Schweizer Röstmeister Christoph Meier verrät seine Kaffee-Geheimnisse
«Bei Wettkämpfen fühle ich mich selbst wie geröstet»

Vom Barista zum Schweizer Meister im Kaffeerösten: Christoph Meier prägt die Qualität bei ViCAFE. Im Interview verrät der Zürcher, welche Bohnen am schwierigsten zu rösten sind, warum einmal die Feuerwehr kommen musste und welchen Kaffee er selbst trinkt.
Lebt seit zehn Jahren seine Kaffeepassion bei ViCAFE: Christoph Meier.
Foto: zVg
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In deinem Leben als Röstmeister bei ViCAFE dreht sich alles um Kaffee. Kann man dich als Kaffee-Nerd bezeichnen?

Ich würde mich eher als Kaffee-Enthusiast bezeichnen.

Was gefällt dir an deinem Job am besten?

Mit einem Produkt zu arbeiten, das so viele Menschen verbindet. Die verschiedenen Herkünfte des Kaffees und die unterschiedlichen Traditionen seiner Herstellung finde ich faszinierend. Ich darf mich des letzten Schrittes der Verarbeitung annehmen. Dabei versuche ich, die Qualitäten, die in der Bohne stecken, bestmöglich ins Rampenlicht zu stellen.

Du bist den ganzen Tag um Kaffee herum. Wie viele Tassen trinkst du täglich?

Maximal drei Tassen pro Tag, um spätestens 15 Uhr ist Schluss. Jeder Koffeinmetabolismus ist unterschiedlich. Für mich ist es so am besten für meinen Schlafzyklus. Bei Cuppings, also sensorischen Verkostungen, schlucke ich die meisten Kaffees nicht. Meine allererste Tasse bereite ich mir übrigens nicht selbst zu: Meine Partnerin braut als Frühaufsteherin jeden Morgen eine French Press aus einer meiner abenteuerlichen Restbohnenmischungen.

Welcher Kaffee kommt bei dir nebst der morgendlichen French Press in die Tasse?

Ich trinke hauptsächlich Filterkaffee, da merkt man das Terroir besonders gut. Das ist vergleichbar mit Tee, was die Intensität angeht. Am Wochenende lasse ich mir gerne einen Flat White in einer unserer ViCAFE Espresso Bars zubereiten.

Echter Kaffeegenuss in deiner Tasse
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Du legst bei deinem Kaffee Wert auf Qualität, Herkunft und echtes Handwerk? Ob in einer der ViCAFE Espresso Bars oder in den eigenen vier Wänden: Du geniesst Bohnen, die der Schweizer Röstmeister Christoph Meier und sein Team sorgfältig und mit Hingabe in Zürich geröstet haben. Finde deinen neuen Lieblingskaffee im Onlineshop, und entdecke zudem die Kaffee-Abos.

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Du legst bei deinem Kaffee Wert auf Qualität, Herkunft und echtes Handwerk? Ob in einer der ViCAFE Espresso Bars oder in den eigenen vier Wänden: Du geniesst Bohnen, die der Schweizer Röstmeister Christoph Meier und sein Team sorgfältig und mit Hingabe in Zürich geröstet haben. Finde deinen neuen Lieblingskaffee im Onlineshop, und entdecke zudem die Kaffee-Abos.

Du bist amtierender Schweizer Röstmeister und hast es an der World Coffee Roasting Championship 2026 in Brüssel unter die Top 15 geschafft. Was war dort dein emotionalstes Erlebnis?

Bei Wettkämpfen fühle ich mich selbst wie geröstet. Am meisten berührt hat mich der Austausch unter Gleichgesinnten aus den verschiedensten Nationen. Schlussendlich wollen wir alle dasselbe: den perfekten Kaffee. Was das im Detail bedeutet, ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ich war übrigens auf Platz 14 von 30, also in der besseren Hälfte, was für mich ein supercooles Ergebnis ist.

Welches ist die grösste Herausforderung beim Kaffeerösten?

Die Qualität der Bohne herauszulesen und zu entscheiden, welcher Röstgrad diese am besten betont.

Was war die eindrücklichste Geschmacksüberraschung, die du am Röster je erlebt hast?

Von der Röstung selbst werde ich eigentlich nicht überrascht, wohl aber von der Qualität der Bohnen. Letzte Woche haben wir die frische Ernte unseres langjährigen Anbaupartners Oscar von der Finca Los Nogales in Kolumbien erhalten. Die hat mich beim Cupping fast aus den Socken gehauen. Unglaublich komplexe und süsse Aromen. Eine von Natur aus vorhandene Süsse ist für mich ohnehin Pflicht bei gutem Kaffee. Es macht wahnsinnig Spass, mit solch erfahrenen Profis zusammenzuarbeiten.

Gab es auch schon Pannen?

Ja. Einmal musste die Feuerwehr ausrücken. Beim Rösten lösen sich feine Häutchen der Bohnen, die sogenannten Silberhäutchen. Diese lagerten sich damals ungeplant im Kamin ab und fingen, trotz sachgerechter Wartung des Kamins, Feuer. Das Ergebnis war eine extra smokey Röstung.

Was entscheidet am Röster über Sieg oder Niederlage?

Die Fähigkeit, die Qualitäten der Rohbohnen herauszuschmecken, und das technische Flair, diese am Röster umzusetzen. Dabei braucht es eine solide Datenbasis und ein trainiertes Bauchgefühl.

Und was ist mit der «Meister-Nase»? Kann man sie sich antrainieren?

Absolut. Ich begann als absoluter Kaffeenovize. Im richtigen Setting mit den richtigen Leuten kann man alles lernen. Eine gewisse Neugier und Begeisterung für Kaffee helfen dabei sicher.

