Leser zu höheren IV-Lohnbeiträgen
«Sucht mal nach den Ursachen, anstatt uns die Taschen zu leeren!»

Um steigende IV-Kosten auszugleichen, will der Bundesrat die Lohnbeiträge erhöhen. Gutverdienende werden davon stärker betroffen sein. Kritiker aus dem bürgerlichen Lager sehen in der Massnahme reine Symptombekämpfung. Unsere Community ist geteilter Meinung.
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Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider will verhindern, dass immer mehr junge Erwachsene wegen psychischer Erkrankungen dauerhaft eine IV-Rente beziehen.
Foto: CHRISTIAN BEUTLER

Darum gehts

  • Die IV schrieb 2025 über 200 Mio. Franken Verlust
  • Ab 2030 sollen Lohnbeiträge um 0,2 Punkte steigen, für besser Verdienende noch stärker
  • Junge IV-Fälle sollen Beratung erhalten; die Reaktionen sind geteilt
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Alessandro KälinRedaktor Community

Die IV braucht dringend mehr Geld. 2025 schrieb die Versicherung über 200 Millionen Franken Verlust. In den nächsten Jahren könnte es noch schlimmer werden. Um das Minus auszugleichen, will der Bundesrat bei den Löhnen ansetzen. Genauer sollen die Lohnbeiträge an die Invalidenversicherung ab 2030 um 0,2 Prozentpunkte angehoben werden. Bei allen, die mehr als 181'440 Franken brutto pro Jahr verdienen, sind es zusätzlich 0,6 Prozent auf das darüberliegende Einkommen. Gutverdienende trifft die Massnahme also härter.

Zudem will der Bund dauerhaften IV-Renten für junge Erwachsene mit psychischen Problemen entgegenwirken. 18- bis 24-Jährige mit Eingliederungspotenzial sollen finanzielle Unterstützung für eine persönliche Beratung erhalten, um wieder im Arbeitsleben Fuss zu fassen.

Die FDP kritisiert die Pläne von Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider (62) in einer Mitteilung. Statt die Bevölkerung mit höheren Lohnabzügen zu belasten, solle der Bund dafür sorgen, dass Menschen im Arbeitsmarkt bleiben oder rasch in den Beruf zurückkehren. Auch in unserer Community sorgt die Lösung des Bundesrates für Aufregung.

«Eine absolute Frechheit, was sich der Bund leistet!»

Vielen Leserinnen und Lesern gefällt es ganz und gar nicht, dass die Lohnbeiträge steigen sollen. Markus Müller ist stinksauer: «Es kommen immer mehr Sozialleistungen dazu, die wir Arbeitnehmer zahlen sollen. Eine absolute Frechheit, was sich der Bund leistet!» Andi Fust kann nur zustimmen: «Wieso wird die arbeitende Bevölkerung immer mehr zum Vorteil aller anderen ausgepresst? Das geht so einfach nicht mehr.»

Matthias Renevey ist überzeugt: «Das ist ein Angriff auf die Arbeiterklasse, der am Ende nur wenig bringen wird. Dieses Phänomen nennt man auch: Symptombekämpfung.» Monika Lutz schlägt deswegen vor: «Vielleicht sollte man erst mal die IV grundsätzlich neu aufbauen, anstatt immer wieder neue Geldquellen zu suchen.»

Thomas Moser hebt hervor: «Es werden immer mehr Junge leichtfertig in die IV abgeschoben. Das ist keine Lösung.» Guido Dal Maso bläst ins selbe Horn: «Wir müssen aufhören, so vielen jungen Erwachsenen aufgrund psychischer Probleme Vollrenten zuzusprechen. Jedes Jahr werden es mehr. Das ist ein Fass ohne Boden.» Christoph Jost schreibt: «Sucht mal nach den Ursachen anstatt den Bürgern in die Tasche zu greifen!»

«Wer viel hat, soll auch mehr zurückgeben»

Andere sehen im Vorgehen des Bundesrats kein Problem. Manfred Rohner appelliert an das Mitgefühl der Bevölkerung: «Etwas Empathie und Solidarität für die IV-Bezieher wäre angebracht. So funktioniert unsere Gesellschaft.» Rainer Baumann kann nur zustimmen: «Wir sprechen hier von 0,2 bis 0,6 Prozent. Schmerzlos für die allermeisten von uns. Vor allem, wenn man damit jemandem helfen kann.»

Daniel Müller ist überzeugt: «Wir haben kein Ausgabeproblem, sondern ein Einnahmeproblem. Für mich geht es damit klar in die richtige Richtung.» Paul Meyer lobt zudem, dass höhere Gehaltsgruppen stärker belastet werden: «Das ist völlig richtig, dass die sehr gut Verdienenden mehr zur Kasse gebeten werden. Bei so einem Einkommen tut dieser Beitrag wirklich nicht weh.»

Auch Marlow Bohner kommentiert: «Gut so! Dass ab fast 200'000 Franken ein bisschen mehr abgezogen wird, find ich jetzt nicht sonderlich tragisch.» Dominik Bamert ist genauso optimistisch: «Hier ist der Bund zur Abwechslung mal auf dem richtigen Weg. Wer viel hat, soll auch mehr zurückgeben. Wäre auch bei der 13. AHV und den Krankenkassen eine Überlegung wert.»

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