Neuer Fashion Report deckt auf
Wie viel Tierleid steckt in Schweizer Brands?

Für unsere Kleidung bezahlen Tiere weltweit oft mit Schmerzen. Der aktuelle Fashion Report von Vier Pfoten nimmt Schweizer Marken ins Visier und zeigt, wer beim Tierwohl mit gutem Beispiel vorangeht, und wer weiterhin wegschaut.
Merinowolle ist ein beliebter Bestandteil der Modeindustrie, bekannt für ihre besonders feinen, weichen und temperaturausgleichenden Fasern.
Foto: Bente Stachowske
Das ist ein bezahlter Beitrag, präsentiert von Vier Pfoten

Die Konsumentinnen und Konsumenten hierzulande sind kritischer geworden. Eine YouGov-Umfrage zeigt: 83 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz sind sich der Tierschutzprobleme in der Modeindustrie bewusst. Wie reagiert die Branche auf diesen Druck?

Der «Fashion Report 2026» von Vier Pfoten nimmt internationale und nationale Marken unter die Lupe. Dreizehn Schweizer Retailer, Fashion- und Outdoormarken wurden in den Kategorien Wolle, Daunen, Pelz und der Reduktion von tierischen Materialien bewertet. Das erfreuliche Fazit: Die Schweiz gehört international zu den vorbildlichsten Märkten. Doch hinter den Kulissen gibt es noch immer viel zu tun.

Lämmer werden für die Produktion von Merinowolle verstümmelt

Insbesondere in der Wollindustrie kommt es immer wieder zu gravierenden Missständen. Die Schur der Schafe kann sehr brutal ausfallen. Oft fehlt es an ausreichender Schmerzlinderung, etwa bei medizinischen Eingriffen wie dem sogenannten Mulesing. Für diesen Eingriff sei der Begriff Lämmerverstümmelung laut Vier Pfoten treffender.

Merinoschafe wurden jahrzehntelang selektiv gezüchtet, damit sie mehr und feinere Wolle produzieren. Dadurch entwickeln sie überschüssige Haut, die mehr Oberfläche für das Wollwachstum bietet. Diese überschüssigen Hautfalten werden zu einem Hotspot für Schmeissfliegen. Bei der Lämmerverstümmelung werden junge Merinolämmer zwischen zwei und zwölf Wochen meistens ohne ausreichende Betäubung am Hinterteil beschnitten. Die Haut wird entfernt, um einen möglichen Befall mit Fliegenmaden zu verhindern.

Australien ist das einzige Land, das diese grausame Praktik noch erlaubt. Das Problem: 80 Prozent der Merinowolle, die in der weltweiten Bekleidungsindustrie verwendet wird, stammt aus Australien.

Die Schweizer Branche hat den Handlungsbedarf mehrheitlich erkannt: Neun der dreizehn untersuchten Marken haben sich verpflichtet, bis 2030 ausschliesslich zertifizierte Wolle frei von Lämmerverstümmelung zu nutzen. Drei Pioniere haben die vollständige Umstellung bereits erreicht. Doch über ein Viertel der Marken zögert noch immer und hat keine klare Frist für den Ausstieg aus dieser Qual-Wolle definiert.

Lebendrupf und Pelz-Verbot

Eines der gravierendsten Probleme sieht Vier Pfoten in der Daunenindustrie. Unter dem Begriff Lebendrupf werden Gänsen und Enten die Federn bei lebendigem Leib und vollem Bewusstsein aus dem Körper gerissen. Diese schmerzhafte Prozedur müssen sie mehrmals über sich ergehen lassen, bevor sie geschlachtet werden. In den meisten Ländern ist der Lebendrupf verboten. Jedoch stammen bis zu 90 Prozent der globalen Daunen aus China, und dort gibt es keine Tierschutzgesetzgebung. Tierwohlzertifizierungen versuchen Abhilfe zu schaffen durch Kontrollen und Vorschriften bei der Daunengewinnung.

Die untersuchten Schweizer Marken setzen hier zunehmend auf Sicherheit: 78 Prozent beziehen bereits ausschliesslich zertifizierte Daunen oder haben sich vertraglich dazu verpflichtet. Jedoch können auch die gängigen Daunenzertifizierungsstandards Lebendrupf nicht garantiert ausschliessen, denn Elterntierbetriebe, auf denen Gänse und Enten für die Produktion von Nachkommen gehalten werden, sind in den Kontrollen nicht verpflichtend inbegriffen. Dort ist die Chance für Lebendrupf jedoch besonders hoch.

Ein klares Nein gibt es beim Echtpelz. Keine der bewerteten heimischen Marken nutzt nachweislich Pelz. 85 Prozent haben ihn sogar per offizieller Richtlinie strikt verbannt. Damit trifft die Branche den Nerv der Gesellschaft: Für 90 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer ist Echtpelz das unangefochtene Tierschutzthema Nummer eins.

