar für die Massnahme aus. So etwa Stefan Gubser: «Sind die Kinder 25, kann eine Witwe wie alle anderen auch eine Arbeitsstelle annehmen. Dieses System kann man durchaus den heutigen Umständen anpassen.» Urs Kuster hebt hervor: «Die Witwenrente hatte früher ihre Berechtigung. Frauen hatten oft keinen Beruf. Heute sieht das anders aus.»
Joel Merlo argumentiert: «Gedacht war dieser Betrag für Leute, die sonst nicht über die Runden kommen. Es werden aber leider auch sehr vermögenden und gut verdienenden Leuten Witwenrenten ‹nachgeschmissen›. Da ist klar, dass irgendwann gekürzt wird.» Petra Heussi argumentiert ähnlich: «Kenne Frauen, die sind schon 20 Jahre geschieden und bekommen dann auf einmal Witwenrente.»
Roger Keller schliesst sich an: «Die Witwenrente ist ein alter Zopf. Warum sollen die nicht wie alle anderen ganz normal arbeiten gehen?» So schreibt auch Michael Ronner: «Die lebenslange Witwenrente ist ein Relikt aus alten Zeiten.» Auch er ist überzeugt, dass es ab einem gewissen Alter der Kinder zumutbar ist, wieder selbst für den Lebensunterhalt zu sorgen. «Tragische Schicksalsschläge verdienen Mitgefühl, aber keine automatische lebenslange Rentengarantie auf Kosten aller anderen.»