Samstagvormittag im Affidea brustCare Brust-Zentrum Zürich: Wo unter der Woche Patientinnen auf ihre Sprechstunden-Termine warten, befindet sich an diesem Tag ein kleines, aber feines Podcast-Studio. Aufgezeichnet wird die 12. Ausgabe von «Brustgesundheit», moderiert von PD Dr. med. Constanze Elfgen. Die Brustchirurgin ist Partnerärztin der Klinik Hirslanden in Zürich und stellvertretende Leiterin des Affidea brustCare Brust-Zentrums Zürich. Dieses ist Hauptkooperationspartner des zertifizierten interdisziplinären Brustkrebszentrums an der Klinik Hirslanden. Im Fokus des Podcasts steht diesmal die genetische Vorbelastung bei Brustkrebs. Es kommen mehrere Frauen zu Wort, die ihre persönliche Geschichte erzählen.
Die Crew prüft ein letztes Mal die Kameraeinstellungen und Mikrofone, dann geht es auch schon los. Moderatorin Constanze Elfgen sitzt ihrer Arbeitskollegin Dipl. Ärztin Sofia Küster gegenüber. Sie ist ebenfalls Partnerärztin der Klinik Hirslanden in Zürich und Senologin. Das heisst, sie ist auf Fragen rund um die Brustgesundheit spezialisiert und führt auch genetische Beratungen durch.
Die Reparatur-Werkzeuge in unseren Zellen
Gleich zu Beginn stellt Constanze Elfgen eine fundamentale Frage: «Sofia, was löst Brustkrebs aus?» Die Antwort kommt schnell und präzise: «Einer von mehreren Risikofaktoren sind Genmutationen. Etwa 5 bis 10 Prozent aller Brustkrebserkrankungen sind direkt dadurch bedingt», sagt die Expertin Sofia Küster. Die bekanntesten betroffenen Gene seien dabei BRCA1 und BRCA2. «In der Schweiz sind schätzungsweise 14'000 Frauen Trägerinnen einer Mutation in diesen beiden Genen. Das ist etwa eine von 300 Frauen.»
Mit sechs zertifizierten Brustzentren in der ganzen Schweiz steht Hirslanden für höchste Fachkompetenz und Behandlungsqualität – von der Vorsorge und Früherkennung über die Behandlung bis zur Nachsorge bei Brustkrebs. Es gibt kein anderes Gesundheits-Netzwerk in der Schweiz, das so viel an gebündelter Kompetenz für die Betreuung von Brustkrebspatientinnen und -patienten aufweist.
Mit sechs zertifizierten Brustzentren in der ganzen Schweiz steht Hirslanden für höchste Fachkompetenz und Behandlungsqualität – von der Vorsorge und Früherkennung über die Behandlung bis zur Nachsorge bei Brustkrebs. Es gibt kein anderes Gesundheits-Netzwerk in der Schweiz, das so viel an gebündelter Kompetenz für die Betreuung von Brustkrebspatientinnen und -patienten aufweist.
Die besagten Gene – und noch 16 weitere – werden bei Verdacht in Gentests überprüft. «Vereinfacht gesagt, sind die getesteten Gene wie Reparatur-Werkzeuge für die Zelle. Jedes gibt es doppelt – einmal von der Mutter, einmal vom Vater», erklärt die Fachärztin. «Ist ein Werkzeug von Geburt an kaputt, etwa durch eine geerbte BRCA-Mutation, reicht das zweite zunächst aus. Deshalb sind Trägerinnen auch nicht von Geburt an krank.» Erst wenn später zufällig auch das zweite Werkzeug in einer einzelnen Zelle beschädigt werde, könne diese Zelle Schäden nicht mehr richtig reparieren. «Fehler häufen sich an, und die Zelle kann entarten.»
