Kritische Leser-Stimmen
«Airbnb sollte längst sanktioniert werden»

Das Airbnb-Teilverbot in Zürich polarisiert: Längst nicht alle aus der Community sehen darin einen wirksamen Schritt gegen die Wohnungsnot.
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Airbnb-Schlüsselboxen wie diese dürften in Zürich bald verschwinden.
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Eva KunzSenior Community Editorin

Wer in Zürich eine Wohnung sucht, konkurriert mit einem knappen Angebot und hohen Preisen. Gleichzeitig werden Wohnungen zeitweise an Geschäftsreisende und Touristen vermietet – etwa über Plattformen wie Airbnb. Genau hier setzt die Stadt mit strengeren Regeln für kommerzielle Kurzzeitvermietungen an. Doch die Massnahme stösst auf Widerstand: Airbnb wehrt sich gegen die Einschränkungen und bestreitet, dass Mieten in Zürich dadurch sinken werden.

Ein Blick über die Landesgrenze zeigt, dass dieses Infragestellen nicht von ungefähr kommen könnte. Erfahrungen aus anderen europäischen Städten offenbaren, dass die Zahlen der Airbnb-Inserate nach strengeren Vorschriften teilweise zwar gesunken sind – die Mieten stiegen dennoch weiter.

Überdies kommt das Teilverbot nicht ohne zusätzliche Kosten für die Stadt Zürich aus: Für die Kontrollen wurden fünf befristete Vollzeitstellen geschaffen, die jährlich rund 650'000 Franken kosten. Zudem sorgt das Thema nicht nur bei Airbnb für Sprengstoff: Seit der Einführung der Einschränkung am 1. September dieses Jahres sind 337 Anzeigen eingegangen.

Kritik und Zustimmung für Kurs der Stadt

Das eingeführte Teilverbot für kommerzielle Kurzzeitvermietungen in Zürich stösst in der Community auf unterschiedliche Reaktionen. Einige Kommentierende kritisieren den Kurs der Stadt grundsätzlich. Kurt Baumgartner schreibt: «Typisch linke Politik: künstlichen Feind schaffen und vom eigenen Versagen ablenken.» Auch Roland Sandmeier spricht sich gegen den Entscheid der Stadt aus und spricht von «Pflästerli-Politik». Das habe nie was gebracht. «Komplett verbieten – das wäre Politik.» Auch für Heiri Meier greift die Massnahme zu kurz: «Das löst das Problem überhaupt nicht, schon gar nicht langfristig.»

Petro Mandulj bewertet den Kurs Zürichs hingegen positiv. Er schreibt: «Das ist der richtige Schritt. Es kann nicht sein, dass ein Einzelhaushalt eine 4,5-Zimmer-Wohnung besetzt und diese dann vermietet.»

Andere wehren sich wiederum vehement gegen staatliche Eingriffe in die Vermietung. Pit Miller schreibt etwa: «Also ich habe selbst Wohnungen. Ich habe investiert. Ich bestimme, was ich damit mache, und niemand sonst.» Stephan Niederer kontert ebenfalls: «Das Recht zur Untervermietung steht im OR, also müsste dieses erst geändert werden.»

Weniger Airbnb-Wohnungen – mehr Mietwohnungen?

Ein zentraler Streitpunkt, der die Leserschaft darüber hinaus beschäftigt, ist die Frage, ob damit die Wohnungsknappheit tatsächlich wirksam bekämpft werden kann. Martin Bachmann ist überzeugt: «Wenn es weniger Airbnb-Wohnungen hat, gibt es logischerweise mehr Mietwohnungen. Das kann Airbnb jetzt so lange schönreden, wie sie wollen.» Fakt sei für ihn: «Sie verknappen das Angebot zusätzlich und treiben so Preise in die Höhe.» Walter Pero vertritt dieselbe Annahme. Ein Verbot von Kurzzeitwohnungen dürfte langfristig zu tieferen Mieten führen. Er begründet das damit, dass solche Wohnungen andernfalls dem regulären Mietmarkt fehlten.

Stephan Aeschbacher stellt diese Argumentation indes infrage und verweist auf die Mietpreisentwicklung in anderen Städten: «Und weshalb sind denn in Barcelona und Amsterdam die Mieten trotzdem derart überdurchschnittlich gestiegen?» Silvan Kummer antwortet direkt auf diesen Einwand: «Ganz einfach, weil es trotz Airbnb-Einschränkung noch immer zu wenig Wohnungen hat.»

Leser befürchtet «soziale Katastrophe»

Während sich die einen vor allem mit der Wirksamkeit des Teilverbots beschäftigen, richtet sich die Kritik anderer direkt gegen die Plattform. Didi Maier fordert radikale Konsequenzen: «Airbnb sollte längst sanktioniert werden.»

Gandul Pull Gently geht in seiner Kritik an Kurzzeitvermietungsplattformen noch weiter und spannt den Bogen bis zu langfristigen, gesellschaftlichen Folgen – befürchtet gar eine «soziale Katastrophe». Was die Tätigkeit solcher Plattformen im vergangenen Jahrzehnt bewirkt hätten, würde uns erst in den kommenden Jahren vollends bewusst werden, ist er überzeugt. «Millionen von Objekten sind dem Wohnungsmarkt weltweit entzogen worden und werden für Massenobdachlosigkeit und soziale Unruhe nie gesehenen Ausmasses sorgen.» Dringend gefragt sei deshalb «eine strenge Regulierung des Wohnungsmarkts».

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