Kopfschütteln über LED-Verbot
«Beamte lassen den Amtsschimmel voll raushängen»

Die Stadt Zürich untersagt Restaurants die Nutzung kleiner elektrischer Tischlämpchen im Freien. Gastronomen fühlen sich schikaniert, während die Behörden auf Umweltschutz und bestehende Vorschriften verweisen. Bei der Community stösst das Vorgehen auf Unverständnis.
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Tisch-Lämpchen sorgen in Zürcher Restaurants für Kontroversen.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zürich verbietet LED-Tischlampen auf Restaurantterrassen wegen Lichtverschmutzung seit 2008
  • Gastronomen und Community kritisieren Verbot als kleinlich und übertrieben
  • 11'700 Leser fordern in Umfrage Aufhebung des LED-Lampen-Verbots
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Eva KunzSenior Community Editorin

Ein Abend auf einer Restaurant-Terrasse könnte so gemütlich sein: mit kleinen Lichtspendern in Form von elektrischen Tischlämpchen. Doch ausgerechnet kleine LED-Lampen auf Restaurantterrassen sind den Zürcher Behörden ein Dorn im Auge. Mehrere Gastrobetriebe wurden aufgefordert, die Leuchten zu entfernen, weil sie bewilligungspflichtig seien oder nicht den Auflagen entsprächen. Das Hauptargument: Lichtverschmutzung. Ausgenommen davon ist Kerzenlicht.

Diese Regelung ist zwar nicht neu, das Verbot gilt bereits seit 2008. Doch in letzter Zeit wird die Regel offenbar besonders konsequent durchgesetzt. Bei den Wirten regt sich daher immer mehr Widerstand. Sie kritisieren, die Behörden würden sich an Nebensächlichkeiten abarbeiten, statt sich auf die wirklich drängenden Probleme der Stadt zu konzentrieren. 

Die Stadt Zürich weist den Vorwurf einer übertriebenen Regulierungswut zurück. Sie betont, dass sie lediglich die geltenden Vorschriften konsequent anwende und Lichtemissionen im Interesse von Anwohnern sowie Umwelt und Natur begrenze.

«Jetzt wird es aber langsam peinlich»

Bei der Community sorgt das Vorgehen der Stadt vor allem für eines: Unverständnis. «Schön, wenn unsere Politiker keine anderen Probleme haben», kommentiert etwa Markus Gygli. Viele weitere Nutzer reagieren mit Spott und Ironie. «Es ist wirklich beruhigend zu wissen, dass wir offensichtlich keine wichtigeren Probleme mehr haben», schreibt Peter Steiner. «Endlich können wir unsere gesamte Energie auf diese kleinen Lämpchen konzentrieren – schliesslich sind sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Hauptverursacher der Lichtverschmutzung. Mission erfüllt.»

Andere schlagen eher hässige Töne an: «Jetzt wird es aber langsam peinlich», kommentiert Walter Denzler. Und Thomas Flückiger kann da «nur den Kopf schütteln. Dann sollten alle Strassenlampen und Reklamen wegen Lichtverschmutzung abgestellt werden.»

Grosse Solidarität mit Gastronomen

Zahlreiche Meinungsäusserungen zielen in eine ähnliche Richtung. Wörter wie «birreweich», «lächerlich», «peinlich», «kleinlich» fallen oft. Die Solidarität mit den Zürcher Gastronomen ist gross. Die Argumente der Stadt lassen jedoch die wenigsten gelten. Das legt auch unsere Umfrage nahe, an der insgesamt rund 11'700 Leserinnen und Leser teilgenommen haben.

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Die überwiegende Mehrheit würde es begrüssen, wenn die Stadt Zürich das LED-Lämpchen-Verbot wieder aufheben würde. 

«Und das in einer Grossstadt»

Letztlich lässt sich eine Hauptkritik herauskristallisieren, die etwa von Fredy Wunderlin besonders auf den Punkt gebracht wird. Er sieht hier beim Umgang der Stadt mit Licht mit «zweierlei Mass» gemessen. Während Zürich verschiedene Bauwerke und Brücken beleuchte, würden Gastronomen, die für die Nutzung von Plätzen oder breiten Gehwegen teure Mieten an die Stadt bezahlten, nicht einmal kleine Akku-Tischlämpli aufstellen dürfen. Die Begründung mit der Lichtverschmutzung stösst bei ihm auf Unverständnis: «Und das in einer Grossstadt.»

«Selber schuld», lautet der Tenor einiger weiterer Kommentare. «Die Zürcher haben diese Regierung gewählt. Jetzt müssen sie mit den Folgen leben», schreibt Peter Anderwald. Er kritisiert, Zürich habe zu viele Beamte, die aus vermeintlicher Langeweile «den Amtsschimmel voll raushängen» liessen. Auch bei dieser Einschätzung ist unter den Kommentierenden eine breite Zustimmung spürbar.

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