Bei Frauen ohne Genveränderung müssen dagegen beide Werkzeuge unabhängig voneinander in derselben Zelle kaputtgehen. «Dies ist unwahrscheinlicher und dauert deutlich länger. Deshalb erkranken BRCA1-Trägerinnen im Schnitt schon mit etwa 44 Jahren, alle anderen Frauen im Schnitt erst mit rund 63 Jahren.»
Liegt eine Genmutation vor, wird sie zu 50 Prozent an die nächste Generation weitergegeben – egal ob über die mütterliche oder die väterliche Linie.
«Neben den Genen zählen aber auch Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol oder Nikotin», betont Sofia Küster. «An denen können wir selbst etwas ändern.» Besonders ungünstig ist es, wenn diese Faktoren mit den genannten Genmutationen zusammentreffen. Auch die hormonelle Situation einer Frau oder eine Hormonersatztherapie sind als Risikofaktoren bekannt – ebenso wie dichtes Brustdrüsengewebe. Es erschwert zudem die Früherkennung in der Mammographie.
Ein Buch mit Kapiteln und der Jolie-Effekt
Constanze Elfgen hakt im Gespräch nach: «Was ist ein Gen genau?» Sofia Küster erklärt anschaulich: «Man kann sich unser Genom, also das menschliche Erbgut, wie ein grosses Buch vorstellen. Ein Gen wie BRCA1 ist dabei wie ein einzelnes Kapitel. Ein Kapitel, in dem es Tausende von Buchstaben gibt. Und an jeder Stelle kann sich theoretisch ein kleiner Rechtschreibfehler einschleichen. Die Wissenschaft muss dann bewerten: Ist dieser Rechtschreibfehler harmlos, oder erhöht er das Krebserkrankungsrisiko?»
Manchmal stösst die Genetik auch auf unklare Rechtschreibfehler, deren Auswirkung noch nicht abschliessend erforscht ist. Sofia Küster beruhigt ihre Patientinnen in der Praxis dann stets: «Aus unklaren Befunden ziehen wir aktuell keine vorschnellen operativen Konsequenzen. Die meisten davon werden im Laufe der Jahre als normale Gen-Varianten eingestuft.»
Dass heute über die genetische Vorbelastung bei Brustkrebs und auch Massnahmen wie eine prophylaktische Entfernung der Brust offen gesprochen wird, ist eng mit einem prominenten Namen verbunden: Angelina Jolie (51). Als die Hollywood-Schauspielerin 2013 öffentlich machte, dass sie eine BRCA1-Mutation hat und sich vorsorglich beide Brüste entfernen liess, löste das weltweit grosse Aufmerksamkeit aus.
Der Jolie-Effekt führte dazu, dass sich die Zahl der genetischen Beratungen und Tests schlagartig vervielfachte. «In den ersten 15 Tagen nach der Veröffentlichung wurden in den USA rund 4500 zusätzliche BRCA-Tests durchgeführt», erzählt Sofia Küster nach der Podcast-Aufnahme.
Jasmins Weg: Diagnose mit 26 Jahren, Odyssee bis zur Biopsie
Im Affidea brustCare Brust-Zentrum Zürich weilt heute als Zaungast auch Jasmin von Wartburg (40). Sie hat ihre Geschichte in einem der allerersten «Brustgesundheit»-Podcasts erzählt. Was es heisst, wenn Krebs in der Familie liegt, weiss sie aus erster Hand. «Mein Grossvater ist an Prostatakrebs gestorben, meine Grosstanten an Brustkrebs, meine Tante nach sechsmaliger Erkrankung an Brustkrebs und Darmkrebs und mein Onkel an Speiseröhrenkrebs. Meine Cousine ist auch schon dreimal an Brustkrebs erkrankt», erzählt sie. Mit 25 Jahren ertastete die gelernte Primarlehrerin aus Glarus GL in ihrer rechten Brust selbst einen Knoten. «Ich werde es nie vergessen. Es war an einem Sonntagabend. Mein erster Gedanke war: Das ist Krebs!»