Alles unter einem Dach: ViCAFE setzt auf ehrliches Handwerk und röstet direkt vor Ort in der Rösterei & Kaffeebar in Altstetten ZH.
Foto: zVg

Jede ViCAFE-Bohne geht durch die Hände deines Teams und wird lokal in Zürich geröstet. Was unterscheidet diesen handwerklichen Ansatz von industrieller Massenware?

Die Grundlage ist natürlich der Rohstoff, die Kaffeebohne. Wir pflegen seit Tag eins eine persönliche Beziehung zu den Kaffeebäuerinnen und -bauern. Durch einen hohen Automatisierungsgrad unserer Röstanlage und das nötige Know-how können wir für jeden Kaffee konstant den Röstgrad reproduzieren, den wir für perfekt halten.

Wie viel Prozent des Geschmacks werden durch die Röstung bestimmt, wie viel durch die Herkunft der Bohnen?

Als ich anfing, waren für mich Herkunft und Röstung je zur Hälfte für die Qualität im Tassenergebnis verantwortlich. Heute liegt dieses Verhältnis für mich bei 90 zu 10 zugunsten des Rohkaffees. Die perfekte Röstung für jeden einzelnen Kaffee zu finden, treibt mich nach wie vor an. Aber meine Überzeugung hat sich verschoben: Die Röstung kann nicht mehr Qualität aus einer Bohne herausholen, als in ihr drinsteckt. Sie kann sie höchstens zerstören.

Welcher Kaffee ist am schwierigsten zu rösten?

Beim Espresso sind Röstaromen durchaus erwünscht. Die eigentliche Meisterschaft braucht es bei sehr hellen Röstungen, wo es Röstaromen um jeden Preis zu vermeiden gilt. Es sollen einzig die im Rohkaffee natürlich vorhandenen Eigenschaften bestmöglich betont werden. Erreicht wird dies durch das Zusammenspiel dreier Hitzequellen, mit denen es zu jonglieren gilt.

Welche Hitzequellen setzt ihr ein?

Einerseits Konvektion, bei der die Wärme über einen Luftstrom verteilt wird. Dann Kontaktübertragung, die sogenannte Konduktion. Und schliesslich noch Strahlungswärme. Hier wird die Wärme über elektromagnetische Wellen zu den Bohnen geleitet. Diese Art von Röstung eignet sich bestens für alle Extraktionen mit niedrigem Druck, also für praktisch jede Art von Kaffee ausser Espresso. Bei Espresso wäre die Säureintensität sehr hoch. Das mögen höchstens Enthusiastinnen und Enthusiasten.

Welche ViCAFE-Röstmischung ist bei euren Kundinnen und Kunden aktuell der absolute Renner?

Ganz klar unsere Hausmischung, unser Flaggschiff seit Tag eins. Sie ist sehr balanciert: Säure und Bitterstoffe halten sich bei maximaler Süsse in der Balance. Schokoladige und nussige Attribute dominieren, abgerundet mit einer feinen Säure. Kaffee war schliesslich einmal eine Frucht, das darf man der Kundschaft bis zu einem gewissen Mass zutrauen. Das Sortiment unserer Kaffees mit ausgeprägterer Herkunftscharakteristik findet immer mehr Anklang. Mir ist es wichtig, Kaffee als Frucht zu sehen.

Bei ViCAFE gibt es Kaffee für jeden Geschmack – auch im Abo. Äusserst beliebt: die Hausmischung (r.).
Foto: zVg

Wenn sich jemand im ViCAFE-Shop nicht entscheiden kann: Welchen Kaffee empfiehlst du als perfekten Einstieg in die Welt des Specialty-Coffee?

Die Hausmischung ist der perfekte Start deiner Kaffeereise. Wenn du es gerne italienisch angehaucht magst, also eine dunklere Röstung mit mehr Bitterstoffen bevorzugst, dann Campo aus Brasilien. Dem gegenüber steht die frische Ernte des Pink Bourbon der Finca Los Nogales in Kolumbien. Ein sehr fruchtiger Kaffee, hell geröstet. Diese beiden Kaffees bilden den Rahmen unseres Kaffeeportfolios.

ViCAFE ist B-Corp-zertifiziert. Was bedeutet das genau? Und was bedeutet es für deine Arbeit?

B Corp bedeutet, die gesamte soziale, ökologische und wirtschaftliche Leistung eines Unternehmens unter die Lupe zu nehmen. Der Fokus liegt auf Transparenz und rechtlicher Verantwortlichkeit. Die ViCOLLECTIVE AG, zu der ViCAFE und auch VIVI Kola gehören, ist seit Februar 2024 offiziell zertifiziert.

Wann steht der nächste Röstwettbewerb an, und von welchen weiteren Erfolgen träumst du?

Ich bin amtierender Titelverteidiger der Schweizer Röstmeisterschaften und nehme diese Herausforderung an. Das Datum der nächsten Austragung ist aber noch nicht bekannt. Auf dem Weg dahin habe ich dank der grossartigen Community so viel übers Rösten gelernt wie in keiner Weiterbildung. Der Alltag findet immer wieder einen Grund, das Training zu verschieben und die akuten Herausforderungen zu priorisieren. Dank dieser Meisterschaft zwinge ich mich dazu, meine Trainingsslots zu verteidigen. Die Teilnahme an der World Coffee Roasting Championship war in verschiedensten Sphären fantastisch. Auf das Podest zu kommen, ist klar mein nächstes Ziel.

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Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.Kontakt: E-Mail an Brand Studio

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