Leser zu mickrigen Lohnerhöhungen
«Wenn das so weitergeht, arbeiten wir bald gratis!»

Eine neue UBS Lohnumfrage zeigt, dass die Löhne 2027 erneut nur sehr bescheiden steigen. Im Schnitt gerade mal um ein Prozent. 0,2 Prozent nach Abzug der Teuerung. Unsere Community ist aufgebracht. Viele haben genug von starren Gehältern bei steigenden Lebenskosten.
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Der Grossteil der Schweizer Angestellten darf sich im kommenden Jahr nur auf eine Mini-Lohnerhöhung einstellen.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • UBS: 400 Firmen planen 2027 nur 1 Prozent mehr Lohn, real 0,2.
  • 2026 real 0,4; UBS nennt tiefe Inflation und Vorsicht als Gründe.
  • Leserumfrage: Nur 6 Prozent bekamen für 2027 mehr, viele fordern zusätzlichen Ausgleich.
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Alessandro KälinRedaktor Community

Wer im nächsten Jahr auf eine ordentliche Gehaltserhöhung hofft, muss sich voraussichtlich auf eine Enttäuschung einstellen. Die neue Lohnumfrage der UBS unter knapp 400 Schweizer Unternehmen zeigt, dass die Lohnrunden auch 2027 minimal ausfallen werden. Im Schnitt sind in den Schweizer Firmen Lohnanstiege von gerade mal einem Prozent vorgesehen. Die allgemeine Teuerung miteinberechnet, bleiben sogar nur 0,2 Prozent.

Im aktuellen Jahr liegt das erwartete Reallohnplus zumindest doppelt so hoch, also bei 0,4 Prozent. Trotz positiven Wirtschaftsaussichten macht sich also eine deutliche Einbusse bemerkbar. UBS-Ökonomin Meret Mügeli legt die schleichende Lohnentwicklung an den tiefen Inflationserwartungen und der weiterhin vorsichtigen Personalplanung der Firmen fest. Diese Aussichten gefallen unserer Leserschaft ganz und gar nicht. Manche haben grosse Hoffnungen ins nächste Jahr gesetzt.

Das sind die Lohnerwartungen der Community

Wie eine Leserumfrage mit über 2000 Teilnehmern zeigt, haben bisher gerade mal 6 Prozent bereits eine Lohnerhöhung für 2027 bekommen. 15 Prozent hoffen stark auf mehr Geld. 25 Prozent spekulieren ebenfalls, rechnen aber nicht mit einer hohen Summe.

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Eine weitere Gruppe, die 21 Prozent ausmacht, hat wiederum wenig Hoffnung auf einen Lohnanstieg, auch wenn sie darauf angewiesen wären. Weitere 21 Prozent sind felsenfest überzeugt, sie haben gar keine Chance auf höhere Bezahlung. Nur 13 Prozent sind mit ihrem aktuellen Endgeld zufrieden. In den Kommentaren ist der Unmut gross.

«Die Firmen haben jedes Jahr eine neue Ausrede»

Eine Mehrheit der Leserschaft hat genug von den schleichenden Lohnentwicklungen. Christoph Jost ist überzeugt: «Das ist die Folge der schockierenden Wirtschaftspolitik in der Schweiz. Sehr besorgniserregend.» Edgar Brülhart fragt: «Wie sollen die Arbeitnehmer alles bezahlen mit den steigenden Kosten? Nur noch von Wasser und Reis ernähren?»

Armando Sarescia rügt die Unternehmen: «Die knausrigen Firmen haben jedes Jahr eine neue Ausrede, um das Geld bei sich zu behalten.» Maurizio Trevisan bläst ins gleiche Horn: «Wichtig ist, dass die CEOs ihr Lohnkonto aufstocken können. Was mit den einfachen Büezern passiert, ist denen egal.»

Auch Eva Betschart reicht es: «Wir arbeiten in der Schweiz immer mehr, aber zu einem Gehalt, das nicht länger zum Leben reicht! Immer mehr müssen Ersatzleistungen beantragen.» Thomas Müller ist stinksauer: «Wir bezahlen mehr, als wir für die Arbeit kriegen. Wenn das so weitergeht, arbeiten wir bald gratis!»

«Warum nicht den Teuerungsausgleich anheben?»

Viele Leserinnen und Leser sehen sofortigen Handlungsbedarf. Maurizio Trevisan schreibt etwa: «Die Lebenskosten steigen und steigen, während der Teuerungsausgleich sinkt und sinkt. Da muss sich etwas ändern!» Erika Koller schlägt vor: «Die Teuerung ist in den letzten Jahren mit den Treibstoffen, Krankenkassen, Wohnungsmieten und den Lebensmitteln enorm gestiegen. Warum also nicht den Teuerungsausgleich anheben?» Marcel Imhof geht noch weiter: «Mittlerweile wäre fast schon ein monatlicher Teuerungsausgleich angebracht.»

Walter Grätzer ist überzeugt, dass nur die Bevölkerung einen Wandel herbeiführen kann: «Den permanenten Teuerungsschub schafft die Mehrheit der Stimmbürger selber. Und zwar indem sie bei jeder Forderung, die mehr Steuern kosten, ein Ja in die Urne legen.» Reinhard Deiss findet ebenso: «Darum müssen Dinge wie die Mehrwertsteuererhöhung abgelehnt werden. Wehrt euch!» Auch für Othmar Kamm ist klar: «Jede Steuererhöhung sollte vom Volk abgelehnt werden, bis diese Ausbeutung aufhört.»

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