Was folgte, war eine elf Monate lange Odyssee voller Ungewissheit. «Die Mammographie ergab nichts. Nach Sonografie und MRI hiess es, es sei ein gutartiger Tumor. Man hielt mich für zu jung, um Brustkrebs zu haben. Zusätzlich sagte man mir, Krebsfälle väterlicherseits täten nichts zur Sache.» Dass sie Schmerzen hatte, wurde abgetan: «Krebs tue nicht weh, wurde mir gesagt. Aber ich bin hartnäckig geblieben und habe schliesslich die Frauenärztin gewechselt», erzählt Jasmin rückblickend. «Ich hatte einfach das tiefsitzende Gefühl im Bauch, dass da etwas ganz und gar nicht stimmt.»
Erst die Biopsie, auf die sie gedrängt hatte, bringt Gewissheit: Jasmin leidet unter triple-negativem Brustkrebs, einer besonders aggressiven Form der Erkrankung. Zu diesem Zeitpunkt ist sie noch nicht Patientin im Affidea brustCare Brust-Zentrum Zürich und wird zunächst in einem anderen Brustkrebszentrum brusterhaltend operiert. «Es war damals noch nicht klar, dass bei mir eine genetische Veranlagung vorliegt.» Die anschliessende Chemotherapie und Bestrahlung verträgt sie sehr schlecht, ist so schwach, dass sie wieder zu ihren Eltern ziehen muss, um sich umsorgen zu lassen. Ihre Partnerschaft zerbricht, zeitweise muss sie IV beziehen, weil sie unter Fatigue, also chronischer Müdigkeit, leidet und nichts mehr geht.
Ein Jahr nach Abschluss der Krebstherapie wird in einem Gentest festgestellt, dass Jasmin Trägerin einer erblich bedingten BRCA-Genmutation ist. «Das hat mich veranlasst, zwei Jahre später eine Mastektomie durchführen zu lassen, also die vorsorgliche Entfernung beider Brüste.»
Der Wendepunkt
Dann steht Jasmin vor der wegweisenden Frage der Brustrekonstruktion. Ihre Cousine kennt einen der besten Spezialisten im interdisziplinären Brustkrebszentrum der Klinik Hirslanden in Zürich: Prof. Dr. med. Jian Farhadi. Er leitet die Affidea Plastic Surgery Group, die eng mit dem Affidea brustCare Brust-Zentrum Zürich zusammenarbeitet. «Bei ihm war ich in besten Händen.»
Jasmin entscheidet sich für einen Aufbau mit klassischen Silikonimplantaten. Doch in den Folgemonaten leidet sie plötzlich unter diversen Beschwerden: «Schon nach der OP hatte ich das Gefühl, nicht richtig atmen zu können. Danach bekam ich heftige Muskel- und Knochenschmerzen, Herzrasen, Akne.» Wieder recherchiert sie und stösst auf den Begriff «Breast Implant Illness». Zu Deutsch: «Brustimplantat-Krankheit». «Es ist keine medizinische Diagnose. Aber als ich Prof. Dr. med. Jian Farhadi davon erzählte, nahm er mich ernst.»
Jasmin beschliesst, die Implantate wieder entfernen und die Brüste mit körpereigenem Gewebe komplett neu aufbauen zu lassen. «Dafür wurde Gewebe von meinem Gesäss verwendet. Der einzige Ort an meinem sehr schlanken Körper, wo überhaupt Gewebe gewonnen werden konnte.»
Die mehrstündige Operation führt Prof. Dr. med. Jian Farhadi in der Klinik Hirslanden am Tag vor dem Corona-Lockdown durch. Sie wird zum Wendepunkt: «Als ich aufgewacht bin, konnte ich zum ersten Mal wieder richtig durchatmen. Ich wusste sofort, dass ich richtig entschieden hatte.»
