Debatte um Einwanderungsabgabe
«Die Kosten sollten nicht von der Bevölkerung getragen werden!»

Wirtschaftsführer Alfred Gantner will Unternehmen für ausländische Fachkräfte zur Kasse bitten. In der Blick-Community findet die Forderung viel Zuspruch. Andere Leser bezeichnen die Idee als «völlig absurd» und warnen vor Folgen.
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Alfred Gantner (58) fordert, dass Unternehmen zahlen müssen, wenn sie ausländische Arbeitskräfte in die Schweiz holen.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Gantner fordert Abgaben von Unternehmen für ausländische Arbeitskräfte.
  • 70 Prozent der über 3400 Umfrageteilnehmenden befürworten Abgabe
  • Kritiker warnen vor höheren Preisen für Konsumenten sowie vor negativen Folgen für Wirtschaft

Wer ausländische Arbeitskräfte in die Schweiz holt, soll dafür bezahlen: Wirtschaftsführer Alfred Gantner fordert, dass Unternehmen künftig eine Abgabe für ausländische Mitarbeitende entrichten. Das Geld soll anschliessend an Schweizer Haushalte verteilt werden.

Auch im Ständerat wurde zuletzt über eine solche Einwanderungsabgabe diskutiert. Gemäss dem dort behandelten Vorschlag sollen Arbeitgeber jährlich mindestens 4000 Franken pro ausländischer Arbeitskraft bezahlen müssen. Die Abgabe würde allerdings erst greifen, wenn der Bundesrat eine Schutzklausel aktiviert. Dafür gelten strenge Voraussetzungen.

Community begrüsst Vorschlag

Die Forderung von Alfred Gantner stösst bei der Blick-Community auf grosse Zustimmung. In einer Leserumfrage sprechen sich 70 Prozent der über 3500 Teilnehmenden dafür aus, dass Unternehmen eine Abgabe für ausländische Fachkräfte bezahlen, die sie in die Schweiz holen. 17 Prozent halten eine solche Abgabe für Unsinn und betonen die Bedeutung ausländischer Arbeitskräfte für die Wirtschaft. Weitere 6 Prozent würden die Abgabe nur bei Firmen mit besonders hohem Ausländeranteil befürworten, während 7 Prozent befürchten, dass die zusätzlichen Kosten am Ende bei den Konsumentinnen und Konsumenten landen.

Auch in den Kommentaren wird die Forderung kontrovers diskutiert. Während einige Leserinnen und Leser strengere Regeln und finanzielle Sicherheiten verlangen, warnen andere vor den Folgen für die Wirtschaft und die Versorgung in der Schweiz.

Mehr Verantwortung für die Wirtschaft?

Für Esther Schneider ist klar: «Wenn Unternehmen gezielt Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren, profitieren sie direkt davon. Deshalb finde ich es fair, wenn sie einen zusätzlichen Beitrag an die Allgemeinheit leisten.» Schliesslich brauche es mehr Wohnungen, Schulplätze und Verkehrsinfrastruktur, wenn die Bevölkerung wächst. «Diese Kosten sollten nicht allein von der Bevölkerung getragen werden!»

Auch Rolf Oehen unterstützt Gantners Vorschlag und fordert zusätzliche finanzielle Sicherheiten. «Dieses unkontrollierte Wachstum bringt gigantische Kosten und wie derzeit sicht- und spürbar, massiven Ärger.» Die Sozialkosten stiegen massiv, während nur wenige im Übermass profitierten, schreibt er. «Per Saldo ein riesiges Verlustgeschäft!»

In eine ähnliche Richtung argumentiert Hanspeter Steinmann: «Wer von ausländischen Arbeitskräften profitiert, soll auch Verantwortung für die Folgen der Zuwanderung übernehmen.» Eine Abgabe könne dazu beitragen, die zusätzlichen Kosten für Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen mitzufinanzieren. Gleichzeitig müsse sie fair ausgestaltet sein und dürfe die Wirtschaft nicht unnötig belasten.

Gegenstimmen warnen vor Folgen

Andere Leserinnen und Leser sehen die Forderung wiederum kritisch. Sam Altenmann bezeichnet die Idee als «völlig absurd». Ohne ausländische Arbeitskräfte würden seiner Ansicht nach das Gesundheitswesen, die Gastronomie, der Tourismus sowie Teile des Bauwesens und der Forschung «schlicht zusammenbrechen».

Theo Märki warnt zudem, dass durch die Abgabe «alles noch teurer wird, als es sonst schon ist». Er befürchtet, dass Unternehmen die zusätzlichen Kosten auf ihre Produkte und Dienstleistungen überwälzen könnten. Bezahlen müssten am Ende also nicht die Firmen selbst, sondern die Kundinnen und Kunden.

Auch Rolando Rappi hält eine Einwanderungsabgabe für zu kurz gedacht. «Wir sind auf Zuwanderung angewiesen, speziell Personen, die sich integrieren und anpassen», schreibt er. Statt eines einmaligen Betrags schlägt er eine andere Lösung vor: Zugewanderte sollen seiner Ansicht nach erst nach fünf Jahren, in denen sie durch eigene Arbeit Sozialversicherungsbeiträge bezahlt haben, Anspruch auf die vollen Sozialleistungen erhalten. Bis dahin sollen die Leistungen anteilsmässig ausfallen. Damit wolle er eine «Schwelle und Filterfunktion» schaffen, ohne auf Zuwanderung zu verzichten.

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