Schweizer Goldsegen an den WorldSkills
Warum Unternehmen von Medaillen profitieren

Hotelrezeptionistin Fina Niebergall (22) und Sanitärinstallateur Matthias Steiner (21) holten an den WorldSkills in Shanghai Gold. Warum sich der grosse Einsatz für Firmen lohnt und wie Erfolge an den Berufsweltmeisterschaften dazu beitragen können, junge Menschen für eine Berufslaufbahn zu begeistern.
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Gold-Jubel in Shanghai: Als ihr Name fällt, entlädt sich bei Fiona Niebergall die ganze Anspannung.
Foto: SwissSkills/Michael Zanghellini

Wer bei den Berufsweltmeisterschaften die Nerven behalten und die Höchstleistung abrufen will, braucht mehr als nur Talent. Es erfordert monatelangen Verzicht auf Feierabende und Privatleben – und Vorgesetzte, die einem den Rücken freihalten.

«So ein Erfolg fällt einem nicht einfach in den Schoss», weiss Fina Niebergall (22) aus Zürich. Ende September hat sie an den WorldSkills in Shanghai in der Disziplin «Hotel-Rezeption» die Goldmedaille geholt. Die junge Fachfrau, die im renommierten Hotel La Réserve in Zürich arbeitet, stand während der Vorbereitung voll im Berufsalltag und trainierte in jeder freien Minute. «Wer an so einem Wettbewerb teilnimmt, fährt nicht hin, um zwei Wochen Ferien zu machen. Wir waren auf einer Mission.»

In einem fiktiven Hotel musste Niebergall vor laufenden Kameras, der Jury und dem Publikum spontane Rollenspiele und ein Buchungs-Chaos meistern. Der Druck war immens. «Wir wussten nie, welches Szenario überhaupt bewertet wird. Man musste jede Minute dieselbe Spitzenleistung abrufen.»

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Matthias Steiner feiert bei der Closing Ceremony mit der Schweizer Flagge seinen Weltmeistertitel im Skill «Sanitär und Heizung».
Foto: SwissSkills/Michael Zanghellini

Auch Matthias Steiner (21) aus Lyssach BE wurde bei den WorldSkills einiges abverlangt. Rund 1000 Trainingsstunden investierte er vor dem Abflug für den Skill «Sanitär und Heizung». In Shanghai musste er vier Tage lang unter enormem Zeitdruck Kupferrohre pressen, Duschen montieren und ein rasantes Speed-Modul bewältigen. Die grösste Herausforderung vor Ort? «Das chinesische Essen!», lacht Steiner.

Wenn die ganze Belegschaft mitfiebert

Emotionale Unterstützung erhielt Matthias Steiner in Shanghai von seinem Chef. Roman Baumberger, Geschäftsführer der Bill Haustechnik AG, fieberte live mit. «Ich war unglaublich stolz, mit welcher Ruhe und Kontrolle Matthias das durchgezogen hat», schwärmt Baumberger. Das Wort «Gold» war während des Wettkampfs absolut tabu. «Erst am letzten Tag sprachen wir es aus. Da war uns klar, dass er den Titel holen kann.»

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Matthias Steiner stetzte sich an den WorldSkills gegen 31 andere Teilnehmende durch.
Foto: Remo Buess

Auch im Unternehmen in der Heimat sorgte das Abenteuer WorldSkills für viel Begeisterung und stärkte den Zusammenhalt im Team. Als Matthias Steiner aus China zurückkehrte, empfing ihn die versammelte Mannschaft am Flughafen Zürich. Wenige Tage später stieg in Steiners Heimatdorf Lyssach ein grosses Fest mit 250 Leuten, Würsten und Getränken. «Es war wie ein Dorffest», schwärmt der Weltmeister.

Eine Erfahrung, die auch Anna-Lena Körner, Vorgesetzte von Fina Niebergall, bestätigt. «Dieser Erfolg gehört zum Teil dem ganzen Betrieb. Das Team hat Fina entlastet, Dienste übernommen und nach Feierabend mit ihr Rollenspiele trainiert.»