Als Jasmin bei einer der Nachkontrollen die beiden Narben an ihrem Gesäss sieht, kommen ihr die Tränen. Ihr Gedanke: «Ich habe doch schon so viele andere Narben.» Aber ihr neuer Partner und heutiger Ehemann Marco habe rührende und aufmunternde Worte gefunden: «Er schaute mich an und sagte: ‹Hauptsache, du bist gesund. Du bist immer noch eine wunderschöne Frau.› Das hat mir enorm geholfen, wieder Vertrauen in meinen eigenen Körper zu fassen.»
Leben nach dem Krebs: Mut machen mit «Fruchtmunter»
Heute ist Jasmin von Wartburg krebsfrei und blickt voller Lebensfreude in die Zukunft. Einmal im Jahr geht sie zur routinemässigen Vorsorge und Beratung ins Affidea brustCare Brust-Zentrum Zürich. Die Eierstöcke, die bei BRCA-Mutationen ebenfalls häufig als Vorsichtsmassnahme entfernt werden, sind bei ihr noch drin. Empfohlen wird der Eingriff bei BRCA-1-Mutationsträgerinnen zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr. «Aber ich lasse mir noch etwas Zeit mit dem Entscheid», meint sie.
Aus Jasmins tiefen Erfahrungen ist eine neue Berufung entstanden: Unter dem Namen «Fruchtmunter» (@fruchtmunter) kreiert sie auf Instagram, in E-Books und Kochbüchern feine und bekömmliche pflanzliche Rezepte und Ernährungstipps für Frauen nach einer Krebserkrankung. Ihr Ziel: Betroffenen dabei zu helfen, ihr Energielevel im Alltag nachhaltig zu stärken und selbstwirksam zu sein.
Eine wichtige Botschaft richtet Jasmin an alle Frauen: «Unbedingt einmal im Monat die Brust selbst abtasten! Am besten macht ihr euch eine Erinnerung im Handy. Das Abtasten vor dem Spiegel oder unter der Dusche dauert nur eine Minute – kann aber euer Leben retten.»
Der beste Zeitpunkt für die Selbstuntersuchung ist gemäss Fachärztin Sofia Küster übrigens zwei bis drei Tage nach der Mens. «Da ist die Brust am wenigsten durch hormonelle Einflüsse stimuliert.» Sprich: Veränderungen lassen sich dann am besten ertasten. Wie die Selbstuntersuchung genau funktioniert, erfährst du in diesem Artikel mit Videoanleitung.
Die Selbstuntersuchung kann eine Mammographie oder eine Ultraschalluntersuchung jedoch nicht ersetzen. «Kleine Befunde lassen sich oft noch nicht ertasten, jedoch bereits in der Bildgebung erkennen.»
Yana Chyreieva flüchtet 2022 mit ihrer Mutter vor dem Ukrainekrieg in die Schweiz. Kurz darauf erkrankt ihre Mutter schwer an Brustkrebs. Yana selbst ist gesund. Ein Gentest zeigt jedoch: Sie ist ebenfalls gefährdet. Sie entscheidet sich für eine prophylaktische Brustentfernung. Weshalb, erzählt sie im Interview. Ihr Partner Raphael hilft bei der Übersetzung.
Yana, seit wann weisst du, dass du eine genetische Vorbelastung für Brustkrebs hast?
Seit dem 30. Juli 2024. Ich wurde im Affidea brustCare Brust-Zentrum Zürich getestet, nachdem bei meiner Mutter im Rahmen ihrer Behandlung Genmutationen gefunden wurden. Auf mütterlicher Seite ist Krebs ein Riesenthema. Alle meine weiblichen Verwandten – das sind ungefähr 20 bis 25 Personen – sind erkrankt, unter anderem an Brust-, Eierstock- und Magenkrebs. Meine Grossmutter stammte aus einer grossen Familie mit über zehn Geschwistern. Daher sind viele betroffen.
Du hast Mutationen in drei verschiedenen Genen: BRCA1, BRCA2 und ATM. Was bedeutet das genau?
