Leser zur Abwanderung in Zug
«Kein Büezer kann sich diese Mieten noch leisten!»

Die Bevölkerungszahl im Kanton Zug ist geschrumpft. Viele Schweizerinnen und Schweizer können sich die hohen Mieten der Steueroase nicht mehr leisten, erklären Experten. Das zeichnet sich bis in den hohen Mittelstand ab. Die Frustration in unserer Community ist gross.
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Im Kanton Zug zogen in den letzten Jahren deutlich mehr Schweizer weg als zu.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

  • Zugs Bevölkerung schrumpft wegen hoher Mieten
  • Rentner und Mittelstand leiden, während Reiche profitieren
  • Leserumfrage: 65 Prozent würden gehen, viele kritisieren die Politik
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Alessandro KälinRedaktor Community

Das Wohnparadies Zug beginnt für viele zu bröckeln. In der ersten Hälfte dieses Jahres ist die Bevölkerungszahl in dem Kanton gesunken. Viele Schweizerinnen und Schweizer ziehen um und lassen sich anderorts nieder. Grund dafür sind die gewaltige Wohnungsnot und die daraus resultierenden hohen Mieten. Hendrik Budliger (51) des Forschungs- und Beratungsbüros Demografik geht auf den Trend ein.

Vor allem Schweizer Rentner, die normalerweise eher selten den Kanton wechseln, ziehen aktuell in einem hohen Mass aus Zug weg, so Budliger. Er führt aus: «Bei der Pension sinkt das Einkommen deutlich. Rentner profitieren also weniger von den tiefen Steuern und zahlen weiterhin hohe Mieten.» Die Rechnung gehe für viele nicht mehr auf. Diese Entwicklung ist bereits bis in den hohen Mittelstand spürbar. Reichere Bevölkerungsschichten haben hingegen deutlich weniger Probleme. Die Mehrheit der Community kann die Flucht aus Zug sehr gut nachvollziehen.

So steht die Community zum Wegzug wegen hohen Mietpreisen

In einer Leserumfrage mit über 1200 Teilnehmern gaben ganze 65 Prozent an, dass sie ihre Heimat ebenfalls verlassen würden, wenn sie sich das Wohnen dort nicht mehr leisten könnten. Weitere 24 Prozent würden ohne Alternativen zumindest darüber nachdenken.

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Die verbliebenen 11 Prozent bleiben nach eigenen Aussagen standhaft. Sie würden lieber an anderer Stelle sparen, als den Heimatkanton zu verlassen. In den Kommentaren teilen derweil viele ihre eigenen Erfahrungen und Unzufriedenheiten.

«Wir Normalbürger können uns die Mieten nicht mehr leisten»

Mehrere Leserinnen und Leser sind von den Mietpreisen in Zug direkt betroffen. Unter ihnen ist auch Marc Zulian: «Obwohl wir seit 25 Jahren in Zug leben, reicht es bei uns nicht einmal für die Miete und die Krankenkassenprämien. Es muss sich etwas ändern. Sonst sind wir auch gezwungen, wegzuziehen.» Yvonne Müller geht es ähnlich: «Wie soll ich als Pensionierte mit 4000 Franken Rente eine Miete von 4000 Franken bezahlen?»

Emilio Marono berichtet von sich selbst: «Weggezogen bin ich noch nicht, doch die steigenden Preise ruinieren den Kanton langsam aber sicher.» Mark Grunder schreibt: «Ich wohne in der Stadt Zug und bin Vater. Ich befürchte, wenn die Kinder nicht Oberarzt oder IT-Spezialist werden, haben sie künftig keine Chance, hier zu wohnen.» Miriam Schärer fügt an: «Wir Normalbürger können uns die Mieten im Kanton Zug schlicht nicht mehr leisten.»

«Der Kanton Zug entwickelt sich zum Bonzenkanton!»

Eine Mehrheit der Leserschaft geht zudem mit der Zuger Politik ins Gericht. Roman Simic ist einer von ihnen: «Die Regierung verspricht ständig, aber faktisch ändert sich sehr wenig. Ein Armutszeugnis für Zug.» Auch Margrit Pfister appelliert: «Niemand, der sein Leben lang als Büezer gearbeitet hat, kann sich diese Mieten noch leisten! Das ist ein Warnsignal!»

Paul Betschart schreibt unzufrieden: «Die Realität auf dem Zuger Wohnungsmarkt zeigt einmal mehr, wo die Prioritäten liegen.» Hans Gusen ist ebenso desillusioniert: «In Zug sind Geld, Steuereinnahmen und wohlhabende Expats offenbar wichtiger als die einheimische Bevölkerung.» Für Linus Sennrich ist klar: «Der Kanton Zug entwickelt sich immer mehr zum Bonzenkanton!»

Patrick Zola kommentiert: «Mit einer geschickten Steuerpolitik hat Zug viele Wohlhabende angezogen. Es gibt aber nicht nur Steinreiche, sondern auch den Mittelstand, welcher genauso wichtig ist.» Eine Stadt besteht laut ihm nicht nur aus Geld und Luxus. Zola fügt an: «Der Kanton muss aufpassen, sonst wandern genau jene ab, die Zug so lebendig machen.»

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