Warum Valentin vom Büro in den Saustall wechselte
«Ob es einem Schwein gut geht, siehst du am Ringelschwanz»

Einst Kaufmann, heute leidenschaftlicher Schweinehalter: Valentin Chappuis setzt auf Tierwohl, kurze Wege und ein regionales Netzwerk. Ein Blick hinter die Kulissen einer Schweizer Wertschöpfungskette, die vom Feld bis auf den Teller reicht.
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Valentin Chappuis: «Schweine sind extrem lebhafte Wesen. Wenn eines nicht aktiv ist, stimmt etwas nicht.»
Foto: Proviande

«Los, Schweine, los! Hopp, hopp!» Wenn Valentin Chappuis durch seinen Stall in Lussery-Villars VD ruft, reagieren die Tiere keineswegs wie Hunde auf Pfiffe. Doch darum geht es dem Waadtländer Landwirt auch gar nicht. Er sucht den Blickkontakt und prüft die Vitalität seiner Tiere. «Schweine sind extrem lebhafte Wesen. Wenn eines nicht aktiv ist, stimmt etwas nicht», erklärt er. Sein Blick wandert aufmerksam über die Buchten im Stall. «Ob es einem Schwein wirklich gut geht, erkennst du am besten an einem schön gerollten Ringelschwanz.»

Dass Chappuis heute einen Betrieb mit 630 Schweinen führt, ist keine Selbstverständlichkeit. Der gelernte Kaufmann wollte ursprünglich ins Marketing, um Geschichten zu erzählen und Produkte zu verkaufen. Doch während der Ausbildung kam die Wende im Kopf. Doch während der Ausbildung reifte die Einsicht. «Ich fragte mich: Was ist wichtiger, als den Familienbetrieb zu übernehmen? Ich ernähre die Bevölkerung. Was hat mehr Sinn als das?» 2020 übernahm er den Hof der Familie. Um Berührungsängste abzubauen, hat der 30-Jährige einen klaren Wunsch: «Ich möchte, dass jede Person in der Schweiz mindestens einmal im Leben einen Bauernhof besucht.»

Moderne Haltung ohne Kompromisse

Die Architektur des Stalls ist auf das Wohlbefinden der Tiere ausgerichtet. Der Bereich ist dreigeteilt: Es gibt eine eingestreute Bucht zum Ruhen und Wühlen, einen separaten Fütterungsbereich und einen geschützten Aussenlauf. Zum Schutz vor Kälte im Winter bleiben die Tiere dort in passenden Gruppen zusammen, ehe sie später mehr Platz erhalten.

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Ich ernähre die Bevölkerung, das ist doch wohl das Wichtigste überhaupt.
Valentin Chappuis, Schweinehalter in Lussery-Villars VD
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Schweinefleisch bleibt die beliebteste Fleischsorte der Schweizerinnen und Schweizer mit einem Pro-Kopf-Angebot von 19,4 Kilogramm pro Jahr. Über 90 Prozent des angebotenen Fleisches stammen aus heimischer Produktion. Der Selbstversorgungsgrad ist damit enorm hoch. Zudem gelten in der Schweiz strenge gesetzliche Regeln: Sämtliche Futtermittel sind garantiert frei von gentechnisch veränderten Organismen sowie frei von Tiermehl, der präventive oder leistungsfördernde Einsatz von Antibiotika ist seit 1999 verboten. Auch die maximalen Tierzahlen pro Betrieb sind in der Schweiz streng begrenzt.

Ein Netzwerk des Vertrauens

Die Schweizer Schweinehaltung ist heute eine hochspezialisierte Angelegenheit. Zucht, Aufzucht und Mast finden längst nicht mehr unter einem einzigen Dach statt. Die Ferkel stammen von Züchter Mathias Mauroux aus Autigny FR. Er stellt für Chappuis homogene Gruppen zusammen und achtet penibel darauf, dass nur fitte Jungtiere die Reise antreten. Bereits im Aufzuchtstall sorgen Bodenheizungen und eingestreute «Nester» für möglichst grosses Wohlbefinden.

Nach kurzen 50 Minuten Transportzeit treffen die Ferkel auf dem Hof ein. «Wir kennen uns seit zehn Jahren und verfeinern die Genetik wie auch die Abläufe laufend», betont Mauroux.

Damit die Ferkel zu gesunden Schweinen heranwachsen, braucht es die perfekte Ernährung. Weil Chappuis’ eigene Ackerfläche nicht ausreicht, um das Futter für seine 630 Schweine komplett selbst anzubauen, setzt er auf Futterhändler Frank Forestier aus Grandson VD. In seiner Mühle verarbeitet er Gerste und Eiweisserbsen direkt von Chappuis’ Hof und ergänzt die Rationen mit Futtergetreide aus der unmittelbaren Region.

Warum ist einheimische Produktion vor allem beim Fleisch wichtig?
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Beim Fleisch macht der Einkauf – egal ob privat oder als Wirt eines Restaurants – einen sehr grossen Unterschied: Regional einzukaufen kommt nicht nur dem heimischen Gewerbe zugute, es bedeutet auch, dass man sich bewusst für Schweizer Tierschutzstandards entscheidet. Denn die Schweiz hat eines der strengsten Tierschutzgesetze der Welt.

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Beim Fleisch macht der Einkauf – egal ob privat oder als Wirt eines Restaurants – einen sehr grossen Unterschied: Regional einzukaufen kommt nicht nur dem heimischen Gewerbe zugute, es bedeutet auch, dass man sich bewusst für Schweizer Tierschutzstandards entscheidet. Denn die Schweiz hat eines der strengsten Tierschutzgesetze der Welt.

Vom Waadtländer Hof in die Gastronomie

Am Ende der Wertschöpfungskette steht Fleischhändler Pascal Gerber von Suter Viandes aus Villeneuve. Mit 250 Mitarbeitenden beliefert das Traditionsunternehmen vor allem die Gastronomie und den Detailhandel. Gerber legt grossen Wert darauf, seine Produzenten persönlich zu kennen. «Bei Valentin sieht man die tiefe Verbindung zu seinen Tieren und seinen Böden. Diese Sorgfalt schlägt sich direkt in der Fleischqualität nieder», sagt Gerber. Sogar an der Beschaffenheit des Fetts erkenne man sofort, ob ein Tier stressfrei gehalten und gut gefüttert wurde.

Für Landwirt Chappuis schliesst sich damit ein perfekter Kreislauf: «Der Mensch sät die Pflanze, die Pflanze nährt das Schwein, das Schwein nährt den Boden und am Ende uns. Dieser Kreislauf macht meine Arbeit Tag für Tag wertvoll.»

Die ganze Video-Reportage von Valentin Chappuis Hof:

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Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.

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