Jede Mutation erhöht das Risiko um 70 bis 80 Prozent. Mein Risiko, zu erkranken, ist also ausgesprochen hoch.
Hat das den Ausschlag gegeben, dass du dir vorsorglich beide Brüste hast entfernen lassen?
Nicht nur. Ich habe meine Mutter bei ihren Operationen und Chemotherapien begleitet und miterlebt, wie sehr sie gelitten hat. Nach der dritten Operation meiner Mutter habe ich für mich entschieden, dass ich wenigstens das Brustkrebsrisiko nicht mehr in mir tragen möchte.
Was sind die grössten Veränderungen für dich nach der prophylaktischen Brustentfernung?
Ich fühle mich viel freier. Das Brustkrebsrisiko ist jetzt zu 95 Prozent weg. Es ist eine grosse Erleichterung.
Hattest du eine Rekonstruktion der Brust?
Ja, in zwei Operationen an der Klinik Hirslanden in Zürich. Im September 2025 wurde das Brustgewebe entfernt, und es wurden Platzhalter eingesetzt, damit alles verheilen kann. Im Februar 2026 bekam ich dann Silikonimplantate. Ich wollte, dass meine Brust wieder möglichst normal aussieht, so wie vorher. Ich vertrage die Implantate sehr gut, es gibt keine Probleme.
Wie hat dein Partner Raphael erfahren, dass du eine genetische Vorbelastung für Brustkrebs hast?
Raphael schaltet sich ein: Wir haben uns zwischen den beiden Operationen von Yana kennengelernt. Beim dritten Date hat sie mir gesagt, dass sie einen Eingriff haben werde. Ich habe ihr zuerst gar nicht geglaubt. Dass sie diesen Schritt gewagt hat, finde ich gut. Angesichts des Risikos gibt es in meinen Augen fast keine Alternative. Ausserdem: Ob das jetzt Implantate sind oder nicht, spielt keine Rolle. Sie sind aber auch sehr gut gemacht.
Yana, willst du Kinder haben, obwohl du die Veranlagung für Krebs vererbst?
Ja, ich möchte sehr gerne Kinder. Und meine Eierstöcke sind noch nicht entfernt worden. Wir könnten eine künstliche Befruchtung vornehmen lassen und einen gezielt untersuchten Embryo auswählen, der diese Genmutation nicht in sich trägt. Dafür ist es aber sinnvoll, wenn beide Partner eine Genanalyse machen.
Was rätst du Frauen mit einer nachgewiesenen Genmutation, die unsicher sind, ob sie sich ebenfalls einer vorsorglichen Brustentfernung unterziehen sollen?
Man sollte vor diesem Schritt keine Angst haben. Das Ganze war zwar sehr schmerzhaft, aber ich spüre heute eine riesige Erleichterung. Ich bin zudem sehr dankbar, dass meine Frauenärztin mich ans Affidea brustCare Brust-Zentrum Zürich und an die Klinik Hirslanden in Zürich überwiesen hat. Alle Spezialistinnen und Spezialisten haben mir dort mit vielen Gesprächen geholfen, meinen Weg zu finden. Sie haben nie versucht, mich zu überreden oder umzustimmen, sondern waren einfach für mich da.
Yana Chyreieva flüchtet 2022 mit ihrer Mutter vor dem Ukrainekrieg in die Schweiz. Kurz darauf erkrankt ihre Mutter schwer an Brustkrebs. Yana selbst ist gesund. Ein Gentest zeigt jedoch: Sie ist ebenfalls gefährdet. Sie entscheidet sich für eine prophylaktische Brustentfernung. Weshalb, erzählt sie im Interview. Ihr Partner Raphael hilft bei der Übersetzung.
Yana, seit wann weisst du, dass du eine genetische Vorbelastung für Brustkrebs hast?