Tierwohlstandards bieten Orientierung

Damit Konsumentinnen und Konsumenten überhaupt eine Chance haben, Produkte mit höheren Tierwohlstandards zu erkennen, braucht es unabhängige, transparente und nachverfolgbare Zertifizierungen. Doch welche Labels bieten wirklich einen gewissen Schutz?

Bei Merinowolle sollte man auf vier Standards achten: Responsible Wool Standard, ZQ Merino, Nativa und Sustainable Cape Wool Standard. Diese Labels schliessen zumindest Lämmerverstümmelung aus. Doch es bleibt festzuhalten, dass auch Tierwohlstandards nur gewisse Tierwohlbereiche abdecken und nicht perfekt sind.

Wichtig ist laut Vier Pfoten aber nicht nur ein Label, sondern auch die Haltung und das Verantwortungsbewusstsein der Modeunternehmen selbst. Mit dem Wear-It-Kind-Markenkompass, einer Art Ampelsystem, bewertet die Tierschutzorganisation über 300 Marken danach, wie ernst sie Tierschutz nehmen. Man kann dort nachschauen, ob die Lieblingsmarke etwas gegen Tierleid unternimmt oder tatenlos bleibt.

Tierfreundliche Mode ist die einzige Mode
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Mit der «Wear It Kind»-Kampagne verfolgt Vier Pfoten das Ziel, Konsumentinnen und Konsumenten für Tierwohl in der Modeindustrie zu sensibilisieren und alltagstaugliche Lösungen aufzuzeigen. Gemeinsam können wir die Modeindustrie dazu bewegen, den Tierschutz zur Priorität zu machen – indem wir Modemarken ins Rampenlicht stellen, die sich für eine tierfreundliche Zukunft der Mode einsetzen. Nutze den Markenkompass, um herauszufinden, welche Modeunternehmen sich um das Tierwohl bemühen und welche noch Handlungsbedarf haben. Deine Kleiderwahl macht den Unterschied für die Tiere.

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Mit der «Wear It Kind»-Kampagne verfolgt Vier Pfoten das Ziel, Konsumentinnen und Konsumenten für Tierwohl in der Modeindustrie zu sensibilisieren und alltagstaugliche Lösungen aufzuzeigen. Gemeinsam können wir die Modeindustrie dazu bewegen, den Tierschutz zur Priorität zu machen – indem wir Modemarken ins Rampenlicht stellen, die sich für eine tierfreundliche Zukunft der Mode einsetzen. Nutze den Markenkompass, um herauszufinden, welche Modeunternehmen sich um das Tierwohl bemühen und welche noch Handlungsbedarf haben. Deine Kleiderwahl macht den Unterschied für die Tiere.

Maisstärke statt Daunen

Wo besonders die Schweizer Outdoor-Branche wirklich glänzt, ist bei der Entwicklung von innovativen, tierfreundlichen Stoffen. Zwar hat noch keine der 13 untersuchten Marken die Bestnote für den kompletten Verzicht auf tierische Materialien erreicht. Aber immerhin zehn von ihnen nutzen bereits recycelte Stoffe oder sogenannte «Next-Gen»-Materialien, also völlig neuartige, tierfreie Fasern.

  • Muntagnard: Die Marke verzichtet komplett auf Pelz, nutzt ausschliesslich zertifizierte Wolle ohne Mulesing, verarbeitet gebrauchte Daunen wieder und prüft aktiv tierfreie Alternativen.
  • Mammut hat eine eigene, daunenfreie Jackenfüllung namens «Loopinsulation» entwickelt. Sie besteht aus Produktionsresten von industriellen Kletterseilen.
  • Rotauf: Wärmt seine Kundschaft nicht mit klassischen Daunen, sondern mit einer innovativen Isolierung aus Maisstärke. Ausserdem nutzt die Marke Fleece aus lokaler Restwolle.
  • Radys: Mischt seine Merinowolle zur Hälfte mit der Holzzellulose-Faser Tencel. Das halbiert den Wollbedarf, schützt Tiere und hält genauso warm.

Andere Schweizer Marken hingegen hinken gemäss dem Report noch immer hinterher. Nicht alle untersuchten Unternehmen haben sich zu verlässlichen Standards für einen Ausschluss von Lämmerverstümmelung oder ausreichenden Massnahmen gegen Lebendrupf verpflichtet. Auch fehlen bei gewissen Brands ein offizielles Pelz-Verbot oder Bemühungen, weniger tierische Materialien zu verwenden.

Modebranche steht an einem Wendepunkt

Trotz aller Herausforderungen zeigt sich: In der Fashionindustrie bewegt sich etwas. Immer mehr Modemarken überprüfen ihre Lieferketten, setzen auf strengere Standards oder verzichten ganz auf besonders problematische Materialien. Tierwohl gewinnt an Bedeutung, sowohl für Konsumentinnen und Konsumenten als auch für Unternehmen.

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Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.

Kontakt: E-Mail an Brand Studio

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