Nicht jeder Betrieb kann eine Lernende oder einen Mitarbeitenden über Monate hinweg für Trainings und Wettkämpfe in diesem Ausmass unterstützen. Der zeitliche und organisatorische Aufwand ist beträchtlich. Viele Unternehmen betrachten das Engagement dennoch als Investition in die Entwicklung ihrer Talente und in ihre Attraktivität als Ausbildungsbetrieb.

UBS – Hauptpartnerin von SwissSkills
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Die Berufslehre und die Berufsvielfalt sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Wirtschaftsstandorts Schweiz. Damit Jugendliche im Berufsleben ihr volles Potenzial entdecken und entfalten können, engagiert sich UBS umfassend im Rahmen aller SwissSkills-Plattformen. Diese haben das Ziel, die Exzellenz der Berufsausübung in der Schweiz langfristig zu stärken.

Zu diesen Plattformen gehören unter anderem die zentralen Schweizer Berufsmeisterschaften SwissSkills in Bern, die SwissSkills City sowie die Förderung der SwissSkills-Berufsnationalmannschaft und deren Unterstützung bei der Vorbereitung auf internationale Wettkämpfe, wie den WorldSkills 2026 in Shanghai.

Ringier Medien Schweiz ist offizieller Medienpartner von SwissSkills.

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Mehr Sichtbarkeit für Lehrberufe

Für die Betriebe ist das Engagement an solchen Meisterschaften weit mehr als nur Teambuilding. Handwerksberufe und Gastronomie suchen händeringend nach Personal. «Wir standen medial stark im Fokus und haben unzählige Gratulationen von Kundinnen und Kunden erhalten», sagt Baumberger. Er ist überzeugt, dass solche Erfolge junge Menschen für handwerkliche Berufe begeistern können. «Die Lernenden schauen zu Matthias auf und wollen ihm nacheifern. Es ist grossartig, wenn ein handwerklicher Beruf so positive Rückmeldungen auslöst», ergänzt Baumberger. «Das zeigt den Jungen, dass man auch im Handwerk ganz oben ankommen kann.»

Zudem profitiere die Firma langfristig von den neuen Fähigkeiten ihres Weltmeisters. «Wer bei den Berufsweltmeisterschaften mitmacht, gewinnt Lebenserfahrung. Man lernt, unter extremem Druck zu funktionieren. Dafür braucht man sonst Jahre an Berufserfahrung.»

Eine Unternehmenskultur, in der Talente wachsen können

Auch das Hotel La Réserve schöpft einen grossen Mehrwert aus dem Triumph von Fina Niebergall. Für ihre Vorgesetzte Anna-Lena Körner beweist ihr Erfolg, dass Spitzentalente eine moderne Unternehmenskultur brauchen, um zu wachsen. «Man darf nicht starr an Hierarchien festhalten. Man muss früh Verantwortung abgeben und eine positive Fehlerkultur leben», betont sie. «Nur wer Fehler machen darf, lernt daraus.»

Auch für Fina Niebergall ist die Goldmedaille weit mehr als eine persönliche Trophäe. «Sie ist ein starkes Signal für die Schweizer Berufsbildung», sagt die 22-Jährige. Die Zürcherin hat als Hotelkommunikationsfachfrau alle Abteilungen von Grund auf kennengelernt. «Das duale System vermittelt praxisnahe Kompetenzen, die in ihrer Qualität und Tiefe mit vielen akademischen Bildungswegen vergleichbar sind.»

Und wie geht es für die beiden Berufs-Champions weiter? Beide möchten ihre berufliche Laufbahn in ihren Branchen weiterentwickeln – ein Zeichen dafür, wie nachhaltig die Erfahrungen aus den WorldSkills wirken können. Während Niebergall ihren Horizont in Richtung Revenue Management und Finanzen erweitern will, legt Steiner vor der Weiterbildung zum Chefmonteur nächstes Jahr eine wohlverdiente Verschnaufpause ein.

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Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.

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