Seit dem 30. Juli 2024. Ich wurde im Affidea brustCare Brust-Zentrum Zürich getestet, nachdem bei meiner Mutter im Rahmen ihrer Behandlung Genmutationen gefunden wurden. Auf mütterlicher Seite ist Krebs ein Riesenthema. Alle meine weiblichen Verwandten – das sind ungefähr 20 bis 25 Personen – sind erkrankt, unter anderem an Brust-, Eierstock- und Magenkrebs. Meine Grossmutter stammte aus einer grossen Familie mit über zehn Geschwistern. Daher sind viele betroffen.
Du hast Mutationen in drei verschiedenen Genen: BRCA1, BRCA2 und ATM. Was bedeutet das genau?
Jede Mutation erhöht das Risiko um 70 bis 80 Prozent. Mein Risiko, zu erkranken, ist also ausgesprochen hoch.
Hat das den Ausschlag gegeben, dass du dir vorsorglich beide Brüste hast entfernen lassen?
Nicht nur. Ich habe meine Mutter bei ihren Operationen und Chemotherapien begleitet und miterlebt, wie sehr sie gelitten hat. Nach der dritten Operation meiner Mutter habe ich für mich entschieden, dass ich wenigstens das Brustkrebsrisiko nicht mehr in mir tragen möchte.
Was sind die grössten Veränderungen für dich nach der prophylaktischen Brustentfernung?
Ich fühle mich viel freier. Das Brustkrebsrisiko ist jetzt zu 95 Prozent weg. Es ist eine grosse Erleichterung.
Hattest du eine Rekonstruktion der Brust?
Ja, in zwei Operationen an der Klinik Hirslanden in Zürich. Im September 2025 wurde das Brustgewebe entfernt, und es wurden Platzhalter eingesetzt, damit alles verheilen kann. Im Februar 2026 bekam ich dann Silikonimplantate. Ich wollte, dass meine Brust wieder möglichst normal aussieht, so wie vorher. Ich vertrage die Implantate sehr gut, es gibt keine Probleme.
Wie hat dein Partner Raphael erfahren, dass du eine genetische Vorbelastung für Brustkrebs hast?
Raphael schaltet sich ein: Wir haben uns zwischen den beiden Operationen von Yana kennengelernt. Beim dritten Date hat sie mir gesagt, dass sie einen Eingriff haben werde. Ich habe ihr zuerst gar nicht geglaubt. Dass sie diesen Schritt gewagt hat, finde ich gut. Angesichts des Risikos gibt es in meinen Augen fast keine Alternative. Ausserdem: Ob das jetzt Implantate sind oder nicht, spielt keine Rolle. Sie sind aber auch sehr gut gemacht.
Yana, willst du Kinder haben, obwohl du die Veranlagung für Krebs vererbst?
Ja, ich möchte sehr gerne Kinder. Und meine Eierstöcke sind noch nicht entfernt worden. Wir könnten eine künstliche Befruchtung vornehmen lassen und einen gezielt untersuchten Embryo auswählen, der diese Genmutation nicht in sich trägt. Dafür ist es aber sinnvoll, wenn beide Partner eine Genanalyse machen.
Was rätst du Frauen mit einer nachgewiesenen Genmutation, die unsicher sind, ob sie sich ebenfalls einer vorsorglichen Brustentfernung unterziehen sollen?
Man sollte vor diesem Schritt keine Angst haben. Das Ganze war zwar sehr schmerzhaft, aber ich spüre heute eine riesige Erleichterung. Ich bin zudem sehr dankbar, dass meine Frauenärztin mich ans Affidea brustCare Brust-Zentrum Zürich und an die Klinik Hirslanden in Zürich überwiesen hat. Alle Spezialistinnen und Spezialisten haben mir dort mit vielen Gesprächen geholfen, meinen Weg zu finden. Sie haben nie versucht, mich zu überreden oder umzustimmen, sondern waren einfach für mich da.
Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.
Kontakt: E-Mail an Brand Studio
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