Dieselpreise polarisieren
«Ich spiele mit dem Gedanken, mein Auto zu verkaufen»

Besonders für Dieselfahrer wird das Tanken immer schmerzhafter. Wir haben unsere Leserinnen und Leser gefragt, wo für sie die Schmerzgrenze liegt. Die Antworten zeigen, wie unterschiedlich die Belastung wahrgenommen wird.
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Derzeit liegt der Preis für Diesel in der Schweiz bei über 2 Franken.
Foto: Patrik Berger

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Dieselpreis in der Schweiz erreicht im Schnitt 2.01 Fr. pro Liter
  • 43 Prozent der Leser empfinden Preise als zu hoch, 29 Prozent zahlen jeden Betrag
  • Nur 8 Prozent nennen 2.10 Fr. als persönliche Schmerzgrenze
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Der Dieselpreis klettert und mit ihm der Frust an den Zapfsäulen. Erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs liegt der Literpreis in der Schweiz wieder bei über zwei Franken. Während Benzin-Fahrer noch vergleichsweise glimpflich davonkommen, trifft es Diesel-Fahrende besonders hart. Laut TCS kostet der Liter derzeit im Schnitt 2.01 Franken, während Bleifrei 95 mit 1.77 Franken deutlich günstiger ist. 

Unsere Leserumfrage zeigt deutlich, dass für viele die Schmerzgrenze bereits überschritten ist. 44 Prozent der Teilnehmenden geben an, dass sie die aktuelle Preisentwicklung schon jetzt als zu hoch empfinden. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele gar keine klare Grenze ziehen können: 29 Prozent sagen, dass sie notfalls jeden Preis zahlen würden. Das deutet darauf hin, wie abhängig viele weiterhin vom Auto sind, sei es beruflich oder im Alltag.

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Feste Preislimiten spielen hingegen nur für eine kleinere Gruppe eine Rolle: 8 Prozent nennen 2.10 Franken als persönliche Grenze, 4 Prozent 2.20 Franken, 2 Prozent 2.30 Franken, 1 Prozent 2.40 Franken und 12 Prozent 2.50 Franken. 

Abhängigkeit wird sichtbar

Insgesamt ergibt sich ein klares Bild: Die steigenden Dieselpreise belasten viele spürbar, doch ein Verzicht auf das Auto ist für einen grossen Teil trotz hoher Kosten kaum vorstellbar. So schreibt Leser Tobias Meyer: «Schmerzgrenze? Ich brauche das Auto, um zur Arbeit zu gelangen, daher stellt sich die Frage nicht.»

Lisa Berger findet ähnliche Worte: «Ich muss die Preise derzeit hinnehmen, da ich auf mein Auto angewiesen bin. Dennoch spiele ich zunehmend mit dem Gedanken, mein Auto zu verkaufen. Irgendwann lässt sich diese Belastung einfach nicht mehr tragen.»

Auch Hans Morgenthaler meint: «Es geht, wie immer, ums Geld. Weil es keine Alternativen gibt, kann man den Diesel so teuer machen, wie man will. Lastwagen, Bagger und Traktoren müssen trotzdem tanken. Diesel wird also künstlich teuer gemacht bzw. gehalten – vor allem hier in der Schweiz.»

Ein nüchterner Blick auf Dieselpreise

Doch nicht alle teilen den Frust über die steigenden Preise. Einige Leserinnen und Leser ordnen die Situation nüchterner ein. So schreibt Leser Michael Rahm: «Der Dieselpreis ist zwar höher als Bleifrei, aber unter dem Strich dennoch günstiger, da ich damit etwa 50 Prozent weiter komme. Ich hatte vorher einen Benziner, anschliessend dasselbe Modell als Diesel. Und ich fahre mit einem vollen Tank über 50 Prozent mehr Kilometer als vorher.»

Auch Michael Urech sieht den Preisanstieg weniger dramatisch und verweist auf die Wahl des Fahrzeugs: «Es gibt auf dem Occasionsmarkt Tausende von Autos, die etwa 6 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer brauchen. Da spielt der Spritpreis nur eine untergeordnete Rolle. Wer die Protzkarre nicht mehr zu betanken vermag, kann sie ja verkaufen.»

Joseph Hodel blickt über den Diesel hinaus und wirft einen grundsätzlichen Blick auf die Betriebskosten: «Wer rechnet und selber eine Steckdose in der Garage hat, fährt elektrisch schon lange günstiger. Die Betriebskosten halbieren sich gegenüber einem Spritschlucker. Das ist nur die Ökonomie, bei der ökologischen Seite ist die Bilanz sowieso um Welten besser zugunsten der E-Mobilität.»

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