Grosse Sorge um Gletscher
«Irgendwann ist es zu spät, um etwas zu retten»

Das Gletschereis schmilzt rasant – und sorgt für eine kontroverse Debatte in der Community. Während viele Leserinnen und Leser den Bundesrat endlich zum Handeln auffordern, warnen andere vor neuen Verboten, Abgaben und Einschränkungen.
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Der Bella-Tola-Gletscher im Wallis ist verschwunden.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Gletscher schmelzen 2026 rasant, besonders Bella-Tola und Urirotstock betroffen
  • 84 Prozent der über 5200 Befragten sorgen sich um Gletscherschwund
  • Hitzewellen und Schneemangel bedrohen Gletscher wie Rhonegletscher und Glärnischfirn

Der Sommer 2026 setzt den Schweizer Gletschern massiv zu. Vielerorts war die schützende Schneedecke bereits früh verschwunden, danach liessen mehrere Hitzewellen das Eis weiter schmelzen. Bei einigen kleineren Gletschern ist das Ende bereits Realität: Wo einst Eis lag, kommt heute nur noch Fels zum Vorschein. Auch grössere Gletscher verlieren derzeit in rasantem Tempo an Masse.

Besonders eindrücklich zeigt sich die Entwicklung am Bella-Tola-Gletscher im Wallis und am Urirotstock-Gletscher in den Urner Alpen. Beide haben in diesem Sommer einen Punkt erreicht, an dem kaum noch von einem Gletscher gesprochen werden kann. Doch auch der Glärnischfirn und der deutlich grössere Rhonegletscher kämpfen mit den Folgen von Schneemangel und Hitze. 

Gletschersterben bereitet vielen Sorgen

In einer Leserumfrage zeigt sich, wie sehr die Entwicklung die Community beschäftigt: 64 Prozent der über 5200 Teilnehmenden geben an, dass ihnen das Gletschersterben grosse Sorgen bereitet. Weitere 20 Prozent sagen, dass ihnen angesichts des Gletscherschwunds zumindest hin und wieder mulmig werde. Damit blicken insgesamt 84 Prozent der Abstimmenden mit Unbehagen auf den Rückgang der Schweizer Gletscher. 14 Prozent geben an, dass sie nicht darüber nachdenken, 2 Prozent sind unschlüssig.

Politik gerät unter Handlungsdruck

Viele Leserinnen und Leser sehen deshalb auch die Politik in der Pflicht. Martin Hug fordert ein entschlosseneres Vorgehen: «Der Bundesrat kann doch nicht jedes Jahr aufs Neue feststellen, dass die Gletscher schneller schmelzen, und dann einfach weitermachen wie bisher.» Natürlich könne die Schweiz das Problem nicht alleine lösen. «Aber das kann doch keine Ausrede sein, überhaupt nichts zu tun. Wir sollten mit gutem Beispiel vorangehen.»

Ähnlich äussert sich Ruth Steiner mit Blick auf kommende Generationen: «Mich macht vor allem der Gedanke an die nächsten Generationen nachdenklich. Unsere Kinder und Enkel werden diese Berge vielleicht ganz anders erleben als wir. Wir wissen seit Jahren, dass sich das Klima verändert, trotzdem passiert mir politisch noch immer zu wenig. Irgendwann ist es zu spät, um noch etwas zu retten.»

Für Thomas Leu ist die Zeit des Zögerns längst vorbei. Er kritisiert, dass die Schweiz und andere Länder zu lange gewartet hätten und die Folgen nun umso teurer würden: «Die Symptombekämpfung, die wir nun notgedrungen in Angriff nehmen müssen, wird uns ein Vielfaches kosten, als wenn wir die Dekarbonisierung durchgezogen hätten. Wir hatten mehr als genug Zeit. Jetzt werden wir zahlen, sehr viel.»

Kritik an neuen Verboten und Abgaben

Doch längst nicht alle Leserinnen und Leser sehen in weiteren Klimamassnahmen den richtigen Weg. Einige halten eine Begrenzung des Klimawandels für unrealistisch und plädieren stattdessen dafür, sich stärker auf die Folgen einzustellen. 

Patrick Meier etwa schreibt: «Den Klimawandel leugnet niemand.» Allerdings bezweifelt er, dass sich dieser durch individuellen Verzicht und Einschränkungen aufhalten lässt. Stattdessen müsse die Schweiz lernen, mit den Veränderungen umzugehen und sich an die Natur anzupassen. Als Beispiel nennt er Stauseen in den Bergen, die sowohl Strom produzieren als auch Wasser für den Sommer speichern könnten. Zudem spricht er sich für neue AKW aus, um vom Öl wegzukommen. Sein Fazit: «So löst man Probleme, nicht mit Polemik und Panikmache.»

Auch Marco Acht hält politische Umverteilung nicht für den richtigen Ansatz. «Mir macht das Ganze Sorgen, aber sind wir ehrlich – umverteilen, wie es die Grünen wollen, ist auch nicht die Lösung und hat keine Wirkung. Die einzige Lösung wäre Verzicht, und da ist aus dem ganzen politischen Spektrum niemand bereit.» Er selbst leiste seinen Beitrag, bezweifle aber, dass dies angesichts eines globalen Problems etwas bewirken könne. Sein Fazit: «Klimawandel kennt keine Parteigrenzen.»

Maria Rossi warnt zudem vor immer neuen Belastungen für die Bevölkerung: «Ich sehe das Gletschersterben auch mit Sorge. Aber daraus abzuleiten, dass wir jetzt immer mehr Verbote, Abgaben und Vorschriften brauchen, überzeugt mich nicht.» Klimaschutz dürfe nicht dazu führen, dass sich am Ende nur noch Menschen mit genügend Geld ein normales Leben leisten könnten. Wenn Flüge, Benzin, Heizungen oder Lebensmittel immer teurer würden, treffe das vor allem den Mittelstand. «Die Schweiz allein wird das Weltklima nicht verbessern! Es braucht internationale Lösungen und keine Alleingänge, die hier vor allem den Bürger treffen», argumentiert sie.


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