Reto Baschera, CEO der neuen E-Mobilitätsmarke Joya
Was sich für E-Auto-Fahrer jetzt ändert

Vier E-Mobilitätsangebote, eine neue Marke: Joya bündelt seit Anfang Oktober Gofast, Swisscharge, Move und Energie 360° Mobilität. CEO Reto Baschera erklärt, warum Laden künftig so selbstverständlich funktionieren soll wie das Smartphone – und was sich für Kunden konkret ändert.
Joya-Chef Reto Baschera: «Wir wollen fürs Laden werden, was Twint fürs Bezahlen ist.»
Foto: Noe Flum/Ringier Brand Studio
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Herr Baschera, Sie waren lange bei Swisscom. Was hat ein Handy mit einer Ladestation zu tun?

Reto Baschera: Mehr, als man denkt. Ich habe die Einführung von 3G und 4G miterlebt. Damals musste man den Menschen Megabytes und Frequenzen erklären. Heute interessiert das niemanden mehr – das Handy muss einfach funktionieren. Genau dorthin muss auch die Elektromobilität kommen. Wenn heute meine über 75-jährigen Eltern ein Elektroauto fahren, darf ich ihnen nicht zuerst die Technologie erklären müssen.

Sie vergleichen die E-Mobilität mit der frühen Handy-Zeit?

Ja. Vor 20 Jahren konnte man mit einem Schweizer Handy in New York landen und musste feststellen, dass es nicht funktioniert. Heute schaltet man das Smartphone ein und denkt nicht mehr darüber nach. Neue Standards haben die Komplexität vom Kunden weggenommen. Genau diese Reife muss die Elektromobilität ebenfalls erreichen.

Viele haben noch genau davor Angst: wenig Akku, fremde Säule – und nichts klappt.

Absolut. Wenn sich ein Kunde beim Laden unsicher fühlt, überlegt er sich den Kauf eines Elektroautos zweimal. Rund 80 Prozent der Ladevorgänge finden zwar zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. Aber auch unterwegs darf man nicht jedes Mal denken: «Wie mache ich das jetzt?» Laden ist nicht Tanken – aber es muss perspektivisch genauso einfach sein.

Seit Anfang Oktober ist Joya am Start. Was merkt der Kunde konkret?

Unser Versprechen ist Leichtigkeit und Einfachheit. Aber seit Anfang Oktober ist nicht plötzlich alles neu und perfekt. Wir starten mit ersten neu gestalteten Standorten, danach folgt der Rest Schritt für Schritt. Die komplette Umstellung der Standorte dauert rund zweieinhalb Jahre. Bei der Technologie wollen wir deutlich schneller sein.

Sehe ich künftig vor dem Laden direkt, was mich die Kilowattstunde kostet – wie an der Tankstelle?

Ja. Bei allen Ladestationen, bei denen es technisch möglich ist, wird der Preis direkt am Display angezeigt. Unsere Schnellladepunkte rüsten wir zudem mit Kreditkartenlesern aus. Niemand soll eine spezielle Ladekarte brauchen, nur um laden zu können.

Joya in Zahlen
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• Mitarbeitende: 140

• Öffentliche Ladepunkte im Joya-Ladenetz: über 7500

• Zugang zu öffentlichen Ladepunkten in der Schweiz (via Roaming): 16‘000

• Schnellladepunkte: 1800

• Aktive Nutzerinnen und Nutzer: 150‘000

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• Mitarbeitende: 140

• Öffentliche Ladepunkte im Joya-Ladenetz: über 7500

• Zugang zu öffentlichen Ladepunkten in der Schweiz (via Roaming): 16‘000

• Schnellladepunkte: 1800

• Aktive Nutzerinnen und Nutzer: 150‘000

Eine wichtige Rolle spielt die neue Joya-App. Was macht sie einfacher?

Wir entwickeln sie erstmals selbst. Schon der Login wird einfacher, etwa über Apple oder Google. Dazu kommen eine klarere Nutzerführung, Informationen zu Ladepunkten und Preisen und später CarPlay, Plug & Charge und Autocharge. Das Ziel ist: Einmal registrieren, einstecken und laden – ohne Kärtchen und unnötige Zwischenschritte.

Warum heisst die Marke eigentlich Joya?

Wir hatten ungefähr 80 Namen. Der Name sollte in allen Schweizer Sprachregionen einfach auszusprechen sein und bewusst nicht technisch klingen. Wir wollten kein «Superwatt». Elektromobilität darf nicht nur über Technik funktionieren, sie muss auch emotionaler werden. Joya ist positiv besetzt und funktioniert sprachlich in der ganzen Schweiz.

Neues Logo, neue App, neue Marke: Wird Laden jetzt teurer?

