Trotz besserer Konjunkturaussichten
Nächstes Jahr gibts für Schweizer Angestellte schon wieder nur Mini-Lohnerhöhungen

Nächste Enttäuschung für Arbeitnehmer: Auch 2027 steigen die Löhne nur bescheiden. Laut der neuen UBS-Lohnumfrage bleibt nach Abzug der Teuerung ein Plus von gerade einmal 0,2 Prozent – halb so viel wie im laufenden Jahr.
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Der Grossteil der Schweizer Angestellten darf sich im kommenden Jahr nur auf eine Mini-Lohnerhöhung einstellen.
Foto: Keystone
Nathalie Benn, RIngier
Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Schweizer Angestellte mussten sich bereits dieses Jahr mit einer mageren Lohnrunde begnügen. Wer auf baldige Besserung hoffte, wird jetzt enttäuscht. Auch 2027 dürften die Löhne nur bescheiden steigen, wie die neue Lohnumfrage der UBS unter knapp 400 Schweizer Unternehmen zeigt. Demnach planen die Firmen im Schnitt Lohnerhöhungen von gerade einmal 1 Prozent – nach 1,1 Prozent im laufenden Jahr.

Besonders bitter: Nach Abzug der Teuerung bleibt davon kaum etwas übrig. Schweizer Arbeitskräfte erhalten demnach 2027 gerade einmal 0,2 Prozent mehr Reallohn. Bei diesem ist die Inflation bereits berücksichtigt und herausgerechnet. Im laufenden Jahr beträgt das erwartete Reallohnplus immerhin 0,4 Prozent, 2025 lag es bei 0,7 Prozent. «Der Wert von 0,2 Prozent liegt sowohl unter dem langfristigen Durchschnitt als auch unter dem für 2026 erwarteten Reallohnwachstum», schreibt die UBS dazu.

Diese Branchen zahlen am meisten

Wie viel mehr Lohn es gibt, hängt stark von der Branche ab. Am grosszügigsten zeigen sich laut UBS-Umfrage die Unternehmen in der Energiebranche sowie der Ver- und Entsorgung. Dort sollen die Löhne um 1,5 Prozent steigen. Das dürfte auch mit dem Iran-Krieg zusammenhängen: Energiekonzerne gehen daraus als die grossen Profiteure hervor. Denn die gestiegenen Rohstoffpreise bescheren ihnen satte Gewinne. Ein Beispiel ist der Schweizer Rohstoffriese Glencore aus Zug: Dessen Gewinn aus dem Energiehandel fiel im ersten Halbjahr 2026 gleich 66-mal so hoch aus wie im Vorjahr.

In der Chemie- und Pharmabranche sowie in der Metallindustrie sind es jeweils 1,2 Prozent.

Die grossen Verlierer sind auch dieses Jahr exportorientierte Branchen und Firmen. Bei diesen fällt der Lohnanstieg besonders tief aus. Etwa in der Uhren- und Schmuckbranche mit einem geplanten Plus von lediglich 0,7 Prozent. In den meisten übrigen Branchen – darunter Banken, Versicherungen, Baugewerbe und Gesundheitswesen – liegt die erwartete Lohnerhöhung bei 1 Prozent.

Wirtschaft erholt sich – Löhne kaum

Dabei hellen sich die Wirtschaftsaussichten in der Schweiz auf: «Die Wirtschaft hat sich bereits deutlich ihrem langfristigen Wachstumstrend angenähert», so die UBS. Knapp die Hälfte der befragten Firmen erwarte für 2027 einen moderaten Aufschwung. Aber: «Gleichzeitig rechnet die Mehrheit mit einer unveränderten Arbeitslosenquote und einem stagnierenden Personalbestand.»

Die Konjunkturaussichten haben sich also deutlich verbessert. «Die Erholung kommt am Arbeitsmarkt und bei den Löhnen aber nur langsam an», erklärt UBS-Ökonomin Meret Mügeli. Die tiefen Inflationserwartungen und die weiterhin vorsichtige Personalplanung der Firmen würden für eine verhaltene Lohnentwicklung sprechen.

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