Nein. Wir erhöhen die Preise nicht wegen des Rebrandings. Natürlich können sich Tarife mit Strompreisen, Investitionen oder dem Wettbewerb verändern. Aber nicht, weil Joya auf der Säule steht. Mit neuen Abos wollen wir häufigen Nutzern sogar mehr Preissicherheit geben.

Wann lohnt sich so ein Abo?

Ab ungefähr zwei Mal Laden pro Monat kann es sich bereits lohnen. Wer nur selten öffentlich lädt, kann weiterhin ohne Abo über App, Ladekarte oder an Schnellladestationen mit Kreditkarte bezahlen. Es gibt keinen Zwang.

Die Joya-App
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Die neue Joya-App wurde erstmals von Joya selbst entwickelt und soll das Laden von E-Fahrzeugen einfacher machen. Nutzer sollen Ladepunkte finden, Preise sehen sowie Ladevorgänge starten und bezahlen können. Geplant sind Apple-/Google-Login und CarPlay, später auch Plug & Charge und Autocharge: Auto registrieren, einstecken, laden. Die bisherigen Apps bleiben während der Umstellung vorerst nutzbar.

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Die neue Joya-App wurde erstmals von Joya selbst entwickelt und soll das Laden von E-Fahrzeugen einfacher machen. Nutzer sollen Ladepunkte finden, Preise sehen sowie Ladevorgänge starten und bezahlen können. Geplant sind Apple-/Google-Login und CarPlay, später auch Plug & Charge und Autocharge: Auto registrieren, einstecken, laden. Die bisherigen Apps bleiben während der Umstellung vorerst nutzbar.

Joya hat Zürcher Wurzeln. Ist das nicht eigentlich ein Zürcher Projekt?

Nein. Wir sind schweizweit aufgestellt – mit Mitarbeitenden in Zürich, Fribourg, Gossau, Lausanne und Lugano. Unser Kundendienst sitzt ebenfalls in der Schweiz und arbeitet auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Wir wollen das Schweizer E-Mobilitätsunternehmen sein, von Genf bis St. Moritz.

Was passiert, wenn ich vor einer Säule stehe und es nicht funktioniert?

Gerade dann entscheidet sich, ob eine Marke Vertrauen schafft. Für technikaffine Nutzer ist vieles selbstverständlich. Andere fühlen sich schnell allein, wenn etwas nicht funktioniert. Darum ist unser Kundendienst in der Schweiz für uns wichtig. Das Erlebnis muss auch dann gut sein, wenn einmal nicht alles nach Plan läuft.

Sie fahren selbst noch nicht allzu lange elektrisch. Was nervt Sie heute noch?

Ehrlich gesagt kaum noch etwas. Das Schwierigste ist fast, sich für das nächste Auto zu entscheiden, weil technologisch so viel passiert. Ich konnte aber von Anfang an zu Hause laden. Das macht einen riesigen Unterschied.

Also bleibt das Laden zu Hause der Knackpunkt?

Ja. Wer zu Hause nicht laden kann, muss sich deutlich mehr Gedanken machen. Deshalb halte ich das Recht auf Laden für Mieter und Stockwerkeigentümer für zentral. Politische Klarheit in diesem Bereich ist aus meiner Sicht wichtiger als kurzfristige Förderungen.

Allein Joya kommt auf über 1800 Schnellladepunkte. Stehen in der Schweiz inzwischen genug Ladesäulen?

Die öffentliche Infrastruktur ist sehr gut. Jetzt geht es stärker um Zuverlässigkeit und Kundenerlebnis. In der Branche gelten 96 Prozent Verfügbarkeit teilweise schon als ordentlich. Auf ein Jahr gerechnet wären vier Prozent Ausfall aber rund 15 Tage. Bei einem Mobilfunkanbieter würden Sie das nie akzeptieren. Auf dieses Qualitätsniveau muss auch die Ladebranche kommen. Beim privaten Laden besteht hingegen noch viel Potenzial, deshalb setzen wir uns als Joya für das Recht auf Laden ein. Viele Schweizerinnen und Schweizer wohnen im Mietverhältnis, und E-Autos können praktischerweise auch zu Hause laden. Deshalb trägt das private Laden zu einem wichtigen Teil zur Dekarbonisierung des Verkehrs bei. Dabei unterstützen wir Immobilieninvestoren und Unternehmen mit Ladelösungen aus einer Hand.

Wofür soll Joya in fünf Jahren stehen?

Joya soll in der Schweiz für Elektromobilität stehen. So wie man heute «twinten» sagt, wäre es schön, wenn irgendwann jemand sagt: «Ich gehe schnell zu Joya laden.» Bis 2030 wollen wir als führendes E-Mobilitätsunternehmen wahrgenommen werden, beim Kundenerlebnis Standards setzen – und wir wollen profitabel sein.

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Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.

Kontakt: E-Mail an Brand Studio

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